MeinMMO-Redakteurin Caro hat sich einer persönlichen Herausforderung gestellt: 6 Monate, nachdem sie eine Tabletop-Miniatur für Dungeons & Dragons bemalt hat, stellte sie sich der gleichen Figur ein weiteres Mal. Das Ergebnis überraschte sie.
Wenn ihr meinen Artikel zum Einstieg in das Miniatur-Hobby gelesen habt, konntet ihr sehen, wie ich damals im Dezember 2025 meinen D&D-Charakter bemalt und Schritt für Schritt dokumentiert habe. Hier sind wir nun, ungefähr ein halbes Jahr später, und ich habe mich seitdem mit vielerlei Techniken auseinandergesetzt, die ich (mehr oder weniger) probiere in meinen Workflow zu übernehmen.
Neben einem Vollzeitjob, Beziehungen und anderen Hobbys nutze ich jede Zeit, die ich finden kann, um zu üben, Tutorials zu schauen und meinen sehr hellgrauen, sehr unbemalten „Pile of Shame” abzuarbeiten. Wie vermutlich viele andere, die kreativen Hobbys nachgehen, betrachte ich manchmal meine Arbeit und denke mir: … mach ich überhaupt Fortschritte? Das sieht irgendwie aus wie die letzte Miniatur. Und die Letzte sieht aus, wie die davor.

Um gegen diesen Schweinehund anzukämpfen, stellte ich mich einem Selbsttest. Ich wollte genau sehen, habe ich mich verbessert? Und falls ja, wie?
Gesagt, getan. Ich bestellte die gleiche Miniatur aus meinem Artikel erneut und bemalte sie nochmal. Gleicher Charakter, gleiches Farbschema, aber nun mit all dem Wissen und Fertigkeiten, die ich mir seit Ende 2025 angeeignet habe.
Tiefling Nummer 2 ist fertig geworden … und das kann ich daraus mitnehmen und an euch weitergeben.
Ein Tiefling, zwei Miniaturen: Mein Ergebnis nach 6 Monaten
Beim zweiten Versuch der gleichen Miniatur ging ich genau so vor, wie ich zum jetzigen Stand male. Dabei unterschieden sich jedoch nicht nur Feingefühl und Motorik (auch wenn die beiden Punkte trotzdem relevant sind), sondern vor allem meine Ausstattung, Reihenfolge der Schritte und ein besseres Verständnis dafür, was eine Miniatur vor allem besser aussehen lässt.
Schließlich kam ich zu folgendem Ergebnis, auf das ich zugegebenermaßen recht stolz bin:



Mein D&D-Charakter sieht nicht nur lebendiger aus, sondern besitzt mehr Tiefe, ordentlichere Striche und – als Sieg über meine inneren Dämonen – AUGEN! (Bisher noch ohne Pupillen, aber AUGEN!)
Ich war tatsächlich überrascht, meinen eigenen Fortschritt zu erkennen. Es ließ mich darüber reflektieren, welche Dinge ich seit der ersten Version verändert habe und wie wichtig es ist, die Komfortzone zu verlassen und etwas zu probieren, das vielleicht zunächst schwierig aussieht. Wer hätte gedacht, dass mir meine Miniaturen noch eine wichtige Lebenslektion mit auf den Weg geben.
Was ich nun tatsächlich verändert habe
Damit ihr mehr mit diesem Artikel anfangen könnt, als Zeugen meines neu gefundenen Selbstbewusstseins zu werden, möchte ich euch erklären, was denn nun für die Verbesserung verantwortlich war:
- Verdünnte Farben: Was vor allem beim Gesicht auffällt: Ich habe mit zu unverdünnter Farbe und zu vielen Schichten gearbeitet. Dadurch verlor ich sämtliches Detail, weshalb das Gesicht aus dem Dezember eher tapeziert als angemalt aussieht. Dabei hat mir vor allem die Wet Palette beste Arbeit geleistet, die ich wirklich jedem Miniatur-Fan ans Herz legen würde, ob gekauft oder gebastelt.
- AUGEN: Ja, ich habe mich meinem Endgegner gestellt und es endlich geschafft, meiner Miniatur Augen zu verleihen. Damit das klappte, hab ich vor allem die Reihenfolge getauscht. Früher probierte ich, die Augenfarbe nachträglich über die Haut zu malen. Was jedoch viel leichter ist, ist mit der Augenfarbe zu starten, und dann den Hautton drüber zu Pinseln. So kann man unschöne Ränder viel geschmeidiger ausbessern.
- Layering: Anstatt meine Miniatur zu Tode zu drybrushen, versuchte ich eher per Hand und gezielter, hellere Lichter zu setzen. Dafür nutzte ich einen Trick, den ich damals auch in einem Artikel vorgestellt habe: Ich schaute im Voraus, wo mehr Licht und wo mehr Schatten fällt und unterstützte das künstlich mit stärkerem Kontrast. Ich malte Licht und Schatten mit stark verdünnter Farbe, um einen Verlauf zu schaffen, der trotzdem mehr „knallt”. Man darf keine Angst davor haben, dass etwas zu hell oder zu dunkel wird, bevor die Miniatur wirklich fertig ist.
- NMM (Non-Metallic-Metal): Ich habe mich bei meiner ersten Version bei den Rüstungsteilen auf meine Metallfarben verlassen, für die ich immer noch eine Schwäche habe, weil sie einfach so schön glänzen. Tatsächlich sorgten diese ohne die nötigen Lichtreflexe für silbernen oder goldenen Einheitsbrei. Non-Metallic-Metall bedeutet, allein durch Farbe einen metallischen Effekt zu schaffen, der vor allem auf Placement, Kontrast und eine Prise Mut setzt. Dem werde ich in Zukunft sicherlich auch noch einen Artikel widmen … wenn ich besser darin geworden bin.
- Pinsel-Hack: Während ich bei meinen meisten Miniaturen auf verschiedene Hobby-Pinsel setze, habe ich durch eine Freundin einen Tipp erhalten, der eine heftige Bereicherung war. Vor allem für die kleinen Details. Es handelt sich um Nail-Art-Pinsel, die nicht nur feiner, sondern deutlich günstiger sind, als erwartet.
- Terrain: Seitdem ich es das erste Mal getestet habe, habe ich mich voll und ganz in die Gestaltung der Bases meiner Miniaturen verliebt. Vor allem in die winzige Vegetation, die meine Miniaturen auf eine Blumenwiese schicken können. Aus diesem Grund wollte ich meinem Tiefling auch ein paar Blümchen und Gräser unter die Füße stellen, was die Miniatur in meinen Augen noch mehr abgerundet hat.
Den Selbsttest empfehle ich jedem, der an seinem Fortschritt zweifelt oder auch denjenigen, die wissen wollen, welche neuen Tricks tatsächlich funktionieren und welche eher weniger. Mir selbst hat es enorm geholfen und gab mir neuen Mut, noch mehr neue Techniken zu testen – auch wenn sie einschüchternd wirken.
Ich erkläre hier und jetzt: Der Test wird in Zukunft wiederholt!
Um sich beim Bemalen von Miniaturen zu verbessern, hilft neben Übung, Übung und noch mehr Übung auch oftmals die Community des Hobbys. Es ist eine wirklich aufgeschlossene Community, die nur allzu gern Tipps teilt, Feedback gibt und auch besondere Werke hervorbringt, die staunen lassen: Eine Miniatur zu ARC Raiders ist so gut, dass ich den Künstler einfach fragen musste, wie er darauf gekommen ist
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