Lange hat die Community gewartet – entsprechend groß ist die Vorfreude. Für viele Fans von World of Warcraft könnte es der Einstieg in ein neues Hobby sein.
Für viele Rollenspiel-Fans dürften nicht die Ankündigungen auf der BlizzCon das Highlight des Jahres sein, sondern eine Zusammenarbeit zwischen Dungeons & Dragons und World of Warcraft. Die 5.5e Version von D&D erhält ein Regel-Set, das euch in die Welt von World of Warcraft versetzt. Auf der GenCon wurden diese Inhalte vorgestellt und seither von der Community intensiv diskutiert.
WoW in D&D wird erwartet, aber die Skepsis ist groß
Der größte Teil der Community scheint – soweit sich das in Foren und sozialen Medien überschauen lässt – dem Release eher positiv gegenüber eingestellt zu sein. Zwar gab es in der Vergangenheit immer mal wieder verschiedene Anpassungen, um auch Warcraft in der Welt von Dungeons & Dragons zu spielen, doch die meisten waren Fan-Made und eher kleinere Projekte. Jetzt endlich eine offizielle Version zu bekommen, sehen viele als den perfekten Zeitpunkt an, Pen&Paper wieder eine Chance zu geben und dabei eine Welt unsicher zu machen, die sie schon seit Jahren aus dem MMORPG kennen.
Ein Beitrag-Ersteller im Subreddit von WoW freut sich sichtlich:
- „Ich habe früher Dungeons & Dragons gespielt und das wird mich vermutlich zurückholen. Ich freue mich darauf und hoffe, dass sie das Quellmaterial respektieren und nicht enttäuschen.“ – OceanProphecy
Allerdings gibt es auch potenzielle Spieler, die deutlich skeptischer sind, was den Umfang angeht. Denn viele befürchten, dass ein großer Teil der Eigenheiten von World of Warcraft in der Umsetzung verloren gehen wird.
- „Mir fällt es schwer zu sehen, wie sie 3 Schamanen-Spezialisierungen, 3 Todesritter-Spezialisierungen, 2 Dämonenjäger-Spezialisierungen, 2 Rufer-Spezialisierungen, Nebelwirker-Mönche, Heilig-Paladine, Disziplin- und Schattenpriester und Dämonologie-Hexenmeister in 5.5e importieren wollen, wenn es nur 9 neue Unter-Klassen gibt und ein paar Flavor-Änderungen. Es gibt einfach so viel essenziellen WoW-Flavor, der nicht übernommen werden (kann).“ – ctwalkup
Natürlich gibt es auch einen Teil der Community, der sich kräftig darüber amüsiert und glaubt, dass man eine Menge „blöder Witze“ im Pen&Paper haben wird, wenn man etwa Spielmechaniken und Begegnungen aus dem MMORPG in das Pen&Paper überträgt:
- „Erinnert euch daran, Spielleiter und Rollenspieler: Es ist nicht frustrierend, es ist nur authentisch dass man 5 Stunden lang nach dem letzten Gruppenmitglied sucht, nur damit der 5-Personen-Tisch dann noch während des ersten Kampfes zusammenbricht.“ – TheWorclown
- „Wenn es als schlechtes Benehmen angesehen wird, all das Essen, das der Magier beschworen hat, am Anfang der Runde zu bunkern und dann meine menschliche Paladin in Slutmog mit dem Namen „Xdeathlolz“ die Gruppe einen Haufen „verdammter, nutzloser Bastarde“ zu nennen, nachdem die erste Person auf 0 HP fällt, um dann sofort die Gruppe zu verlassen und niemals wieder mit ihnen zu reden – ist es dann wirklich ein World of Warcraft D&D?“ – Murphy1up
Freut ihr euch auf ein D&D-Abenteuer im bekannten Setting? Oder werdet ihr Pen&Paper dann zum ersten Mal eine richtige Chance geben? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!
Cortyn meint: Für mich war das „alte“ Warcraft Pen&Paper von vor über 20 Jahren schon eines, das ich sehr gemocht habe. Es war nicht nur für Pen&Paper-Runden eine schöne Quelle, sondern hat mir auch für das Rollenspiel in WoW viele Ideen, Anregungen und verwendbare Hintergrund-Infos gegeben, die sich gut in das RP einweben ließen – selbst wenn die Bücher im Nachhinein aus dem Kanon gestrichen wurden.
Es ist eigentlich die ganze Zeit so naheliegend gewesen, dass WoW wieder ein Teil von D&D wird und man dieses Pen&Paper in einer neuen Version wieder aufleben lässt. Ich freue mich sehr darauf und mich juckt es schon in den Fingern, wieder eine Gruppe zu leiten und meine kleine „Trotteltruppe“ von der Magierakademie Sturmwinds, die alle Probleme mit einem Feuerball löst, auf die Welt loszulassen …
Für alle, die es bisher noch nicht geschafft haben, sich einmal für Pen&Paper begeistern zu lassen, fällt der Einstieg mit einem vertrauten Setting vielleicht einfacher. Da Pen&Paper ein durchweg positives Hobby ist, wäre es doch eine schöne Sache, hier mehr Spielerinnen und Spieler zu gewinnen, um auch mal wieder gemeinsam am großen Wohnzimmertisch etwas zu erleben. Da kann man sich dann auch ein wenig vom WoW-Burnout erholen.
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