Wer Warhammer 40.000 hört, denkt in den meisten Fällen direkt an Space Marines. Und klar: die aufgepumpten Übermenschen sind die Posterboys des Franchise. In der Welt selbst gelten sie jedoch fast schon als Mythos – und bringen selten gute Nachrichten für Menschen.
Vermutlich haben die meisten von euch ein falsches Bild von Space Marines. Obwohl diese Super-Krieger mit zu vielen Organen zwar in Büchern, Spielen und anderen Medien fast omnipräsent sind, gelten sie in Warhammer 40.000 selbst als Seltenheit.
Das Imperium besteht aus mehreren Billiarden Menschen und ist so absurd groß, dass es allein mehrere ganze Planeten für die Verwaltung benötigt. In einem solch immensen Apparat sind Space Marines nicht einmal eine Fußnote, was die Größe angeht.
Ein Orden darf normalerweise nicht mehr als 1.000 Space Marines (und zusätzlich Scouts, also „Azubis“) beherbergen und selbst die Black Templars, die auf die Regeln pfeifen, sind im Vergleich zu der Menge an Menschen ein verschwindend geringer Bruchteil des Imperiums.
Warum erzähle ich euch das? Ganz einfach: um euch zu zeigen, wie schlecht die Dinge wirklich laufen müssen, wenn ein Space Marine an einem Kriegsschauplatz auftaucht. Denn wenn das Imperium seine so wertvollen und seltenen Krieger entsendet, muss der Kessel richtig brodeln.
„Space Marines sind sicherlich mindestens Plan D“
Auf Reddit ging es in einer Diskussion genau um dieses Thema – unter einem Meme natürlich, wie es bei Warhammer meist der Fall ist. Prämisse: du siehst als normaler Mensch, wie ein Käfer einen 8 Fuß großen Supersoldaten zerteilt.
Bereits im ersten Kommentar wirft ein Nutzer schon ein, dass es schon allgemein ein „SEHR schlechtes Zeichen“ ist, einen Space Marine zu sehen, weil die nur bei äußerster Notwendigkeit eingesetzt werden. Vorher gebe es eine Reihe an Mitteln, die ausgeschöpft werden, wie ein weiterer Kommentar erläutert:
A wären die planetaren Verteidigungsstreitkräfte.
B wären dann deine regulären Garde-Einheiten.
C wären die Spezialisten-Einheiten der Garde oder was auch immer die lokalen Kräfte entsenden können.
Space Marines sind sicherlich mindestens Plan D
Thick-Protection-458 auf Reddit
Falls ihr euch fragt: mit Spezialisten sind so Leute wie die Killer des Officio Assassinorum gemeint, eine der gefährlichsten Organisationen des Imperiums. Schon wenn die auftauchen, bedeutet das, dass irgendwas gehörig schief läuft. Bei Astartes ist die Sache dann noch mal eine Stufe schlimmer.
Wo ein Space Marine auftaucht, ist der Kampf so gut wie verloren – Zumindest für euch
Vereinfacht gesagt: Space Marines werden dort in den Kampf geschickt, wo normale Menschen nichts mehr ausrichten können – nicht einmal Menschen, die kybernetisch und genetisch verändert wurden und unter heftigen Kampf-Drogen stehen.
In zwei Fällen könnt ihr euch übrigens sogar sicher sein, dass ihr aus der Sache nicht lebend herauskommen werdet:
- Wo die berühmte Deathwatch auftaucht, kann ein Sterblicher nichts mehr ausrichten. Mit viel Glück gelingt euch vielleicht noch die Flucht, aber euer Schutz ist nicht die Priorität der Space Marines.
- Habt ihr sogar das „Glück“, den geheimen Orden der Grey Knights zu erblicken, könnt ihr gleich mit dem Leben abschließen. Da niemand von deren Existenz wissen darf, werden „normale“ Menschen einfach getötet, die je einen Grey Knight zu Gesicht bekommen.
Ein Beispiel für den Einsatz von Space Marines ist etwa ein Angriff von allesfressenden Tyraniden auf einer Welt, die für das Imperium eine große Rolle spielt – dann jedoch auch selten, um den Feind zurückzuschlagen und nur, um so viel Zeit zu erkaufen, dass die wichtigsten Ressourcen noch gerettet werden können.
Im äußersten Fall steht dem Imperium immer noch ein weltenvernichtender Exterminatus zur Verfügung, der jedoch wirklich nur im absoluten Nofall genutzt wird. Denn danach lässt sich nichts mehr retten.
Trotz Allem gelten Space Marines als „Seine Engel“
Warum also ist der Anblick eines Space Marines nun dennoch etwas, von dem jeder Soldat des Imperiums träumt? Im Grunde ist das Indoktrination. Der Imperator gilt als Gott, die Space Marines sind seine (fast) buchstäblichen Enkel. Ja, Enkel. Die Primarchen sind quasi die Söhne des Imperators und die Space Marines sind wiederum die Söhne ihrer Primarchen.
Das macht die Astartes zu so etwas wie Halbgöttern und das nicht nur durch ihre übermenschlichen Fähigkeiten, sondern auch im theologischen Sinne, wenn man davon ausgeht, dass der Imperator wirklich ein Gott ist, was selbst einer seiner Söhne mittlerweile in Erwägung zieht. Würde nun jemand auftauchen, den ihr unmissverständlich als Engel erkennen würdet, wäre die Faszination wohl ebenfalls ungebrochen.
Dazu kommt, dass Soldaten des Imperiums für die Menschheit kämpfen und sterben – im Zweifelsfall durch den Kommissar, der schon für die richtige „Moral“ sorgt. Gedanken an Niederlage gibt es also ohnehin nicht, zumindest nicht offiziell. Und falls ihr doch überlebt, könnt ihr danach erzählen, dass ihr einen waschechten Astartes gesehen habt.
Allerdings sind auch nicht alle Space-Marine-Sichtungen gleich ein Todesurteil. Der Orden der Salamanders etwa versucht stets, zivile Opfer zu vermeiden und Menschen zu schützen, zur Not unter Einsatz des eigenen Lebens. Ultramarines sind ebenfalls bekannt dafür, menschliches Leben zu schätzen, wenn auch mehr aus logistischer Sicht und durch Regeltreue, weniger aus Nächstenliebe.
Das alles heißt nun nicht, dass Menschen selbst keiner Bedrohung standhalten können. Selbst Mächte des Chaos oder die kriegswütigen Orks kann das Astra Militarum durchaus bewältigen, im Zweifel mit einer schieren Masse an Soldaten.
Aus genau diesem Grund sind im Übrigen auch die Waffen des Imperiums so konzipiert, dass sie möglichst einfach zu bedienen und dennoch robust sind. Zwar ist das alles Massenware, aber für Soldaten, deren Lebenserwartung kürzer ist als bis zur nächsten Mahlzeit, sind sie die ideale Wahl: Laserwaffen gelten in Warhammer 40.000 als extrem schlecht, dabei übersehen alle ihre riesigen Vorteile
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