Lohnt sich das MMORPG Rift Prime 2018 mit Abo-Modell wieder?

Trion Worlds kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Das eigentlich kostenlose MMORPG Rift bekommt Prime-Server spendiert, welche nur über ein Abo-Modell zugänglich sind. Lohnt es sich, 2018 wieder in die Pay2Play-Variante von Rift einzusteigen?

Mit den Prime-Servern will Trion den Spielern entgegenkommen, die mit dem Itemshop unglücklich sind und lieber ein Abo-Modell statt kaufbaren Gegenständen möchten. Es lassen sich daher nur kosmetische Artikel und einige Dienste, wie Namensänderungen, käuflich erwerben.

Ist das die Gelegenheit, zu Rift zurückzukehren oder es nun erstmalig zu erleben? Welche Gründe sprechen dafür und welche dagegen?

rift minions

Das spricht für Rift Prime

Rift Prime ist mehr als nur Vanilla. Der Server beginnt auf einem älteren Stand und wird im Verlauf der Monate stetig mit neuen Inhalten versorgt. Gewisse Komfortfeatures, wie die Gruppensuche, sind bereits vorhanden.

Dennoch erleben wir den alten Content. In einem Status, in dem dieser noch relevant ist. Veteranen spüren die Nostalgie, ähnlich den Levelstop-Gilden World of Warcrafts. Neue Spieler profitieren von einem regelmäßigen Contentnachschub.

Vielseitiges Skillsystem

Eine Besonderheit Rifts ist die hohe Flexibilität der Charaktere. Wir wählen aus einer von 4 Klassen, die ihrerseits zahlreiche Skilltrees besitzen. Bis zu drei davon können wir gleichzeitig aktiv haben. Es bleibt uns überlassen, ob wir alle drei skillen oder uns nur auf einen fokussieren.

rift cleric tree

Die Spielweise ändert sich je nach Skillung grundlegend. So darf der Kleriker auf mehrere verschiedene Heiler-Berufungen zugreifen. Konzentriert sich der eine Baum auf kostengünstige Heilungen über Zeit, nutzt ein anderer Schilde oder Gruppenheilungen.

In Raids profitiert davon der taktische Anspruch, da man viel probieren kann. Spielt man alleine beziehungsweise macht Instanzen über die Gruppensuche, bietet das Skillsystem Abwechslung. Haben wir genug von einer Spielweise, ändern wir sie einfach.

Kein Pay to Win

Kein Feature spaltet mehr als der Itemshop. In Rift gab es Ende 2017 einen riesigen Aufschrei diesbezüglich. Rift Prime wird jedoch durch das Abo finanziert, der Itemshop ist dadurch weniger wichtig.

goldfarming

Gibt es in der Free-to-Play-Variante kaufbare Ausrüstung oder andere wichtige Items, sind auf den Prime-Servern hauptsächlich kosmetische Inhalte im Angebot. Es gibt keine Items zu kaufen, welche einen Vorteil im Spiel bringen.

WoW-Spieler finden sich schnell zurecht

Rift hat viele Parallelen zu World of Warcraft. Das Kampfsystem ist identisch und das Gameplay selbst weist zahlreiche Gemeinsamkeiten auf.

Zum Release des Spiels 2011 brachte es auch einige Neuerungen, zum Beispiel die namensgebenden Risse. Diese erschienen spontan in der freien Welt und ähnelten den Events in Guild Wars 2 und den Invasionen der Legion in World of Warcraft.

rift riss

Rift überlebte etwa 2 Jahre im Abo-Modell und veröffentlichte währenddessen sogar sein erstes Addon. Damit hat es mehr als vergleichbare WoW-Klone seiner Zeit erreicht. Wer einen Zeitvertreib bis World of Warcraft: Battle for Azeroth sucht, findet diesen mit Rift.

Das spricht gegen Rift Prime

Das MMORPG hat auch einige Schattenseiten. Darunter den Publisher selbst, denn Trion Worlds genießt bei vielen Spielern keinen guten Ruf mehr. Zu verdanken ist das unter anderem dem MMORPG ArcheAge. Das erschien in Kooperation mit einem koreanischen Entwicklern und diese Partnerschaft sorgte für handfeste Probleme.

In den Augen vieler drehte ArcheAge nach dem Release immer mehr an der Pay-to-Win-Schraube und verätzte so die Stimmung.

Das wirkte sich ebenfalls auf Rift aus..

rift ei

Kein Pay to Win – aber beschränkte Lebensdauer

Der Todeszeitpunkt des Rift-Prime-Servers steht bereits fest. Nicht auf den Tag genau, aber der Tod kann schon nach einem Jahr eintreten. Die offizielle FAQ von Trion Worlds sagt dazu:

Bleibt der RIFT-Prime-Server online, wenn das Ende der Spielprogression erreicht ist?
Nein. Der Server geht bereits kurze Zeit später offline.

Was dann mit den Charakteren passiert? Die geleisteten Fortschritte werden auf die regulären Server übertragen. Wirtschaftlich betrachtet sicherlich eine gute Idee. Der Spieler hat sein Abo bezahlt und würde wahrscheinlich nun ohnehin gehen, da er alles gesehen hat. Gibt es dann neuen Content und man kehrt zu Rift zurück, spielt man plötzlich auf den Free-to-Play-Servern, mit deren Itemshop.

Schlecht gealterte Grafik

Zum Release legte Rift wert auf eine möglichst gut und realistisch aussehende Grafik. Das Problem solcher Darstellungen ist jedoch, dass diese meist schlecht altern. Die Animationen sind klobig und in der Umgebung fehlen zahlreiche Details.

Natürlich ist Grafik nicht alles, zumal man bei einem 7 Jahre alten Spiel einige Abstriche machen muss. Und hässlich ist Rift nicht. Dennoch: Wem ein fantastisch aussehendes Spiel wichtig ist, sollte von Rift besser die Finger lassen.

rift baum

Alternativen zu Rift?

Wer gerne ein anderes Spiel testen will und nicht gleich zum Genre-Primus WoW greifen möchte: Guild Wars 2 bietet eine hervorragende Levelphase, The Elder Scrolls Online bringt das Feeling der Elder Scrolls Reihe wieder und Final Fantasy XIV fokussiert sich ganz auf die Story.

Das solltet ihr wissen, wenn ihr mit Guild Wars 2 wieder anfangen wollt
The Elder Scrolls Online Morrowind: 10 Tipps für Neueinsteiger
Lohnt es sich 2018 noch, frisch mit Final Fantasy XIV zu beginnen?

Es gibt eine Vielzahl an hochwertigen MMORPGs.

rift celestial storm

Lohnt sich Rift?

Das kommt ganz auf die eigenen Präferenzen an, ab wann sich etwas lohnt. Rift-Prime ist sein Geld wert. Für das Abo erhält man ein grundsolides Spiel, welches dank des Skillsystems und dem regelmäßigen Contentnachschub für viel Abwechslung sorgt.

Doch klar ist: der Spaß ist zeitlich beschränkt. Der Server wird nicht ewig existieren, dann wird man sich mit Free-to-Play und dem kontroversen Cash-Shop herumärgern. Wer einfach nur eine Alternative zu World of Warcraft bis zum Erscheinen dessen Addons sucht, ist mit Rift gut beraten. Wer etwas Neues erleben will und das über Jahre hinweg, nimmt sich lieber ein anderes Spiel.


Über Pay2Win wird viel diskutiert, aber selten berichtet. Was hat es damit auf sich? Pay2Win – der schwarze Fleck: Warum es so selten um Cash-Shops geht

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