Call of Duty: Wegen ihrer 2$-Wette starb jemand, nun drohen 20 Jahre Haft

Bei einem Swatting rund um Call of Duty erheben jetzt die Bundesbehörden der USA Anklage gegen drei Männer. Denen drohen erhebliche Haftstrafen.

Swatting nach Weihnachten: Wir haben auf Mein MMO schon häufiger über das Swatting in Wichita berichtet. Am 28. Dezember 2017 wurde ein Unschuldiger von einem Polizisten erschossen. Die Polizei war nach einem Swatting-Anruf ausgerückt. Der Vorfall hat nun, knapp fünf Monate danach, eine neue Wendung genommen.

Bis Mai blieben die Spieler unbehelligt – Jetzt nicht mehr

Bisher nur einer im Gefängnis: Derjenige, der den Swatting-Anruf getätigt hat, ist schon eine ganze Weile in Haft: Tyler Barriss (25) wartet in einem Gefängnis in Kansas auf seine Anklage. Der hat gestanden, den Telefon-Anruf getätigt zu haben.

Die beiden Call-of-Duty-Spieler, deren Streit der Auslöser für den Swatting-Vorfall war, blieben bislang unbehelligt. Das hat sich jetzt im Mai 2018 geändert. Wie die Los Angeles Times berichtet, haben sich die Bundesbehörden am Mittwoch letzter Woche eingeschaltet und erheben Anklage gegen alle drei Männer.

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18- und 19-jährige Spieler machten Wette: Die beiden Call-of-Duty-Spieler sind Casey Viner (18) und Shane Gaskill (19). Sie waren gemeinsam in einem Call-of-Duty-Match und gerieten in Streit. Bei dem Streit soll es um eine Wette in Höhe von 2 US-Dollar gegangen sein. Das sind in etwa 1 Euro und 70 Cent.

„Versuch doch irgendwas“: Gaskill postete eine Adresse und forderte Viner sinngemäß auf „Versuch doch irgendwas.“ Die Adresse war ein Haus in Wichita, in dem Gaskill vorher gelebt hatte. Viner wusste das nicht. Viner bat wiederum Tyler Barris, den Swatting-Call zu starten und Gaskill die Polizei auf den Hals zu hetzen. Barriss machte das und täuschte bei einem Anruf eine Notsituation vor. Er gab sich als Geiselnehmer aus.

Polizist erschoss Unschuldigen: Die Polizei rückte dann zu der angegeben Adresse aus und erschoss beim Einsatz den 28-jährigen Andrew Finch. Gegen den Polizisten wird nach Untersuchung der örtlichen Behörde keine Anklage erhoben. Das war der erste Vorfall, bei dem jemand bei einem Swatting ums Leben kam.

Vorwürfe: Den drei Männern wird vorgeworfen, Kommunikationen gelöscht zu haben, als sie merkten, dass jemand getötet wurde. Viner soll sein iPhone zurückgesetzt und Daten gelöscht haben, heißt es.

Gefängnis

20 Jahre Haft drohen den beiden Call-of-Duty-Spielern

Die Anklagen:

  • Tyler Barriss wird wegen einer falschen Nachricht an einen Notruf-Dienst belangt. Dazu wegen Cyberstalking, Drohanrufen und sechs Fällen von „wired fraud“ (Überweisungsbetrug). Darüber hinaus wird er wegen der Verschwörung angeklagt, Falschaussagen zu tätigen. Zudem wird ihm in Kansas die Anklage wegen fahrlässiger Tötung gemacht.
  • Gaskill und Viner werden wegen Überweisungsbetrug, Justizbehinderung und Verschwörung zur Justizbehinderung angeklagt. Viner erhält außerdem noch eine Anklage wegen Verschwörung dazu, Falschaussage abzulegen.

Die Strafen: Die Ankläger sagen, laut der LA Times,

  • dass Tyler Barriss eine lebenslange Haft für Cyberstalking und die Anrufe erwarten könnte.
  • Viner und Gaskill könnten wegen Justizbehinderung bis zu 20 Jahre ins Gefängnis gehen.

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