Polizist erschießt Unschuldigen nach Swatting – Was passierte danach?

Im Dezember 2017 wurde ein Unschuldiger, Andrew T. Finch, durch einen Polizisten erschossen. Die Polizei war von einem sogenannten „Swatter“ zu der Adresse geschickt worden, bei der sich der tragische Todesfall ereignete. Das Ereignis steht in Zusammenhang mit dem Computerspiel „Call of Duty“ und einer Wette über 2 US-Dollar.

Zu Weihnachten 2017 ereignete sich in Kansas ein schrecklicher Vorfall. Wir haben auf Mein-MMO damals darüber berichtet.

Nach dem jetzigen Kenntnisstand ist damals Folgendes passiert:

Über eine nichtige Wette in Höhe von 2 US-Dollar gerieten zwei Spieler von Call of Duty in einen Streit miteinander und drohten einander mit „Swatting“. So nennt man es, wenn man jemandem unter falschem Vorwand ein Einsatzkommando der Polizei auf den Hals hetzt.

Einer der beiden Spieler wandte sich an jemanden, der bekannt dafür ist, solche „Swatting“-Anrufe zu tätigen, und der schickte tatsächlich die Polizei von Kansas in höchster Alarmbereitschaft los. Der Swatter erzählte den Polizisten, er hätte seinen Vater erschossen, halte jetzt Mutter und Schwester als Geisel und überlege, alles anzuzünden.

Allerdings schickte der Swatter die Polizei zu einer falschen Adresse. Denn das eigentlich vorgesehene Swatting-Opfer, einer der Call-of-Duty-Spieler, hatte nicht seine eigene Adresse angegeben, sondern eine in seiner Nähe.

Die Polizei von Wichita, Kansas, rückte aus. Ein Polizist erschoss in der Folge einen 28-jährigen Mann, der an die Tür ging und angeblich eine „verdächtige Bewegung“ machte.

Das war der erste bekannte Swatting-Vorfall, bei dem ein Mensch ums Leben kam.

Der Vorfall ist nun 4 Monate her. Wir schauen uns an, was danach mit den Beteiligten geschehen ist.

Gesetz

Das Opfer – Ihm zu Ehren wird ein Gesetz benannt

Das Opfer des Swatting war der 28-jährige Andrew T. Finch. In seinem Namen wurde in Kansas ein Gesetz erlassen, das die Strafe deutlich erhöht, die verhängt werden kann, wenn sich im Zusammenhang mit einem Swatting ein Todesfall oder eine schwere Verletzung ereignet.

Vorher stand darauf nur „Fahrlässige Tötung“, dafür gibt es zwei bis elf Jahre im Gefängnis. Unter dem neuen Gesetz kann man dafür zehn bis 41 Jahre ins Gefängnis gehen.

Das Gesetz „Andrew T. Finch Act“ wurde am 12. April vom Gouverneur unterschrieben und ist jetzt in Kraft (via KSN).

Die Familie des Opfers

Die Mutter des Opfers, Lisa Finch, glaubt, dass der Tod ihres Sohnes mit dem Gesetz wenigstens etwas Gutes hat. Sie glaubt, das Gesetz könne Leben retten.

Die Familie hat eine zivilrechtliche Klage gegen die Stadt Wichita und die Polizisten eingereicht (via CBSNews).

Der Polizist – Hält tragisch „Hose hochziehen“ für „Waffe ziehen“

Gegen den Polizisten, der geschossen hat, wird vom Bezirks-Staatsanwalt keine Anklage erhoben. Das ist das Ergebnis der Untersuchung.

Von dem Vorfall wurden angeblich 80 verschiedene Videoaufnahmen gesichtet. Die Polizisten sagen aus, sie hätten dem Opfer mehrfach gesagt, er solle die Hände heben. Der sei der Aufforderung aber nicht nachgekommen, sondern hätte mehrfach zum Gürtel gegriffen.

Die Polizisten, die näher am Opfer standen, hätten geglaubt, dass er mehrfach seine Hose hochgezogen hatte. Für den Polizisten, der letztlich schoss, und für einige andere, die weiter entfernt standen, habe es aber so gewirkt, als hätte er zu einer Waffe gegriffen. (via Wichita Eagle)

Der Staatsanwalt sagt. „Der Schuss hätte nie abgegeben werden dürfen. Aber die Entscheidung des Polizisten basierte auf dem gefälschten Anruf.“

Man müsse die Beweise nach den Umständen prüfen, die damals vorherrschten und mit dem Wissen des Polizisten zu der Zeit. Im Nachhinein sei man immer klüger.

Der Swatting-Anrufer: Ich bin ein eGott

Der vermeintliche Swatting-Anrufer, Tyler Barriss (25), wird für fahrlässige Tötung angeklagt und sitzt seit dem 11. Januar im Sedgwick County Jail ein. Barris wartet dort auf seine Verhandlung. Ihm drohen unter der jetzigen Rechtslage 2 bis 11 Jahre Haft.

Im Gefängnis gab es im April 2018 einen bizarren Vorfall. Durch ein Software-Upgrade im Kiosk des Gefängnis, das falsch ausgeführt wurde, konnten Gefängnis-Insassen für eine Zeitspanne von wenigen Minuten das Internet benutzen. Normalerweise können sie über das Kiosk nur ihren Gefängnis-Kontostand checken und haben keinen Internet-Zugang.

Den Fehler im System nutzte Tyler Barris dazu, um einige Tweets abzusetzen. Im ersten fragte er: „Wie kann ich im Internet sein, wenn ich immer noch im Gefängnis bin. Oh, das liegt daran, dass ich ein eGott bin!“

https://twitter.com/GoredTutor36/status/982258000223072259

Im zweiten Tweet fragte er: „Okay, wer hat hier Mist über mich erzählt! Euer Arsch wird geswattet.“ (via Wichtia Eagle.)

https://twitter.com/GoredTutor36/status/982262894367621126

Die Call-of-Duty-Spieler

Die Call of Duty-Spieler, die wegen der Wette all das Unglück ausgelöst haben, wurden nicht belangt.


Update 24.5.: Es gibt neue Entwicklungen  zum Vorfall:

Call of Duty: Wegen ihrer 2$-Wette starb jemand, nun drohen 20 Jahre Haft
Quelle(n): massivelyop
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Insane

Ich bin irritiert.

Wieso wurde der Anstifter zu einer Straftat hier ignoriert? Wenn ich einen Schläger zu meinem Erzrivalen entsende, werde ich doch auch verfolgt, oder nicht? Oder hat es möglicherweise etwas damit zu tun, dass es keine Entlohnung gab?

Max

Die Tweets werden 100% ins Urteil einfließen. Dümmer als ein Stück Schxxxx der Typ. Unglaublich!

Psycheater

Aufgrund seiner Tweets sollte er schon die mögliche Höchststrafe bekommen; da von Reue keine Spur ist…wobei, er wurde ja bestimmt „gehackt“. Ist doch immer so wenn man Bullshit schreibt ;-P

Kendrick Young

Das manche Menschen kein Reue Gefühl haben bzw überhaupt gefühle haben?

Erst die letzten jahre dieser Swatting Trend neuerdings dieses striptease trend von schwestern und freundinnen den man überall liest.

Verrückte Welt

Warum unterschreibt der Gouverneur von Texas ein Gesetz aus dem Bundestaat Kansas?

Gerd Schuhmann

Jau, ist Kansas.

Parthman

@Schuhmann: Da steht in dem Text: “Barris wartet er auf seine Verhandlung.” Da fehlt doch was ^^

Gerd Schuhmann

Das “er” ist zu viel.

Parthman

Oder ist zu viel 😀

Alastor Lakiska Lines

Der Typ weiß, dass er den Tod eines Menschen zu verantworten hat und zeigt keine Reue….Höchsstrafe mit anschließender Brandmarkung im Gesicht. Bei solchem menschlichen Abschaum muss man drakonisch handeln.

Jokl

Der wilde Westen ist vorbei!
Brandmarken… sag mal in welcher Zeitepoche lebst du?
Sollte man dich gerade erst aufgetaut haben, wir begeben uns wenn möglich schon lange nicht mehr auf das Niveau der Täter!

Alzucard

Wer seine soziopathie nicht behandelt.

Alastor Lakiska Lines

Erstens ist Soziopathie nicht behandelbar (im übrigen bin ich kein Soziopath…zu mindest nicht der Definition nach)….und zweitens bin ich nur der Meinung dass man Leute entsprechend ihrer Verbrechen bestrafen sollte.
Wer aus der Anonymität heraus anderen schadet, dem soll seine Anonymität genommen werden.

*außer dass ich bei solchem Abschaum eine niedrige Toleranzgrenze habe, aber dafür großes Aggressionspotential aufweise

Alzucard

Dich mein ihc garnicht lol den typen der den swatting anruf gemacht hat. soziopatzhie ist natürliuch nciht behandelbar, aber theraoie etc helfen

Alastor Lakiska Lines

Für einen Menschen der aus der Anonymität heraus das Leben eines anderen Menschen wissentlich riskiert hat (und es dann zum Tod kam) ist es die passende Strafe. Man nimmt ihm durch eine offene für jederman sichtbare Kennzeichnung seine Anonymität auf der Straße für alle Zeit. Nur so kann man solche Verbrechen langfristig unterbinden.

Carti

Ich hoffe er bekommt die mögliche Höchststrafe. Selbst wenn es nicht 41 Jahre sind, 11 Jahre sind können sich auch brutal ziehen. Zumindest kann man sich sicher sein das sein Leben durch die Haft restlos versaut ist. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe ist es in den USA ziemlich schwer mit so ner Vorgeschichte überhaupt noch ein Bein auf den Boden zu bekommen

Marc El Ho

Typisch , der Bulle wird nicht belangt. Und alle halten natürlich wieder zusammen, ist immer so. Da hat keiner was gesehen oder bemerkt. Die Opfer sind ja auch nur einfache Bürger. Anders bei Strafen für diese, wenn man 20 Dollar an der Steuer vorbei schmuggelt gibts 20 Jahre, richtig?

SCHAUI

Lies nochmal. Unter den Angaben der Täter wäre bewaffnet ist die Reaktion bzw. Überlegung eines Polizisten oder Soldaten etc. im wesentlichen anders als wenn man zu einem Auto Zusammenstoß gerufen wird.Der Polizist hat unter Eigenschutz gehandelt. Das hat nichts mit alle halten wieder zusammen zu tuen.

Jan-Christopher Pajonk

Klar und da muss man natürlich gleich auf die Brust oder den Kopf schießen, anstatt in die Schulter oder ähnliches um den gegenüber kampfunfähig zu machen. Es gibt andere Möglichkeiten als jedesmal dem anderen gleich für immer das Licht auszuknipsen

Carti

Jaja haben nicht deeskalierend gewirkt oder wie sagt ihr Leute das immer? Ach ja bedauerlicherweise ist G20 nur einmal im Jahr sonst hätte man ja mal wieder friedlich demonstrieren können ????

Max

Allein deine Ausrucksweise “Bulle” zeigt, welchem Clientel du zuzuordnen bist. Bei dir und deinen Antifa Brüdern seid ihr ja selbst, wie unten erwähnt, auf dem g20 gipfel die armen Opfer.

Chaggy

nett, soviele Vorurteile hier – kommt mal wieder runter – a) der Polizist war hier auch ein Opfer und b) hat das ganze gar nichts mit politischen Veranstaltungen zu tun

Guest

Krass, der Junge zeigt nicht mal Reue. Unglaublich, was es für Menschen auf dieser Welt gibt.
Also dieser Trend sollte auf jeden Fall härter bestraft werden!

Jadda

So einem eGott sollte man den Sack extrahieren und als Futtermittel zur Verfügung stellen

Blizzardhell // Dani

Glaub das geht nicht, weil nicht mal Tiere so einen scheisshaufen von Mensch essen würden

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