Gaming wird zum Luxus und ist ein größeres Problem als viele denken

Draenei Money Immer Teurer Gaming

MeinMMO-Dämon Cortyn sieht in Gaming ein Hobby, das alle sozialen Schichten vereint. Doch das zerbröckelt langsam aber sicher.

Gaming ist unser aller liebstes Hobby. Wenn das bei dir nicht der Fall ist, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht so genau, wie du auf diesem Artikel gelandet bist. Aber hey, ich nehm dich trotzdem mit.

Einer der tollsten Aspekte beim Spielen ist, dass der reale Alltag dabei weitestgehend ausgeblendet werden kann. Wenn wir in die Rolle einer Nachtelfen-Magierin in World of Warcraft, in die Haut von Master Chief in Halo oder eines blockigen Avatars in Minecraft schlüpfen, dann ist es egal, was wir sonst noch so im echten Leben treiben.

Innerhalb der Multiplayer-Spielwelten sind wir im Kern erst einmal gleich. Wir haben die gleichen Startvoraussetzungen und nur das zur Verfügung, was wir uns im Spiel verdienen.

Zumindest war das früher der Fall.

Ein aktuell günstiges Spiel mit guten Bewertungen ist Mina the Hollower:

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Mina the Hollower ist das neue Spiel der Macher von Shovel Knight

Wer im echten Leben wohlhabend ist, dem sieht man es im Spiel an

Inzwischen gibt es in vielen Spielen „Pay2Win“-Mechaniken oder „Pay2Progress“-Mechaniken, die Vorteile verschaffen. Dazu kommen dann noch besonders Spiel-Editionen für manchmal den doppelten Preis, die im besten Fall kosmetische Upgrade verleihen, im schlechtesten Fall spielerische Vorteile gewähren.

Oder anders: Je dicker deine Geldbörse im echten Leben, desto mehr sieht man dir das auch im Spiel an.

Dabei ist das sogar aktuell noch der beste Fall, wenn man sich unter diesen Gesichtspunkten Gaming überhaupt noch leisten kann.

Momentan fällt ein anderer Aspekt immer stärker ins Gewicht: Die Kosten von Hardware. Das gilt nicht nur für den Kauf eines neuen Gaming-PCs, sondern zunehmend auch für Konsolen, wo sogar die Preise der aktuellen Generation langsam aber sicher immer weiter anziehen. Wo es sonst üblich war, dass Preise einer PlayStation oder Nintendo-Konsole im Laufe der Jahre immer weiter sinken, ist inzwischen das Gegenteil der Fall:

Wer länger abwartet, ist hier immer öfter „der Dumme“ und zahlt später mehr. So ist gerade erst der Preis des Steam Decks explodiert.

Bei Gaming-PCs ist es das gleiche Problem. Hardware wird immer teurer. Bestimmte Komponenten, insbesondere Arbeitsspeicher und SSDs, werden immer teurer und sind für viele Personen mit einem durchschnittlichen Einkommen kaum noch bezahlbar und machen ein Upgrade sehr teuer.

Titelbild Nintendo Switch 2 Schrägansicht mit Dock Orange
Konsolen wie eine Switch 2 werden immer teurer.

Immer mehr Spiele, immer seltener etwas Gemeinsames

Ein weiterer Aspekt, der die Problematik verschlimmert, ist die massive Auswahl an Spielen. Während es auf der einen Seite natürlich toll ist, dass wir immer mehr gute und großartige Spiele zu sehen bekommen und immer mehr Entwickler ihre Träume verwirklichen können, hat das auch einen negativen Begleiteffekt.

Zumindest in meinem Freundeskreis ist zunehmend häufiger der Fall, dass man fragt: „Hey, wollen wir uns mal Spiel X oder Y gemeinsam anschauen?“ Sich da auf ein Spiel zu einigen, wird einfach immer schwieriger, weil die Auswahl so riesig ist.

Damals gab es das im Grunde nicht.

Natürlich gab es früher auch schon viel mehr Spiele als die Handvoll, die wir gezockt haben – aber es waren deutlich weniger neue Releases pro Monat als aktuell.

Wer das nicht glaubt, muss einfach mal einen Blick auf Steam werfen und wie sich die Releases dort verändert haben (Steamdb.info):

  • 2006 erschienen auf Steam 70 neue Spiele.
  • 2016 waren es bereits 4.651 neue Spiele.
  • 2025 sind es bereits 21.464 neue Spiele.

Das ist einfach mal ein Anstieg von über 30.000 %.

Steam Games pro Jahr
Die Menge der Games pro Jahr auf Steam ist drastisch gestiegen – aber nicht nur da. (Quelle: Steamdb.info)

Natürlich sind manche davon „Schrott-Spiele“, die man kaum als fertige Games bezeichnen kann. Doch auch die Menge an durchaus „spielbaren“ Titeln ist drastisch gestiegen.

Früher war das anders. Das heißt nicht, dass es besser war, aber es war in jedem Fall leichter, sich auf Spiele einigen zu können – einfach, weil die Auswahl geringer war und man nicht von einem Über-Angebot erschlagen wurde.

Spiele selbst werden teurer

Dazu kommt noch, dass Spiele selbst auch immer teurer werden – zumindest in den letzten Monaten. Denn über viele Jahre lang ist der Preis von neuen Spielen recht stabil geblieben. Damals zahlte man 100 bis 120 DM für manch ein neues Spiel, bis vor Kurzem lag der Preis bei rund 60 €.

Klar, da gab es dann die Super Special Collector’s Edition, doch der Preis blieb stabil. Streng genommen sind Spiele sogar lange im Preis gesunken, da ihr Preis nicht mit der Inflation angestiegen ist.

Jetzt scheint dieser Damm gebrochen zu sein. Games kosten gerne mal 70 €, manche bereits 80 €. Irgendwelche Ultimate Editionen gehen auch schon auf 120 € oder noch mehr hoch.

Die Anzahl an Spielen, die man sich – vor allem guten Gewissens – noch leisten kann, sinkt rapide.

Gaming als Hobby, das alle sozialen Schichten vereint

Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, dann hatten wir für damalige Verhältnisse eine ziemlich durchmischte Schulklasse. Da waren Kinder aus wirklich allen sozialen Schichten vertreten. Von der eher ärmlichen Tochter einer Migranten-Familie, deren Eltern kaum Deutsch sprechen konnten bis hin zum Sohn eines reichen Millionärs, der in einer kleinen Villa lebte, war da wirklich ausnahmslos alles vertreten.

Natürlich war Gaming damals schon nicht kostenlos und für manche Familien deutlich schwerer zu stemmen als für andere. Doch diese Kluft ist inzwischen gewachsen. Das liegt nicht nur am gestiegenen Preis für Gaming und Hardware, sondern auch an den erhöhten Lebenshaltungskosten und der immer größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich.

Doch ich erinnere mich noch gut daran, wie Gaming damals die meisten Jungs und viele der Mädchen in meiner Klasse zusammengeführt hat.

Wenn man gemeinsam Halo auf der Xbox oder sogar bei einer „System Link“-Party gegeneinander gespielt hatte, dann war vollkommen egal, wer deine Eltern waren und was die verdienten.

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Warcraft III wurde über viele Jahre auf LAN-Parties gespielt. Das lief sogar auf älteren Rechnern ausreichend.

Wenn wir uns in Tower-Defense-Maps bei Warcraft III gegenseitig um den Sieg gebracht haben, das man auch auf absoluten Müll-Rechnern zocken konnte, dann war es ganz egal, ob du als Hobby ansonsten nur in der Straßen-Mannschaft auf einem leeren Feld Fußball spielen konntest oder dir Reit- und Klavier-Unterricht bei Privatlehrern ermöglicht wurde.

Gaming war ein Hobby, das sich durch nahezu alle Schichten gezogen hat, Verbindungen und Freundschaften hervorgerufen und gefestigt hat. Es war etwas, an dem jeder partizipieren konnte, um diese sozialen Verbindungen zu stärken.

Doch es wird mit jedem Monat und jedem Jahr schwieriger. Teurere Hardware, teurere Spiele mit immer mehr DLCs, Abonnements, versteckten oder offenen Pay2Win-Mechaniken und die schiere Flut an Games machen es zunehmend schwerer, dass Gaming die Leute zusammenführt.

Ja, man kann diese verbindenden Erfahrungen noch immer finden. Aber es wird schwerer und schwerer. Kognitiv und finanziell.

Von daher bin ich sehr froh darüber, in welcher Zeit ich mit dem Gaming aufgewachsen bin. Viele Freundschaften hätte ich heute wohl nicht und viele schöne Erinnerungen würden mir fehlen, wenn Gaming schon damals so teuer und fragmentiert wäre, wie es heute immer mehr der Fall wird. Ich würde mir wirklich wünschen, dass dieses verbindende Element von Gaming noch lange erhalten geblieben wäre. Denn gerade zerbröckelt massiv.


Aber wie seht ihr das eigentlich? Seid ihr zufrieden mit dem Zustand des Gamings und findet noch genau die Erlebnisse, die euch gefallen? Bereiten euch die Preise und Kosten für unser gemeinsames Hobby Sorgen und stellen euch vor Probleme? Oder findet ihr, dass das alles gar nicht so schlimm ist und sich nichts geändert hat? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.
Richtig gute Spiele zu soliden Preisen haben wir euch hier vorgestellt: die 14 besten RPGs auf Steam.

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vulperabeste

Ich glaube, wenn das mit der KI so weitergeht wird die Blase irgendwann platzen und Hardware wird wieder verfügbarer und günstiger für die Endverbraucher. Die ersten Unternehmen sehen ja schon ein, dass KI nicht allumfassend ist und “echte” Mitarbeiter wichtig sind. Wenn der KI-Boom ein Ende findet – in Jahren – dann werden wir Endverbraucher wieder profitieren.
Außerdem ermöglicht das in der Zwischenzeit andere Firmen deren Platz nun einzunehmen oder streitig zu machen, denn der Endverbraucher-Markt bleibt bestehen und es wird da den ein oder anderen geben der daran verdienen möchte. Die Chinesen fangen ja bereits an eigene Endverbraucher-Grafikkarten zu produzieren, auch wenn diese noch nicht so leistungsfähig sind wie die momentanen Top-Karten, so werden die innerhalb kürzester Zeit nachziehen nehme ich an.

Was die Publisher betrifft, dass die uns Gamer abmelken bis zum geht nicht mehr ist ja seit Jahren Marktstandard. Wenn du heute als Publisher ein Spiel ohne DLC oder MTX designest musst du eigentlich dämlich sein, weil klar danken dir das die Gamer, aber von Danksagungen kann man sich auch nicht wirklich was kaufen und bei den großen funktioniert es ja auch regelmäßig.
Hier schätze ich, dass es noch schlimmer wird in Zukunft. Die Entwickler waren in Vergangenheit immer sehr findig darin Möglichkeiten zu finden den Spielern auch nach Kauf eines Spiels weiter Geld abzuzwacken.

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