Twitch verkauft nun Status, den sich Streamer eigentlich verdienen müssen

Die Streaming-Plattform Twitch bietet Streamern jetzt einen direkten Weg an, sich den Status als „Affiliate“ zu kaufen. Bislang brauchten Streamer für diesen Status eine gewisse Zuschauerzahl, jetzt reichen auch 5 $.

Was ist das für ein Status? Es geht um den Status „Affiliate“ (eine Person, die zu jemandem gehört): Das ist der erste offizielle „Rang“, den man sich als normaler Mensch in der Zusammenarbeit mit Twitch verdienen kann.

Wer ein Affiliate ist, kann beginnen, mit Twitch Geld zu verdienen. So kann er etwa Abonnements erhalten, die Währung „Bits“ oder andere Features nutzen.

Der Rang „Affilate“ ist die Vorstufe zum begehrten „Partner-Rang.“

Um ein Affiliate mit Twitch zu werden, muss man eigentlich 4 Kriterien erfüllen (via twitch.tv). Man muss

  • 50 Follower aufweisen
  • 500 Minuten gestreamt haben
  • an 7 Tagen auf Sendung gewesen sein
  • durchschnittlich 3 gleichzeitige Zuschauer erreicht haben
Twitch-Affilate

Dann erst ist man dafür qualifiziert, ein „Affiliate“ zu werden. Das ist auf den ersten Blick nicht viel, aber auch 500 Minuten müssen erstmal gestreamt werden und es ist bei der riesigen Konkurrenz gar nicht so leicht, 3 gleichzeitige Zuschauer zu unterhalten, wenn man nicht gerade Mami, Papi und die Großeltern belabern kann.

In jedem Fall stellt der Rang „Affiliate“ die erste Hürde an, die der hoffnungsvolle Nachwuchs-Streamer erklimmen muss, bevor Ruhm und Reichtum auf ihn oder sie warten.

Twitch-Streamerin will nicht mehr, dass Fans ihr so viel Geld spenden – Führt Limit ein

Firma bietet 5$ für Affilate-Rang und tausende von Songs

Wie gibt es den Status jetzt? Twitch hat einen neuen Partner, die Seite „Monstercat“, einen Musik-Dienst. Wer dort für 5 $ im Monat ein Abo abschließt, kann nach 30 Tagen für den „Twitch Affiliate“-Status für sich beanspruchen.

Der Dienst Monstercat gibt Streamern die Möglichkeit, „tausende von qualitativ hochwertigen Songs“ in Live-Streams zu nutzen, wie die Firma selbst schreibt.

Die Partnerschaft von Twitch mit Monstercat ist also klar eine Reaktion auf den Stress, den Twitch mit der Musik-Industrie hat.

Das ist die Kritik an der Aktion: Die Aktion hat einen Beigeschmack. Denn auch wenn man nur wenige Zuschauer für den Affiliate-Status braucht, ist das doch eine komische Geschäftspraxis.

Twitch verkauft hier etwas, das man sich eigentlich erarbeiten muss und etwas, das sich zigtausende Streamer weltweit bereits erarbeitet haben. Zudem schlägt jetzt jemand Profit daraus, dass Twitch die „Urheberrechts-Krise“ so schlecht gemeistert hat.

Twitch hat so außerdem nun ein Modell, wo Nutzer „Geld ausgeben müssen, um Geld zu verdienen“ – das wird generell kritisch gesehen. Denn es garantiert ja keiner, dass ein Streamer die 5 $ auch wieder reinbekommt, für die er in Vorleistung tritt.

Viele nervt es jedoch vor allem, das dieses Modell jetzt als Reaktion darauf kommt, dass sich so viele Streamer über die Urheberrechts-Beschwerden ärgern. Denn da wünscht man sich von Twitch dringend bessere Lösungen als „schaltet die Musik bei Cyberpunk 2077 aus“ und „löscht alle Clips und Videos, die ihr je bei uns ins Netz gestellt habt“.

Streamer sagen:

  • „Ist das nicht irgendwie ein bisschen nicht gut, ein bisschen eklig, ein bisschen ausbeuterisch? Es ist deprimierend, dass die Plattform ein riesiges Problem für Streamer sieht und es als Möglichkeit betrachtet, Geld rauszuschlagen, statt als etwas, bei dem sie helfen muss.“ (via Twitter)
  • „Das sieht unglaublich unfair für alle Leute aus, die hart arbeiten mussten, um Affiliates zu werden und ich denke, es verringert den Wert davon, Affiliate zu sein, wenn man sich einkaufen kann.“ (via Twitter)
Twitch-Jambo

Der Ärger mit der Musik-Industrie beschäftigt Streamer seit einigen Tagen. Streamerinnen haben angefangen, gegen den Ratschlag von Twitch zu protestieren, „die Musik im Spiel doch einfach stumm zu schalten“, indem sie genau diesen Rat befolgten.

Mit hochamüsanten Ergebnissen:

Streamer protestieren gegen radikale Twitch-Empfehlung so, dass es Spaß macht

Quelle(n): kotaku
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Hamurator

Junge, Junge.

Twitch hat so außerdem nun ein Modell, wo Nutzer „Geld ausgeben müssen, um Geld zu verdienen“ – das wird generell kritisch gesehen. Denn es garantiert ja keiner, dass ein Streamer die 5 $ auch wieder reinbekommt, für die er in Vorleistung tritt.

Das ist nun schon Meckern auf extrem hohem Niveau. Für ein ordentliches Equipment geben nicht wenige gut Geld aus, aber bei 5 $ wird es dann kritisch. Mamma mia…

DojpSan

Finde es halt Sau lächerlich, sich einen Status kaufen zu können um auf Twitch Geld zu verdienen, wofür man eigentlich echt bißchen sich anstrengen muss, und die Aufgaben um normal affilate zu werden, sind jetzt nicht sonderlich schwer, habe vor kurzem endlich akekd geschafft, Und jetzt kann man affilate kaufen, naja ich weiß ja nicht so ganz.

Aeekto

Es geht hier nicht um den Status zu kaufen ansich, sondern es muss für den Gesetzgeber ein Kaufvertrag abgeschlossen werden für die Lizenzen, sonst kann die Musikindustrie weiterhin ihre DMCAs raushauen.
Damit die User überhaupt einen Anreiz dafür haben gibt es einfach die niedrigste Stufe zum Geldverdienen, die wirklich jeder ohne viel Einsatz mit Leichtigkeit erreichen kann… erst Oartner zu werden ist harte Arbeit, Affiliate war es noch nie (wer das behauptet redet Bockmist).
Borteil für die Streamer ist jetzt, dass sie nun bereits mit einem Follower schon paar cent verdienen können.
Jeder, der sich darüber aufregt ist entweder neidisch oder schafft es nicht über den Tellerrand hinwegzusehen.

JennyH

Hmm naja es gibt halt sehr viele sehr sehr kleine streamer die twitch direkt kein Geld machen.
So tun sie es

Rastla

wie soll ein streamer der keine 50 follower hat und keinen durchschnitt von 3 zuschauern schafft denn geld mit twitch verdienen? geschweige denn die 5€ zurückverdienen?

Mac31

„Affiliate“ war immer das erste Erfolgsziel beim Lern- und Wachstumsprozess eines Streamers. Als Werbeaktion für den neuen „Partner“ Monstercat, den Status für ein Monatsabo mitzugeben, finde ich recht unglücklich gelöst.
Am DMCA-Problem löst auch ein Monstercat-Abo wenig, das ist mehr die unklare Lizenzsituation bei vielen Games, ganz zu schweigen von den Outdoor-Streamern.

Nico

naja die musik titel die da vlt angeboten sein mögen nicht schlecht sein, das problem die meist gut passende musik in den Spielen auszustellen bleibt trotzdem bestehen

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