Grünes Blut, 100 Mio $ und Microsoft – PUBG Mobile will Zensur-Verbot umgehen

Die Jugend von Indien ist verrückt nach PUBG Mobile (PlayerUnknown’s Battlegrounds Mobile), doch die Behörden dort haben das Spiel verboten. Jetzt macht die PUBG Corp. einen neuen Anlauf und will ihr Spiel so anpassen, dass es in Indien wieder gespielt werden darf. Das Besondere: Die Änderungen kommen in Rekordzeit und sind radikal.

Was ist das mit PUBG Mobile und Indien? Indien ist kein traditioneller Gaming-Markt. Weder Konsolen noch PCs konnten sich dort wirklich als Spiele-Plattform durchsetzen. Erst leistungsfähige, günstige Smartphones erschlossen in den letzten Jahren das riesige Land (1,38 Mrd. Einwohner) als Spiele-Markt.

Der erste große Hit in Indien war PUBG Mobile. Vor allem die Jugend des Landes war verrückt nach dem Shooter. Das entwickelte sich regelrecht zum Kult:

PUBG Mobile Titel.v1
Indien ist verrückt nach PUBG Mobile.

Doch Behörden und Medien beobachteten den Shooter mit wachsender Skepsis. Er war einigen „zu gewalttätig“ und passte nicht zu den Werten Indiens, konnte man Medienberichten entnehmen. Außerdem wirkte der Mobile-Shooter auf die Jugend regelrecht suchterzeugend, wie man kritisch feststellte.

Es kursierten Berichte, wie schädlich und geradezu verheerend „PUBG“ für die Jugend Indiens sei. Man berichtete sogar von bizarren Todesfällen, die durch PUBG verursacht wurden: So soll ein Teenager Säure statt Wasser getrunken haben, weil er so in PUBG vertieft war.

Im September 2020 verbot Indien dann sogar PUBG Mobile, zusammen mit vielen weiteren Apps: Die Apps würden die nationale Sicherheit gefährden, hieß es.

Der Vorwurf lag nahe: Die Apps würden Daten sammeln und die nach China übermitteln. PUBG Mobile wurde in Indien von Tencent vertrieben, einem riesigen chinesischen Konzern.

Offenbar trugen Spannungen an der indisch-chinesischen Grenzen dazu bei, den Konflikt weiter zu befeuern.

Indien verbietet Spiel, das die Jugend liebt – Gefährdet nationale Sicherheit

Tencent ist raus, Microsoft drin und es gibt ein dickes Investment

So umgeht PUBG den Ärger durch China: Schnell war klar, die PUBG Corp. will PUBG Mobile unbedingt wieder nach Indien bringen.

Die PUBG Corp hat daher bereits kurz nach der Sperre in Indien angekündigt, sich von Tencent zu trennen. Man hat die Verbindung abgebrochen.

Als „neuen Partner“ hat sich die Firma nun Microsoft ins Boot geholt. Deren Dienst Azure will man nun nutzen, um PUBG in Indien flächendeckend zu verbreiten.

Dazu heißt es in einem Statement:

Die Sicherheit und Privatssphäre der indischen Spieler sind von höchster Priorität für die PUBG Corporation: Die Firma wird regelmäßige Prüfungen und Verifizierungen durchführen, um die Sicherheit der persönlichen Informationen indischer Nutzer zu gewährleisten und sicherzustellen.

Wahrscheinlich schadet es auch nicht, dass die Mutterfirma der PUBG Corp. angekündigt hat, kräftig in Indien zu investieren. KRAFTON will 100 Millionen $ ausgeben, und sie in die „Videospiel-Infrastruktur“ in Indien zu stecken.

Man plant etwa ein Büro zu eröffnen, das mehr als 100 Leute beschäftigen soll.

Zwangskleidung, Spielzeit-Limit und grünes Blut

So verändert sich das Spiel: Es gibt außerdem noch drei Änderungen am Spiel, um „die Bedürfnisse und Vorlieben der indischen Nutzer“ zu reflektieren.

  • Blut ist ab sofort in Indien grün
  • Es gibt ein Spiel-Limit, dass es erlaubt, „in für Teenager gesundem Umfang gespielt zu werden“
  • Spieler starten PUBG Mobile nicht mehr in Unterwäsche, sondern schon mit einem Outfit

Wann „PUBG Mobile India“ erscheint, ist im Moment noch nicht klar.

Dr Disrespect und sein „Mobile Gamer sind keine echten Gamer“

Das steckt dahinter: PUBG Mobile erreichte vorm Bann 50 Millionen Nutzer im Monat in Indien und erschuf eine richtige E-Sport-Szene. In Indien gibt’s etwa mit „Sc0ut“ einen YouTuber, der durch PUBG Mobile groß wurde und dort ähnlich bekannt ist wie Dr Disrespect bei uns.

Daher war es für PUBG Corp. enorm wichtig, das Spiel schleunigst wieder auf den Markt zu bringen.

So dauert es offenbar nur sehr kurze Zeit, um solche gravierenden Änderungen durchzuführen und das Spiel auf Indien „anzupassen.“

Seit dem Bann sind nur 2 Monate vergangen. So mancher Spieler wird sich wünschen, sein Game wäre mit radikalen Änderungen auch so schnell.

PUBG Mobile
PUBG mobile ist in Indien unheimlich erfolgreich.

2019 gab es eine regelrechte Kamapgne in indischen Medien darüber, wie gefährlich PUBG Mobile war und dass schon einige indische Teenager dabei ums Leben gekommen sind.

Einen der Berichte haben wir auf MeinMMO hier aufgegriffen, da soll PUBG 2 Männer bei den Bahngleisen das Leben gekostet haben:

PUBG Mobile wird für 2 Todesfälle in Indien verantwortlich gemacht

Quelle(n): techcrunch, dotesports
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Toblakai

off topic on-topic: Ein Zensur-Verbot wäre das Gegenteil einer Zensur… Oder?

Moncky

Stimmt es doch das echsenmenschen unter uns sind deswegen das grüne Blut

Chanjo

Ich trinke auch immer Säure wenn ich richtig in irgendwas vertieft bin.
Ehrlich Leute. Ich frage mich wirklich oft, wie die Perspektive aus der Sicht anderer Menschen so ist. Wie diese die Umgebung und ihr Umfeld so wahrnehmen.
Das ist jetzt auf Menschen allgemein bezogen. Viele Menschen sind so unfassbar doof.

Holzhaut

Grünes Blut erinnert mich an die 90er 😁

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