Alle sagen, Warhammer ist ein Hobby für Bonzen – Ich sage, so teuer ist das gar nicht

Benedict meint Warhammer ist gar nicht so teuer Sororitas Titel 2

Warhammer ist teuer. Das ist eine Aussage, die immer wieder aufkommt und ja, der Einstieg ist tatsächlich eine ziemliche Hürde. Aber der Geldfresser, als das es immer wieder hingestellt wird, ist Warhammer gar nicht. Zumindest behauptet das MeinMMO-Redakteur und Warhammer-Experte Benedict Grothaus.

Und ich weiß, wie ironisch das jetzt klingen mag, schließlich habe ich selbst schon Witze darüber gemacht, dass man seine Niere verkaufen muss, um mit Warhammer anzufangen. Aber mal ganz im Ernst: dass Warhammer ein Bonzen-Hobby sein soll, ist ein Gerücht.

Jedes Mal, wenn ich in meinen lokalen Warhammer-Laden gehen, sehe ich dort junge Leute – Schüler und Studenten, die traditionell keine Kohle haben. Trotzdem bemalen die da Modelle, die selbst mir zu teuer wären. Einer meinte (hoffentlich im Scherz), sich einen Lord of Change zu leisten sei leicht, sein Speiseplan bestehe halt den Monat lang nur aus Toast mit Ketchup.

Nun bin ich aber schon seit einigen Jahren dabei, hauptsächlich in der Lore und Videospielen, aber auch schon seit einer ganzen Weile beim Tabletop. Ich bin sogar über meinen Schatten gesprungen und habe erfolgreich mein erstes Mini bemalt, auf das ich recht stolz bin.

Über die Zeit habe ich viel Geld in mein Hobby gesteckt, ja – aber eben auch viele Stunden. Wenn ich das alles mal herunterbreche, komme ich auf eine sehr annehmbare Bilanz.

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Der Trailer zur 11. Edition von Warhammer 40.000 zeigt den Imperator überraschend lebendig

Warhammer ist günstiger als ein Kinobesuch – Warte, was?

Wenn jemand über den Preis von Warhammer spricht, dann sind meist die teuren Plastik-Modelle gemeint. Und ja, die können tatsächlich sehr teuer werden – bis zu mehreren tausend Euro für die riesigen Imperialen Ritter beispielsweise.

So etwas sind dann aber Investitionen von Leuten, die schon Jahre im Hobby sind und sich etwas leisten wollen, nicht von Anfängern. Rechnen wir mal zusammen, was der Start in Warhammer so grob kostet:

  • Starter-Boxen der aktuellen 11. Edition wurden kürzlich angekündigt und kosten im Schnitt etwa 110 Euro für mehrere Figuren, Pinsel und Farben.
  • Wollt ihr dann noch ein Fahrzeug oder einen Charakter dazu haben für etwas mehr Variation oder einfach was „größeres“, gibt es die für zwischen 30 und 80 Euro. Gehen wir mal von 70 Euro aus.
  • Farben sind etwas teurer, je nach Anbieter, wobei sich da nicht viel tut. Für 150 Euro bekommt ihr aber eine gute Auswahl von Vallejo oder Army Painter.
  • Dazu kommen dann noch notwendige Werkzeuge wie Entgrater, Seitenschneider, Kleber, Pinsel. Je nachdem, wie viel ihr hier investieren wollt, zahlt ihr voraussichtlich zwischen 30 und 50 Euro.
  • Grundregeln kosten 20 Euro als Buch, ein Kodex nochmal 50 – beides braucht ihr, um das Standard-Format von Warhammer zu spielen.

Insgesamt kommt ihr auf rund 450 Euro für den Einstieg. Klingt teuer, aber halten wir mal die Zeit dagegen, die ihr euch hier „kauft“:

  • Das reine Bauen dauert im Schnitt zwischen 30 Minuten und 2 Stunden pro Modell – abhängig von der Größe des Minis und wie gut ihr damit seid. Anfänger brauchen natürlich länger.
  • Das Bemalen dauert ähnlich lang: 1-2 Stunden für kleine Minis, etwas mehr für größere. Anfänger können durchaus mit 3 Stunden rechnen, vielleicht sogar mehr.
  • Bei 30 Modellen, die ihr für den Preis oben in etwa bekommen könnt, kommt ihr im „schlimmsten“ Fall auf 45 Stunden, Anfänger liegen wohl mehr bei 80-90 Stunden.

Umgerechnet bedeutet das: Pro Stunde kostet euch Warhammer als Anfänger etwa 5-6 Euro. Als Fortgeschrittener läge der Preis pro Stunde theoretisch höher, aber da habt ihr vermutlich Dinge wie Werkzeug und Farben schon – die Kosten fallen also weg.

Und bei alledem ist das eigentliche „Spielen“ noch gar nicht einberechnet, ihr habt ja quasi ein eigenes Brettspiel damit zusammengebaut. Zum Vergleich: Ein Kino-Ticket kostet je nach Platz, Kino und Vorstellung meist zwischen 7 und 15 Euro (ggf. mit Aufschlägen für 3D und Co.) für einen Film mit im Schnitt 100-140 Minuten, also zwischen 3 und 9 Euro die Stunde und das für ein einmaliges Erlebnis.

Eine Milchmädchenrechnung, die aber trotzdem funktioniert

Ja, diese Rechnungen sind sehr grob, aber exakt lässt sich all das ohnehin nicht berechnen, weil jeder anders ans Hobby herangeht. Gerade Warhammer-Fans sind breit aufgestellt: Einige lesen nur die Lore, andere spielen nur Videospiele oder das Tabletop, ein paar wollen das ganze Paket.

Abhängig davon, was genau euch an Warhammer fasziniert, spart ihr schon bei der Anschaffung der Materialien. Bleiben wir mal beim Tabletop:

  • Wer nur spielen will, kann sich fertig bemalte Armeen kaufen. Die sind etwas teurer, aber ihr habt nicht Werkzeug und Farben für hunderte Euro im Regal stehen zum Verstauben.
  • Wenn euch der Modellbau-Aspekt gefällt und ihr die Modelle nur ins Regal stellen wollt, braucht ihr Dinge wie Kodex und Grundregeln nicht – das Geld fällt also hier weg.

Für Leute mit gar keinen Ersparnissen bleibt sogar das kostenlose Mini des Monats im Warhammer-Laden und auch sonst gibt es etliche Wege, um beim Kauf von Miniaturen und Zubehör günstiger bei herumzukommen.

Wer klug kauft, zahlt deutlich weniger

Die Kosten variieren je nachdem, wie tief ihr direkt einsteigen wollt, insbesondere mit Blick auf die Starter-Sets, in denen Farbe und Pinsel schon enthalten sind. Dazu gibt es weitere Tipps zum Sparen, etwa mit Combat Patrols statt Starter-Sets oder bei Retailern wie Fantasywelt und Taschengelddieb statt des offiziellen Warhammer-Stores. Da spart ihr nochmal Kohle.

Was Games Workshop selbst als UVP für die Sets und Werkzeuge angibt, ist selten das, was Warhammer-Fans wirklich für ihre Sachen zahlen. Im Regelfall findet ihr deutlich günstigere Angebote oder alternative Anbieter für Farben etc. zum niedrigeren Preis als im Warhammer-Store. Die Straßenpreise liegen oft unter der Preisempfehlung.

Selbst die offiziellen Boxen sind nicht unbedingt das große Hindernis. Starter-Boxen sind zwar gut, wenn man überhaupt keine Ahnung hat und sich nicht weiter informieren will, aber auch hier gibt es Alternativen:

  • Combat Patrols für Warhammer 40.000 oder Speerspitzen für Age of Sigmar etwa bieten eine große Auswahl an Modellen für nur etwas mehr Geld als die Starter-Boxen – dafür ohne Pinsel und Farben.
  • Die große Armageddon-Box mit über 60 Figuren kostet zwar 240 Euro UVP, aber beinhaltet Zusatz-Material und wenn ihr nur Space Marines ODER Orks spielen wollt, könnt ihr sie zusammen mit einem Freund kaufen oder die nicht benötigten Modelle einfach wieder verkaufen.

Oder baut doch eure Warhammer-Figuren einfach selbst!

Warhammer ist teuer, nur eben nicht so teuer, wie alle behaupten

Ich will mit alledem hier nicht sagen, dass Warhammer irgendwie „günstig“ sei, denn das ist es nicht. Insbesondere die Einstiegshürde ist ordentlich, mal eben 400 Euro für ein neues Hobby hat nicht jeder. Warhammer ist aber eben das: Ein Hobby und darauf muss man sich einlassen wollen.

Wie bei den meisten Freizeitaktivitäten benötigt ihr ein gewisses Investment. Wer einen Sport anfangen oder ein Instrument lernen will, braucht entsprechend Ausrüstung oder … eben ein Instrument. Da reichen die Start-Kosten nach eigener Erfahrung von vielleicht 50 Euro bis weit über 1.000 Euro. Selbst Gamer zahlen für ihre Konsolen oder PCs erst mal einen hohen Preis zum Start, ehe sie mit Zocken anfangen können (und blöderweise wird das nur immer teurer im Moment).

Gerade im Vergleich damit, wie viel Zeit ihr mit Warhammer verbringen könnt, wenn euch alles daran interessiert, liegen die Kosten aber gar nicht mehr so hoch. Bei mir etwa sind bisher so an die 600 Euro angefallen, ich habe aber auch schon mehr als 10 Bastel- und Mal-Sessions mit Freunden hinter mir, an denen wir jeweils 8-9 Stunden zusammen saßen – ein umgerechneter Stundenpreis von 7-8 Euro.

Findet ihr Warhammer zu teuer oder ist der Preis für das, was ihr bekommt, annehmbar? Wie viel würdet ihr für den Einstieg in ein neues Hobby zahlen? Wie viel zahlt ihr aktuell für eure Lieblingsbeschäftigung? Schreibt einen Kommentar!

Warhammer hat sich zwar als teures Hobby einen Namen gemacht, aber bedenkt man, wie viel Zeit man sich damit „erkauft“, dann ist der Preis dafür im Verhältnis zu anderen Aktivitäten gar nicht mehr so astronomisch. Wollt ihr trotzdem nicht direkt den Sprung ins Tabletop wagen, um viele Stunden und Euros in Plastik zu versenken, bietet Warhammer auch hervorragende Videospiele: Die 7 besten Spiele, um in die Welt von Warhammer einzusteigen

Kommentare

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2 Kommentare
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VonGestern

https://www.hachette.de/de-de/Warhammer-Combat-Patrol/shop/

Günstiger gehts nicht. Beim Zeitschriftenhändler bestellbar. Weiß nicht, wie es mit der Verfügbarkeit älterer Ausgaben ist.

Als Beispiel: Ork Gargbot kostet 51,50€ im Warhammer Store, mit den Heften 22€.
Ein Aeldari Runenprophet gab es für 11€ anstelle 26€.
Aktuell gibt es Figuren vom Astra Militarum.

Zuletzt bearbeitet vor 6 Stunden von VonGestern
quick.n.dirty

Ich finde 5-6€ pro Stunde enorm viel für ein Hobby.
Hier spielen die meisten Leser sicherlich Spiele. Ubisoft Abo kosten von 18€ im Monat oder WoW Abo 10€ im Monat. GTA VI – 80€, bei wie vielen Stunden Spielspaß?
Ich empfinde ein Hobby angemessen bei 1€ pro Stunde.

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