Lohnen die Geheimaufträge in The Division 2, die am 40€-Jahrespass hängen?

Bei The Division 2 brachte der neue Patch frische Inhalte für Solo-Spieler: die Geheimaufträge. In denen fühlt man sich wie Rambo, obwohl sie eigentlich Wert auf die Story legen sollten. Die Geheimaufträge waren einer der Hauptinhalte für den 40€-Jahrespass.

Was sind die Geheimaufträge? Zum Start des 40€-Jahrespasses bei The Division 2 hatte Massive angekündigt, „Classified Assignments“ zu bringen. Insgesamt sollen Besitzer des Jahrespasses 8 dieser „Geheimaufträge“ spielen können.

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Die Inhalte aus dem Jahrespass – hier sind auch die Geheimaufträge.

Man wusste wenig darüber. Es hieß, es seien „8 geheime Aufgaben gemeint, die den Sturz von D.C. thematisieren.“

Mit dem Patch 3.0 am Dienstag kamen die ersten zwei ins Spiel.

Die heikle Sache mit dem Jahrespass

Das war die Frage vorher: Die Situation bei Geheimaufträgen ist ein heikel und birgt Konfliktpotential, denn:

  • die Missionen sind neuer „Content“, der am 40€-Jahrespass hängt
  • von Massive hieß es aber, im Jahrespass seien eigentlich nur „Goodies“ drin und nichts, was man zwingend braucht, um The Division 2 zu genießen

Die Aufträge dürfen also nicht „zu gut“ sein, damit sich Leute nicht genötigt fühlen, für den Pass Geld auszugeben aus Angst, was zu verpassen. Denn es wurde ihnen versichert, dass sie genau das nicht müssen und DLCs in The Division 2 kostenlos sind.

Die Aufträge müssen aber gut genug sein, dass sich Jahrespass-Spieler nicht gelinkt fühlen. Eine komischer Spagat.

Wie geheim sind die Aufträge? Die Aufträge sind überhaupt nicht geheim. Wenn man einloggt, wird man zu einer blauen Zone geschickt, dort ist der Eingang zwar nicht direkt markiert, aber einfach zu finden.

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Das National-Bond-Waffenlager ist die 1. Geheimmission in The Division 2.

Der erste Auftrag ist in der Nähe des Weißen Hauses, die zweite Mission erschließt sich nach dem Abschluss der ersten.

Ich hab etwa eine Minute oder vielleicht zwei gebraucht, um den Eingang zu finden – und mein Orientierungssinn in The Division 2 ist sonst echt mies. Bis ich ein Ziel für ein Kopfgeld gefunden habe, brauch ich ewig.

Wie spielen sich die Geheimmissionen? Das sind coole, kleine Missionen, die wie „Solo-Abenteuer“ daherkommen. Man kann sie allerdings auch in einer Gruppe spielen – doch der Schwierigkeitsgrad bleibt wohl auf „normal.“

Der erste Auftrag spielt in einer Bank, der zweite in einem Theater. Man freut sich als Agent, eine neue Umgebung zu sehen, aber spielerisch herausfordernd sind die Missionen nicht.

The-Division-2-Geheimauftrag-Bank

Man fräst sich durch die Gegner wie ein dickes Kind durch Erdbeerkuchen (oder wie ich mich durch Erdbeerkuchen fräse). Ich hab mich stellenweise gefühlt wie in einem Arcade-Shooter und nicht wie in The Division 2.

Wenn man es gewohnt ist, Gruppen-Missionen zu spielen, sich ständig zu verkriechen und vorsichtig zu spielen, war das eine Umstellung. Ich hatte das Gefühl, ich spiel die Missionen wie Rambo und die normalen Rotbalken kippen um, wenn ich nur ungefähr in ihre Richtung ziele.

Das trägt nicht dazu bei, dass eine beklemmende Atmosphäre entsteht, auf die das Szenario abzielt.

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Ziemlich fies: Im Theater dienen die Geiseln offenbar als Zielübungen.

Was hat das mit dem „Fall von DC“ zu tun? Die Missionen an sich haben wenig damit zu tun. Die Aufträge sind im Prinzip „Hier haben sich True Sons (Bank) oder Hyänen (Theater) eingenistet und der Agent muss sie ausschalten.“

Dazu gibt es noch eine kleine Story, damit die Mission dringender wirkt, aber so besonders ist das nicht.

Doch in den Missionen finden sich je 4 Aufzeichnungen, die über Audio eine Geschichte erzählen, wie die Institutionen von D.C. versagen:

  • Die Bankangestellten werden angewiesen, das Geld zu verbrennen, aber machen genau das Gegenteil und wollen sich selbst Vorteile sichern. So tragen sie dazu bei, die Dollar-Grippe zu verbreiten
  • Im Theater wird die Geschichte einer versagenden Polizei erzählt und wie aus Nachbarn plötzlich Bestien werden

Beide Geschichten sind kurz und gut gemacht. Sie entsprechen dem, was man sonst aus The Division 2 kennt. Schön ist hier, dass die Geschichten kompakt erzählt und zu finden sind. In der offenen Welt muss man die ja häufiger zusammenpuzzeln.

Dazu sind noch Anhänger für den Rucksack zu finden.

Die Aufzeichnungen sind auf der Karte deutlich markiert – für zwei muss man ein bisschen mitdenken und kleinere Rätsel lösen, aber es ist fast unmöglich, die Aufzeichnungen zu verpassen. Zumal man am Missionsende noch gefragt wird, ob man schon alle 5 Gegenstände gefunden hat und gehen möchte.

The-Division-2-Geheimauftrag

Das ist meine Einschätzung: Ich hab beide Missionen gestern kurz durchgespielt – die sind keine große Sache. Die Missionen sind klar strukturiert, Gegner kommen in Wellen – viele Rote, am Ende ist mal ein Elite dabei.

Die zweite Mission ist deutlich knackiger als die erste, aber immer noch einfach. Könnte sein, dass sie mir nur deshalb schwerer vorkam, weil ich zu dem Zeitpunkt völlig im John-Wick-Modus war, gar keine Deckung mehr gesucht, sondern nur noch wild rumgeballert habe.

Die Storys und die Missionen fand ich interessant und kurzweilig und ich werde auch die nächsten 6 Missionen spielen, mir da die Story anhören und die Umgebung anschauen.

Beim Loot war für mich nichts Weltbewegendes dabei, aber ich bin da auch ganz gut ausgerüstet.

Man soll die Mission dann in den nächsten Wochen weiter abschließen können, aber so richtig sinnvoll scheint mir das nicht zu sein. Ich seh im Moment keinen Grund, da noch mal reinzugehen oder es mit mehreren zu spielen.

Es kann aber sein, dass es für Spieler mit niedrigerem Gear-Score lohnend ist – nur dürften zum jetzigen Zeitpunkt doch recht viele auf 500 sein.

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Das war der Loot eines der Endbosse. (ich hab Gearscore 500 hier).

Geheimaufträge sind „mehr vom selben“ bei The Division 2

Lohnen sich die Geheimaufträge? Die Geheimaufträge sind kleine, unterhaltsame Mini-Storymissionen, ohne große Herausforderung, um noch mehr Geschichte und Orte von The Division 2 zu sehen, die in der Qualität dem Grundspiel entsprechen.

Wer nicht genug von The Division 2 bekommen kann, für den sind die Geheimaufträge sicher eine gute Sache:

  • Die Geheimaufträge sind auf jeden Fall eine nette Dreingabe für Spieler, die den Jahrespass ohnehin schon haben.
  • Wer aber überlegt hat, sich extra dafür den Jahrespass zu holen, der verpasst nichts Weltbewegendes, wenn er auf den Kauf verzichtet.

Es ist bislang so, wie Massive sagte: Der Jahrespass von The Division 2 ist nicht notwendig, man kommt auch gut ohne ihn aus.

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