The Elder Scrolls Online: Tweaken statt Twinken

Die Pläne für das Endgame von The Elder Scrolls Online sind bekannt und geben unserem Tester Schuhmann einiges zum Grübeln.

Ich gebe es ja zu, ich bin ein Twinker. Nicht gleich am Anfang! Sobald ich in einem Spiel das Max-Level erreicht habe, schaue ich mich natürlich erstmal auf der Stufe um. Aber wenn dann ein bisschen Zeit verstrichen ist, mache ich mir doch einen Twink. Das war in Dark Age of Camelot schon so und in World of Warcraft nicht anders.

Mein Name ist Schuhmann und ich bin Twink-a-holiker

Am Anfang hab ich mir eingeredet, dies diene einem höheren Zweck. Im PvP-lastigen Dark Age of Camelot hatte ich meine eigene Gank-Squad und musste genau wissen, was die anderen Klassen überhaupt können, um sie mit Autorität nach jedem Wipe zusammenzufalten.

Wie sollte ich das rauskriegen, ohne andere Klassen auch wirklich zu spielen? Und war es nicht auch notwendig und folgerichtig, sich einmal in den beiden anderen Reichen umzuschauen, um zu kapieren, wie die Klassen der verhassten Feinde so funktionieren? Musste man nicht wie ein Fels leben, um zu verstehen, wie ein Fels denkt? (Ganz schön Zen, oder?)

World of WarcraftIn World of Warcraft hingegen hab ich getwinkt, um alle möglichen Handwerksberufe hoch zu pushen, damit ich mir zur Not alles hätte herstellen können, wenn die Zombieapokalypse jeden anderen Spieler auf der Welt gehascht hätte (hätte jeden Moment passieren können!).

Ich konnte mir die Zeit vertreiben und mir die exzellenten Startgebiete der verschiedenen Rassen ansehen, die mir sonst verwehrt geblieben wären.

Gut, auch da hab ich mir eingeredet, ich täte das für einen höheren Zweck. Ein Heiler-Twink musste her, wenn im Gilden-Raid mal wieder etwas schief gehen würde. Und als dann ständig etwas schief ging, wurde der Twink halt zum ungeliebten neuen Main-Char.

Kalter Twink-Entzug bei The Elder Scrolls Online

 

Bei The Elder Scrolls Online wird das alles nicht nötig sein. Mein Char kann auf der Maximalstufe 50 einfach in die Gebiete der anderen beiden Fraktionen stolzieren und dort in einer verschobenen Phase die Quests durchboxen – mit angepasstem Schwierigkeitsgrad natürlich. Abwechslung im Spielstil bietet mir ein einziger Charakter: Denn ich kann mit einem Char alle möglichen Kombinationen an Waffen und Rüstungen ausprobieren.

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Also wird es ein Charakter sein, den ich immer weiter ausbauen und verfeinern kann, statt einer ganzen Familie. Ich denke: Ich kann damit leben. Schon The Secret World hat mich mit einem ganz ähnlichen System darauf vorbereitet.

Für mich waren die Twinks oft nur ein Zeichen von steigender Langeweile. Die schönsten Erfahrungen verbinde ich in jedem MMORPG mit meinem Main-Charakter.

Jedes Mal, wenn ich mich mit einem Twink einlogge, komme ich sofort ins Grübeln. Was muss ich tun, um diesen Husarenritt überhaupt im Ansatz auszuhalten: Verabreiche ich mir intravenös Koffein oder lasse ich es gleich sein?

Statistiken lügen nicht

Ich habe in all den Jahren meiner MMORPG-Laufbahn noch nie, wirklich nicht, einen zweiten Charakter auf das Endlevel bringen können. Meistens sah es so aus, dass ich einen Main mein Eigen nennen konnte, sagen wir mal Level 60, und neben ihn hatte ich 2 Twinks mit unglaublich viel Mühe auf 12 und 17 hochgespielt. Stolz wie Oscar war ich da ja schon fast!

Eine Ausnahme stellt Runes of Magic da, aber das lasse ich mal nicht gelten, weil ich den Charakter zum großen Teil mit sogenannten Erfahrungssphären nach oben geschummelt habe. Das war dann aber auch kein Twink mehr, sondern wurde zu meinem Main, weil ich einfach mal was Neues ausprobieren wollte. Meine ganze Aufmerksamkeit galt fortan allerdings auch nur diesem Charakter.

Twinks hochspielen? Klar, nur meins ist es nicht…

Ich möchte hier niemandem zu nahe treten, absolut nicht. Es gibt natürlich viele Gründe, einen Twink zu erstellen und es existieren nicht gerade wenig Spieler, die Spaß daran haben, auch mal andere Rollen zu spielen oder andere Bereiche des MMORPGs kennenzulernen. Das ist schön!

In Star Wars: The Old Republic kam ich der Versuchung sogar sehr nahe. Aber die immer gleich aussehenden Planeten ein zweites Mal erleben und meinen Jedi Wächer in Stich lassen? Nein, das konnte irgendwann nicht mehr übers Herz bringen und verzichtete folglich auf eine multiple Persönlichkeit.

Ich schließe mich Schuhmann an. Bei mir ist der erste Twink häufig ein Zeichen dafür, dass das Spiel mich langweilt. Denn eigentlich ziehe ich es vor, nur einen Charakter zu spielen, mich mit diesen vollends zu identifizieren und nach und nach zu perfektionieren, so weit es mir eben möglich ist.

Ein Charakter, aber bitte mit Abwechslung

The Elder Scrolls Online

TESO wirbt mit einer tiefen Charakterentwicklung.

Aus diesem Grund finde ich Klassensysteme toll, die mir viele Möglichkeiten bieten, einen Charakter in mehrere Richtungen spezialisieren zu können. Gute Beispiele hierfür sind Rift, Final Fantasy XIV: ARR und hoffentlich auch The Elder Scrolls Online.

Schlimm finde ich hingegen das Klassensystem von Tera, um mal ein negatives Beispiel zu nennen. Seit 2 Jahren spielt sich mein verdammter Castanic Zerstörer gleich. Ich kann mit ihm weder eine andere Rolle einnehmen noch auf einen anderen Kampfstil wechseln. Buh, wenn nicht nur das Kampfsystem so geil wäre! Eine tiefgründige Charakterentwicklung muss schon sein!

Der Idealfall…

Summa summarum finde ich es also am besten, wenn ich mit einem Charakter in der Lage bin, mehrere taktische Rollen auszuüben. Heute Tank und morgen DD? Warum nicht! Dafür farme ich auch gerne die jeweiligen Rüstungen, womit ich über eine längere Zeit beschäftigt bin und mir Ziele setzen kann. Und wenn man mir in Aussicht stellt, vielleicht auch mal andere “Skillbäume” in Betracht zu ziehen, die eine komplett andere Spielweise ermöglichen, dann werde ich umso glücklicher.

The Elder Scrolls Online kommt dem sehr nahe, zumindest sieht es danach aus.

Wie seht Ihr das? Seid Ihr Twinker oder steht Ihr darauf, einen Haupthelden immer weiter zu verbessern? Freut Ihr Euch, mit einem Helden alle drei Reiche in The Elder Scrolls Online zu bereisen? Oder hättet Ihr am Ende der Reise angekommen, lieber eine neue Spielfigur begonnen?

Erzählt uns von Euren liebsten Twinks und den verhassten!

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Gerd Schuhmann

Noch eine Anmerkung von mir zu der Sache. Fairerweise muss man ergänzen: Mit The Elder Scrolls Online steht die ruhmreiche Rückkehr der Craft- und Banktwinks an. Da kursieren schon einige seltsame Methoden, um Limits und Spielentscheidungen im Spiel zu umgehen … wir wollen sie jetzt nicht noch promoten, aber – ist die Frage, ob das alles in der Form so bleibt.

Ein möglichst offenes und freies Skill-System und die Min/Maxer bei MMORPGs, die jedes Hintertürchen sofort nutzen, ist schon eine Kombination mit Zündstoff. Vielleicht gehen wir in Zukunft mal darauf ein, im Moment haben wir ja schon relativ viel über Bugs und Exploits berichtet – da brauchen wir alle mal eine Pause.

Judah

Naja, ich bin auch ein MMO-Viel-Twinker (in WoW 11 90er so ganz ohne Boost) und für ESO hatte ich mir fest vorgenommen nur einen Char zu spielen, weil ich endlich mal in die Tiefe und nicht in die Breite spielen wollte.

Leider gab es dann so unglaublich viel Mats, dass meinem Char in die Hände gefallen ist und in Konflikt dazu stand, dass man ja mit einem Charakter eigentlich nur zwei Berufe ausskillen können soll. Dazu kam noch, dass natürlich alle Klassen und Allianzen kennengelernt werden wollen (und zwar als Lowlevel und nicht als Highlevel!^^). Dann noch muss ich doch alle Meine Lieblings-Charakter-Namen vor fremden Zugriff schützen etc.

Nun ja, nun habe ich wieder x-Twinks. Leider teilen sich alle Charaktere ein Bankfach, was auf der einen Seite Vorteile hat (jeder hat Zugriff auf alles), aber eben auch Nachteile, es ist immer bis zum Ende gefüllt….

Gerd Schuhmann

Ich hab auch erst gedacht, es wär viel zu wenig Platz. Dann kam ich an einen Backpack-Händler, bei dem ich den Rucksack vergrößern konnte, und hab rausgekriegt, dass man mit Sachen, die in der Bank liegen, craften kann, und dann war es okay. Das Bankschließfach kann man ja auch erweitern.

Aber schon in der ersten Woche gehörig am Twinken? Respekt! Klarer Fall von Twinkaholic. 🙂

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