Ich habe 120 Stunden lang ein Spiel gespielt, das ich eigentlich hassen müsste

Es gibt einige Spielprinzipe und Features, die MeinMMO-Autor Benedict Grothaus so überhaupt nicht leiden kann. Spiele, die sowas beinhalten, sind dann grundsätzlich nichts für ihn. Es gibt eine riesige Ausnahme, die ihn bis heute fesselt.

Welches Spiel ist das? Warhammer: Vermintide 2 erschien bereits im März 2018 und hat dementsprechend schon einige Jahre auf dem Buckel. 2019 erhielt es seine erste Erweiterung, Winds of Magic, mit etlichen neuen Levels und Gegnern.

Der zweite Teil des Action-Spiels hat mich bereits zu seinem Release begeistert und schafft es noch immer, mich zum Einloggen zu bringen. Selten, aber so oft es geht, spiele ich noch eine Runde oder zwei.

Laut meinem Steam-Profil habe ich 121 Stunden Spielzeit und 5 weitere auf dem Testserver, noch von der Beta. Das mag angesichts des Alters nicht allzu viel erscheinen, allerdings spiele ich Videosiele auch als Beruf, weswegen ich meine Zeit oft auf viele Spiele aufteilen muss.

Und Vermintide ist bis heute noch ein Spiel, zu dem ich gerne Freunde überrede, um nochmal ein wenig zu zocken.

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Ende 2019 ging es zuletzt nach Drachenfels. Die Burg zu besuchen ist einfach wundervoll!

Darum müsste ich Vermintide hassen

So funktioniert Vermintide: Vermintide ist ein Spiel, das vom Aufbau her ähnlich funktioniert wie Left4Dead oder das 2019 erschienene World War Z. Genau das ist aber auch das Problem.

Ich muss mich mit einer von fünf verschiedenen Klassen in einer Gruppe mit anderen Spielern durch verschiedene Level prügeln. Dabei gilt es Aufgaben zu erledigen und Gegner zu besiegen.

Diese Gegner kommen häufig in Form von riesigen Horden auf die 4er-Gruppe zu und müssen abgewehrt werden, damit nicht jeder der Helden abkratzt. Zusätzlich gibt es Elite-Gegner und Bosse, die teilweise ganz schön zulangen können.

Warhammer Vermintide 2 Rattenoger 2
So ein Rattenoger verteilt ganz schöne Schellen.

Dabei ist es wichtig, dass sich das Team abspricht und auch mal zurückzieht, um besser zu verteidigende Bereiche sichert, statt die Gegner mit roher Gewalt zurückzutreiben. Denn das funktioniert normalerweise nicht.

In höheren Schwierigkeitsgraden gibt es sogar Friendly Fire und Gegenstände für die Heilung sind stark begrenzt.

Was ist daran nun schlecht? Wie bereits gesagt, kommt das Prinzip von spielen wie Left4Dead. Und genau das konnte ich nie leiden, grundsätzlich wegen seines Themas: Zombies. Ich kann Zombies nichts abgewinnen, nicht in Filmen oder Büchern und am wenigsten in Spielen.

Natürlich hat Vermintide nun keine oder nur wenige Zombies, sondern Ratten, Chaos-Kultisten und neuerdings Tiermenschen, aber das Prinzip bleibt das gleiche. In meinem Kopf verbinde ich Horden und diese kooperativen Levels noch immer mit Zombies.

Vermintide 2 Screenshot Chaos Sorcerer
Die Chaos-Kultisten haben auch noch so einen Zombie-Vibe an sich, den sie wirklich nicht leugnen können.

Horden an sich sind dabei bereits ein zweites, großes Problem. Ich hacke mich zwar gerne durch unterlegene Gegner, aber wenn ich dabei ständig auf meine Gesundheit achten muss und darauf, nicht noch mehr Gegner anzulocken, schränkt das meinen Spielspaß doch deutlich ein.

Nun ist Vermintide bei all dem auch noch ein Vertreter der härteren Sorte:

  • Falsche Gasse genommen? Miniboss mit Oneshot-Mechanik.
  • Spieler feuert seine Donnerbüchse ab oder tötet einen Gegner nicht schnell genug? Horde von allen Seiten.
  • Ich muss Niesen, schließe meine Augen und öffne sie wieder? Miniboss MIT Horde.
  • Zumindest fühlt es sich genau so an…

Es ist also eigentlich ein Wunder, dass mich Vermintide so sehr begeistert.

Warum liebe ich es trotzdem?

Das ist das Beste an Vermintide 2: Zuallererst einmal bin ich ein riesiger Fan von Warhammer, sowohl Fantasy als auch 40k. Das ganze Universum ist einfach herrlich erdacht mit tiefer Story und umgesetzt in ernster, teilweise sehr brutaler Fantasie für Erwachsene. Genau mein Ding.

Allein ein Warhammer-Skin für Left4Dead hätte aber wohl nicht gereicht, um mir Vermintide schmackhaft zu machen. Das hat erst ein zweiter Faktor geschafft: der Humor.

Vermintide 2 hat einen pechschwarzen Humor, der nichts ernst nimmt.

Warhammer Vermintide 2 Kerillian Waystalker
Die Elfe Kerillian hat immer ein paar spottende Bemerkungen für die „unfähigen“ Menschen auf Lager. Allein darum spiele ich sie schon liebend gerne.

Die Charaktere haben eine so einzigartige Dynamik miteinander, verspotten sich gegenseitig und geben sich so spitze Kommentare, dass ich das ein oder andere Mal sogar gestorben bin, weil ich wegen einer Bemerkung lachen musste. Da ich selbst einen recht derben Humor habe, ist das genau mein Ding.

Zuletzt hat mich die Optik überzeugt. Ich finde Vermintide grafisch ohnehin äußerst hübsch, aber die Art und Weise, wie die Städte oder die eigene Burg gestaltet sind, haben einen sehr authentischen Stil, der mich schnell tief ins Spiel eintauchen lässt.

Dass ich dabei nervige, sprechende Ratten enthaupten und fast buchstäblich im Blut meiner Gegner baden kann, ist ein netter Neben-Effekt der detailreichen Grafik.

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Im Test der GameStar zum Release schneidet Vermintide ziemlich gut ab. Hier gibt es auch Gameplay zu sehen.

Das macht es besser als die anderen Koop-Games: Vermintide 2 schafft es für mich allerdings auch, das Spielprinzip mit solchen Facetten zu verändern, dass es mir gefällt. Schuld daran sind vor allem drei Dinge:

  • Der Nahkampf – Es fühlt sich einfach besser an, mit Äxten oder einem mannshohen Zweihänder durch Fluten an Gegner zu waten und sie dabei wie Korn niederzumähen
  • Fantasy-Klassen und -Charaktere – Das mag eine persönliche Einstellung sein, aber diese Art an Spiel fühlt sich so an, als wäre sie gemacht für ein Fantasy-Setting. Zauber, Elfen und Zwerge sorgen für eine gewisse Diversität und damit für eine viel bessere Dynamik, als es vier Menschen mit unterschiedlichen Knarren könnten
  • Die Vielfalt der Gegner – Anders als ihre Zombie-Konterfeis aus anderen Spielen, haben selbst die einfachen Gegner in Vermintide Unterschiede. Hier trägt mal einer einen Schild, den ich umgehen muss, da ist mal eine Ratte mit Helm, die einfach nur optisch anders aussieht. Kaum ein Gegner ist gleich

Ich würde dabei fast soweit gehen, zu sagen, dass andere Spiele mit dem gleichen Prinzip von Vermintide 2 lernen könnten. Deswegen sind meine Hoffnungen in das kommende Warhammer 40k: Darktide auch so groß. Ich hoffe sehr, dass es sich alle positiven Aspekte von Vermintide nimmt und diese in ein 40k-Szenario übersetzt.

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Darktide wird hoffentlich genau so gut wie Vermintide.

Lohnt sich Vermintide 2?

Vermintide 2 ist eines unserer besten Koop-Spiele 2020. Allein das zeigt schon, dass es sich jeder mal ansehen sollte, der Lust auf ein Spiel mit Freunden hat. Allerdings lohnt sich ein Blick auch für Solo-Spieler.

Auf Steam gibt es noch immer über 4.000 Spieler im Durchschnitt mit 7.348 Spielern in der Spitze (via steamcharts, die letzten 30 Tage, Stand 10. August). Das schwankt zwar etwas, jedoch sollte es für niemanden ein großes Problem sein, öffentliche Gruppen zu finden.

Einzig der Einstieg könnte etwas hart sein. Zum einen ist das Spiel an sich schon bockschwer, zum anderen sind vermutlich etliche Spieler nur noch in den höchsten Stufen unterwegs oder mähen sich problemlos durch jedes Level.

Amüsant und bockschwer – Überlebt Ihr in Warhammer: Vermintide 2?

Dabei geht für Neueinsteiger das Gefühl der anfänglichen Schwierigkeit verloren und das Kennenlernen der Klassen und Mechaniken fällt etwas flach. Spätestens nach einigen Spielstunden sollte sich das aber gelegt haben und der Weg in die härteren Missionen lohnt sich wirklich.

Zuletzt ist Vermintide eines der besten Endzeit-Spiele. Dieses Setting ist noch weitgehend unverbraucht, abseits von Zombies, bietet aber herrliche Stories und einzigartige Atmosphären. Wer auf das beklemmende Gefühl steht, dass irgendetwas nicht stimmt und dass überall Gefahren lauern, der ist bei Vermintide genau richtig.

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Spielen wir das gleiche Vermintide 2? Freue mich jedes Mal wenn überhaupt nen Miniboss im Level auftaucht

Divine

Kannst ja mal den Twitchmode spielen, da hast Bosse bis zum abwinken 🤣

Gina

Das Problem ist bei solchen Spielen, dass man mit anderen Leuten zusammenspielen muss. Andere Spieler sind zu 99% Idioten.

Paulo (Mr Kermit001)

Oh ja gebe dir recht, wir sind nicht schuld 😂

Divine

Das hast überall, aber so durch die Bank waren die 90% der Zeit nett, zwar auch Deppen dabei aber trotzdem nett.

TNB

Vermintide 2 war zum Release eine Katastrophe. Verbuggt ohne Ende und kaum Inhalte, dazu haben die Entwickler auch schon beim ersten Teil nie ihre versprechen gehalten und die Spieler belogen.

Mir kommt nie wieder ein Spiel auf die Platte von diesen unseriösen Entwicklern. Ich liebe das Warhammer Universum, aber alles hat seine Grenzen.

Cameltoetem

Umso mehr freue ich mich das sie nun ein 40k Spiel machen. 🙂

VoodooNimbul

Das selbe Prinzip, aber Warhammer 40k: Spacehulk Deathwing.
Persönlich finde ich es nicht besser, als Vermintide, aber Spass macht es trotzdem

Divine

Unterschreib ich so.
Selbst nach ~1.200 Stunden spiele ich es nach wie vor regelmässig und vor allem gerne.

Wer sonst nich ein sehr interessantes coop Spiel sucht dem kann ich zudem Deep Rock Galactic sehr empfehlen (wundert mich das Mein-mmo zu dem Spiel noch keinen Artikel hatte 😉)

Bodicore

Ich Stimme absolut zu. Es ist nur ansatzweise ein Left4Dead (welches ich übrigens auch nicht mag)

Wahammer Vermintide 2 ist ein Spiel dass ich dauerhaft installiert habe.
Es ist kein Spiel dass ich einen ganzen Abend spielen könnte/möchte aber alle paar Tage mal 2-3 Stündchen rockt absolut.
Es läuft allerdings meiner Meinung nach unterhalb seiner Möglichkeiten. Hätte es echte Skillbäume und ein Gearingsystem im Stil von PoE wäre das ganze halt einfach mal 300% cooler.

Was mir aber sehr gut gefällt an dem Spiel ist der Umstand, dass man immer aufmerksam sein muss um die Grabbler und Mages und Assasinen zu erwischen. Das ist dann auch der Grund warum random Multiplayer auch so viel Fun macht, manche Situationen sind einfach auch zum in die Tischkante beißen. Letztens war ich der letzte überlebende meiner Gruppe und sicher 0.03287 Sekunden bevor ich ein Gruppenmitglied hochgeholt hatte hat mich ein Sklaventreiber erwischt 😉

Divine

Bin nicht der Meinung das das Spiel unter seinen Möglichkeiten läuft.

Einfach was losskillen und mit Waffe X drauflos schnetzeln geht vielleicht bis Champion gut, in Legend wirds dann schon knackig und Cata kannst es dann total vergessen.

Bodicore

Klar, da bin ich deiner Meinung. Ich meinte nicht dass es spielerisch unterhalb der Möglichkeiten liegt. Das Aktive Blocken und Ausweichen und die Trefferzonen sind schon gut so wie sie sind. Ich hab insgesammt nichts zu meckern.

Ich finde es wäre halt irgendwie cooler wenn man RPG mässig mit offensiven und defensiven Stats rumspielen könnte die Skillbäume/Ausrüstungen sind doch sehr einfach gehalten.

Das Gesammtpacket des Spiels stimmt aber absolut und auch die Langzeitmotivation passt ob der interessanten Charakterspezialisierugen für mich auch ganz gut.

Ich spiel noch nicht so lange (70h) aber mit mehreren Klassen Cata ist für mich aktuell noch kein Thema.

Gina

Langzeitmotivation immer dieselben Levels over and over spielen?

Bodicore

Rouge-like wär natürlich cooler aber geht schon… Sind ja keine hässlichen Levels.

Divine

Die lvls sind die selben, aber die Gegnerspawns nicht.

Mal läufst easy durch manchmal is nach 5min ende, oder mit pech nach 20min an ner stelle wo nie probleme hattest. 😉

Divine

Ist dann halt alles auch ne Balance Geschichte.
Je mehr, desto schwieriger das unter zu bekommen.

Der aktuelle Grailknight ist, in guten Händen derzeit absolut OP und macht einiges trivial.

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