Mecker Mittwoch: Für Werbung bezahlt werden?

Herzlich Willkommen zum vorletzten Mecker Mittwoch in diesem Jahr. Zum Glück ist es noch einen Tag hin bis Weihnachten, also muss ich mich nicht zusammenreißen und kann einfach frei raus meckern. Denn neben dem Weihnachtsmann, „Last Christmas“ (was Ihr nun alle im Ohr habt) und die Enttäuschung über ausbleibenden Schneefall kommt auch noch etwas anderes auf uns zu: Der Steam-Wintersale. Das ist doch eigentlich großartig!

Wer das auch weiterhin denken möchte und mit ein bisschen feministisch, linker, gutmenschlicher Kritik nichts anfangen kann, der sollte sich lieber schnell hier wegklicken.

Wenn man fürs Werbungschauen bezahlt wird

Um es vorwegzunehmen: Im Großen und Ganzen habe ich nichts gegen die Steam-Sales. Einige Angebote sind echt nett und wer relativ günstig seine Spielesammlung vervollständigen will, der wird dort sicher zahlreiche Möglichkeiten finden. Bisher gab es passend zum jeweiligen „Event“ immer eine Art Minispiel, bei den man zusätzlich „Steam-Sammelkarten“ bekommen konnte. Die sind nichts anderes als bares Geld, denn sie lassen sich im Steam Marketplace direkt wieder für einige Cent verkaufen (womit ich mir schon so manches Spiel finanziert habe).

Steam Que Bait
Klick die Werbung an für eine Karte!

Auch dieses Mal kann man wieder einige der Karten abstauben, allerdings nicht durch ein Spiel oder eine Abstimmung, sondern deutlich plumper: indem man sich Werbung anschaut. Man muss sich durch seine „persönliche Warteschlange“ klicken, also eine Reihe von Spielen, bei denen Steam denkt, dass man sie wohl interessant findet. Denn wer anspruchsvolle Visual Novels wie „Hate Plus“ mag, der wird doch ganz sicher auch „Sakura Santa“ und „Hatoful Boyfriend“ mögen … oder etwa nicht?

Mich erinnert dieses Vorgehen immer an einen (schon recht alten) Beitrag vom Kabarettisten Volker Pispers. Der hatte damals eine ähnliche Idee, man könne doch Arbeitslose dazu zwingen, sich Werbung von Privatsendern anzusehen, damit die Geld verdienen …

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Natürlich hinkt der Vergleich ein wenig, das weiß ich selbst. Aber so weit von dem Gedanken Pispers ist das nicht mehr entfernt.

Klar, jetzt könnten alle sagen „Ach, Cortyn. Dann klick es halt nicht an und lass es aus.“ Stimmt natürlich. Aber worüber sollte ich denn dann heute meckern? Jetzt aber genug von mir: Ich wünsche Euch schöne Feiertage, lasst Euch reich beschenken und meckert erst wieder, wenn die Verwandtschaft verschwunden ist.

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3 Kommentare
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Braun

Wenn hier die Panzer fahren, dann nervt mich das auch.
Aber das ist nun mal auch notwendig. Die Argumente sind ja hinlänglich bekannt…

Schöne Feiertage!

Joss

Ich wusste auch nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, als Turbine die Hobbit-Lotterie in LotRO einführte. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man sich schon daran stören darf, wenn man immer und überall mit Marketing zugedröhnt oder eben auch nur sublim beeinflusst wird. Das verändert Einstellungen, Haltungen, Bedürfnisstrukturen. Und auf der anderen Seite hält das Marketing heute jeden zweiten Job in Gang. Gar nicht unmittelbar, sondern als permanente Nötigung zu expandieren und sich in den Konkurrenzen auf gesättigten Märkten zu behaupten. Das ist ein weites Feld. Heute kann man sich stets gewiss sein: Wenn ein deus ex machina aus dem Karton springt, dann wird er was zum Verkaufen dabei haben. Bin gerade erst gestern über ein schönes und zeitfremdes Zitat von Myrna Loy gestolpert: Life, is not a having and a getting, but a being and a becoming. In diesem Sinne…

Gorden858

Ich finde es grundsätzlich eine schöne Sache. Klar funktioniert der Algorithmus, der ermittelt, ob einem ein anderes Spiel wohl gefällt, sodass der ein oder andere Vorschlag dazwischen ist, bei dem man sich fragt: „Wie zum Teufel kommen die da drauf, dass mir das gefallen könnte.“ Aber insgesamt findet man doch auf diesem Weg immer mal wieder tatsächlich ein paar Juwelen. Und die Idee fürs Werbungschauen belohnt zu werden finde ich auch allemal besser, als dass sie einem ohne Chance zur Gegenwehr direkt ins Gesicht springt.

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