Blizzard-Entwickler müssen ein Jahr in Angst leben

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MeinMMO-Dämon Cortyn findet klare Worte zu den Plänen von Microsoft. Denn Blizzard wird darunter leiden. Erst in einigen Monaten, aber auch schon jetzt.

In den letzten Tagen die großen Unternehmen in der Gaming-Branche zu betrachten, fühlt sich sonderbar an. Dem Anschein nach leisten sich die Unternehmen einen Wettbewerb, wie man das eigene Ansehen in der Öffentlichkeit möglichst effektiv ruinieren kann. Sony verabschiedet sich von Disc-Spielen und Laufwerken, erntet dafür einen massiven Shitstorm. Da hat Microsoft sich offenbar gedacht: In dem Windschatten ziehen wir auch mal unsere negativen Meldungen durch.

3.200 Mitarbeiter über viele Unternehmen hinweg sind betroffen. Studios wie die Entwickler von The Elder Scrolls Online verlieren die Hälfte ihrer Belegschaft. Mein persönliches Sorgenkind Blizzard ist bisher nicht betroffen.

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WoW Midnight: Arators Licht und der Feuerbrand

Eine Atmosphäre der Sorge bei Blizzard

Mein erster Gedanke war Erleichterung. Zu hören, dass Blizzard bisher im Grunde gar nicht von den Entlassungen betroffen ist, hat in mir – den sicher etwas eigensinnigen – Gedanken hervorgebracht: Glück gehabt. Die Spiele, die mir wichtig sind, wie World of Warcraft oder Overwatch, sind nicht betroffen.

Doch das ist eben nur die Hälfte von dem, was Microsoft vor hat. Denn Blizzard wird von den Umstrukturierungen betroffen sein, allerdings erst in den nächsten 12 Monaten.

Wann genau? Niemand weiß es.
Wie viele betrifft es genau? Weiß auch keiner.
Wessen Job ist noch sicher? Keine Ahnung.

Das ist nicht weniger als eine Atmosphäre der Angst.

Der Journalist Jason Schreier bestätigte bereits, dass Blizzard-Mitarbeiter gesagt bekommen haben, dass die genauen Pläne erst dann verraten werden, wenn sie betroffen sind:

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Auch wenn es kurzfristig gut scheint, dass Blizzard anfänglich nicht betroffen ist, tun mir die Angestellten leid, die jetzt um ihren Job zittern müssen. Doch auch ganz eigennützig gedacht, wird das sicher spürbare Auswirkung auf Qualität und Leidenschaft der Entwickler haben.

Elder Scrolls Online in 2026
Bei ESO weiß man schon um die Verluste. Bei Blizzard bangt man noch.

Wenn man permanent darüber nachdenken muss, ob man sich schon mal auf einen neuen Job bewerben sollte oder ob man die Miete auch noch in drei Monaten bezahlen können wird, arbeitet man schlicht nicht mit der gleichen kreativen Energie.

Ich weiß, dass manche Firmen-Chefs denken, dass gute Arbeit vor allem unter Druck entsteht, ich glaube das aber nicht. Vor allem dann nicht, wenn der Druck die Ungewissheit ist, ob man auch morgen noch einen Job haben wird, um den eigenen Lebensstandard zu halten oder die Familie weiterhin ernähren zu können.

Abgesehen von einigen mehrfach gedanklich sehr komisch abgebogenen Gestalten wie Asmongold oder Mark Kern, die diese Kündigungen gerade als „Sieg über Wokeness“ feiern und sich buchstäblich darüber freuen, dass Tausende ihren Job verlieren, ist ein Großteil der Gaming-Welt ziemlich schockiert von dem, was gerade passiert.

Ja, vielleicht war es wirklich keine so gute Idee, den Hauptanteil des Gaming-Marktes auf 3 Player aufzuteilen, die so groß geworden sind, dass sie damit selbst nicht mehr klar kommen. Dennoch ist dieses „Microsoft-Massaker“ gerade eine Schande. Sowohl für die, die bereits entlassen wurden als auch für die, deren Entlassung schon längst beschlossene Sache ist, die aber jetzt noch bis zu einem Jahr warten müssen, um endlich Klarheit zu haben.

Ich kann nur hoffen, dass Blizzard von den Umstrukturierungen lediglich minimal betroffen sein wird und dass wir keine tollen Spiele verlieren, die bisher noch gar nicht angekündigt worden sind. Denn gerade Herzensprojekte sind bei solchen „Anpassungen“ sehr häufig das erste, was auf der Strecke bleibt. Und gerade diese Herzensprojekte sind es, die Blizzards Spiele lange Zeit so einmalig gemacht haben. Was verloren geht, wenn Entwickler solcher Herzensprojekte gehen, sieht man schon jetzt an fehlenden Quests in World of Warcraft.

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