Ein E-Sportler prahlte stolz mit seinem Rang in League of Legends, doch dabei soll er geschummelt haben. Welche Rolle Twitch dabei spielte, und was Riots persönlicher Schießhund dazu zu sagen hat, erfahrt ihr auf MeinMMO.
Wer ist der Profi? Der Übeltäter ist Ronaldo „Ronaldo“ Betea, nicht zu verwechseln mit dem Twitch-Streamer StableRonaldo, oder dem portugiesischen Fußball-Star. Der rumänische LoL-Spieler ist aktuell Midlaner bei Bulldog Esports.
Am 29. Juli 2026 zeigte der Spieler stolz auf X, dass er Rank 1 in der SoloQ auf EUW erreicht hat. Doch die Freude währte nur kurz, denn er soll unlautere Methoden eingesetzt haben.
Streamer hassen diesen Trick
Was hat er angestellt? Der Vorwurf gegen Ronaldo lautet „Stream-Sniping“. Darunter versteht man allgemein, dass Zuschauer einen Streamer in dem Spiel heimsuchen, das er gerade zeigt. Das kann von eher harmloserem Trollen bis zu richtigem Griefing reichen.
Besonders fies wird es, wenn man sich in kompetitiven Spielen wie LoL einen Vorteil verschafft, indem man parallel den Stream des Kontrahenten verfolgt. Genau das soll Ronaldo getan haben. Bei LoL kann das etwa bedeuten, die bevorzugten Picks der Gegner zu bannen, oder sich Informationen darüber zu verschaffen, wo sich die Gegner im Match befinden.
Wie funktioniert Stream-Sniping?
Grundsätzlich ist zwischen zwei Arten zu unterscheiden. Im einen Fall verschaffen sich Zuschauer gezielt Zugang zum Spiel des Streamers – etwa, indem sie genau gleichzeitig mit dem Streamer die Queue starten, oder bei einem MMORPG im gleichen Realm oder Server spielen. Im anderen Fall sucht man gezielt den Stream des Kontrahenten auf.
Was machen Stream-Sniper genau?
Die Mission ist meistens, Streamer zu ärgern und Aufmerksamkeit zu bekommen. Das kann ein harmloses Affen-Theater sein, aber auch eine gezielte Jagd auf Streamer, die man dann immer wieder killt. Aber auch außerhalb von Spielen sind Streamer nicht sicher, denn Stream-Sniper tauchen auch in IRL-Streams auf, und das kann üble Folgen haben.
Was können Streamer tun?
Viele Streamer haben mittlerweile etablierte Systeme, um es den Streamsnipern zumindest etwas schwieriger zu machen.
- Queue-Screen ausblenden: somit bleibt offen, wann genau der Button gedrückt wird
- Streamer Mode: ist in vielen Online-Spielen mittlerweile Standard und verhindert beispielsweise, dass Spielernamen oder Lobby-Codes zu sehen sind
- Mit Verzögerung streamen: Durch einen Delay können die Informationen nicht mehr in Echtzeit genutzt werden. Im Spiel oder auch bei einem IRL-Stream ist der Streamer dann schon längst nicht mehr vor Ort, wenn die Sniper auftauchen.
Das war jetzt die Folge: Ronaldo machte die Rechnung wohl ohne Drew Levin. Der ist für Product und Strategy bei Riot verantwortlich, hat sich durch seine Aktivität auf X aber einen Namen als „Community Sheriff“ gemacht. Wenn jemand mit seiner vermeintlichen Leistung prahlt, ist Levin oft nicht weit. Zusätzlich können Nutzer sich auch mit Beweisen bei ihm melden, oder ihn in verdächtigen Posts taggen. Levin reicht es jedoch nicht, die Übeltäter hinter den Kulissen zu bestrafen.

So postete er am 31. Juli auf X, dass eine Ermittlung im Fall von Ronaldo wiederholte Verstöße gegen die Richtlinien zu Stream-Sniping ergeben hätte. Dafür wird Ronaldo nun für 2 Wochen gebannt. Außerdem erhält er keine Ranked Rewards für die gerade geendete Season. Zudem sollen seine LP auf den Rang Master 0 zurückgesetzt werden.
Abschließend ermahnt er den Streamer: „Obwohl viele deiner Resultate legitim sind, beschmutzt dein Missbrauch von Stream-Sniping für einen Vorteil deinen Climb, und wir werden das nicht zulassen. Wir ermutigen dich, in Zukunft ehrbar zu spielen.“
Was sagt ihr zur Reaktion von Levin? Findet ihr, Schummler sollten öffentlich zur Schau gestellt werden, oder hätte es auch ein stiller Bann getan?
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