Ein Drache in House of the Dragon verhält sich wie ein sturköpfiger Border-Collie und ich kann nicht mehr

House of the Dragon Caraxes Bordercollie Titelbild

Das Beste an House of the Dragon sind nicht die Menschen, Schlachten oder Sets. Es sind die Drachen. In Folge 4 der dritten Staffel legt jetzt einer von ihnen ein Verhalten an den Tag, wie MeinMMO-Redakteurin Sophia Weiß es nur von ihrem eigenen Hund kenne, und das macht sie im besten Sinne fertig.

Gibt es Spoiler? Wir gehen in diesem Artikel nicht auf den Plot von House of the Dragon ein, schreiben aber über Drachenszenen aus allen drei Staffeln und bisher erschienenen Episoden. Es wird aber auf das Schicksal einzelner Drachen eingegangen.

Bisher sind vier Folgen der neuen Staffel von House of the Dragon live und ich habe das Gefühl, für diese Staffel haben sich die Serienmacher etwas ganz besonders Fieses für uns ausgedacht. Nach langem Überlegen sind sie draufgekommen, dass viele Zuschauer besonders an den Drachen hängen. Und jetzt setzen sie alles daran, den Biestern so viel Persönlichkeit zu geben, wie nur möglich, bevor sie in den sicheren Tod geschickt werden.

Anders kann ich mir nämlich nicht erklären, dass der langhalsige Wyrm Caraxes sich jetzt plötzlich wie ein sturköpfiger Border-Collie mit Bewegungsdrang verhält: Er entführt Reiter Daemon einfach und fliegt an einen Ort, an dem der Drache etwas Spannendes gewittert hat. Was mein Hund auch schon mehrfach gemacht hat – zuletzt hat er einen Dachsbau entdeckt.

Und jetzt sehe ich noch viel mehr Parallelen zu unser aller Haustieren, als nur Caraxes Sturkopf: Alle Drachen verhalten sich mehr und mehr wie Katzen und Hunde. Und das wird mich noch richtig fertig machen.

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Sturköpfige Border-Collies & reudige Straßenkatzen

Caraxes ist nur das erste Beispiel, das mir einfällt. Er zeigt, dass er nicht einfach der Befehlsempfänger von Daemon ist, sondern auch seinen eigenen Schädel hat: Caraxes riecht etwas Spannendes und setzt sich einfach über die Befehle seines Reiters hinweg.

Das macht mein Hund übrigens auch manchmal: Er ist ein Labrador-Border-Collie-Mix und wenn er bestimmte Dinge riecht, gibt es kein Halten mehr – obwohl er sonst sehr gut hört und abrufbar ist. Aber insbesondere die Grillwiese im Park nebenan ist ein olfaktorisches Paradies für ihn. Oder eben der neue Dachsbau im Wald.

Für Caraxes war es vermutlich der Gestank des Drachen Schafsdieb, der mit seiner neuen Reiterin Rhaena in der Gegend lebt.

Rhaena spricht über ihren Drachen übrigens wie jemand, der seine absolut verängstigte, daher aggressive und vielleicht auch etwas reudige Straßenkatze vor den vernünftigen Mitbewohnern oder Eltern verteidigt. Außerdem bringt Schafsdieb seiner Reiterin frisch gejagtes Essen. Genauso wie Katzen ihren Herrchen und Frauchen tote Mäuse und Vögel vor die Tür legen.

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Ausgerechnet Rhaenyras Bruder Aegon, der Emporkömmling und falsche König, hat mit seinem Drachen Sonnenfeuer eine der schönsten Verbindungen der ganzen Serie: Aegon spricht kaum Valyrisch, obwohl es die Muttersprache der Targaryens ist. Sonnenfeuer scheint das nichts auszumachen. Der Drache antwortet einfach auf Kommandos in der normalen Sprache von Westeros.

In Staffel zwei holt Aegon seinen Feuerspucker aus der Drachengrube. Sonnenfeuer begrüßt ihn wie ein Pferd seinen geliebten Reiter mit einem Stupser der Schnauze an die Brust, was dem grünen König ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Jetzt, eine Staffel später, hätte ich fast geweint, als Aegon seinen Drachen endlich wiederfindet und über dem leblosen Körper Tränen vergießt.

Aegon hat Sonnenfeuer wohl sehr geliebt. So wie ich meinen Hund. Allein der Gedanke daran, dass ich eines Tages nicht mehr von seiner feuchten Schnauze im Gesicht geweckt werden könnte, macht mich traurig.

Zu guter Letzt hat uns Folge vier von Staffel drei auch das Band zwischen Alicents jüngstem Sohn Daeron und seiner Drachenlady Tessarion gezeigt: Obwohl Daeron seinem Drachen keine Liebe zeigen soll, kuscheln die beiden miteinander. Als Ormund Hohenturm sich dem jungen Targaryen gegenüber aggressiv zeigt, geht Tessarion auch direkt in Drohgebärden über – wie ein guter Wachhund.

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Wir sollen die Drachen lieben lernen, um noch mehr zu leiden

Wenn Tiere in Filmen und Serien sterben, bin ich betroffener als beim Verlust eines menschlichen Charakters. Tiere haben keine bösen Hintergedanken und handeln in den allermeisten Fällen rein instinktiv. Meine Liebe zu meinem eigenen Hund und auch zu meiner seit vielen Jahren verstorbenen Katze machen das nicht einfacher.

Drachen sind zudem meine Lieblingsfabelwesen, und jetzt verhalten sie sich in House of the Dragon, wie ich es von meinen Haustieren gewohnt bin. Das wird nicht gut für mich ausgehen.

Als Arax und Lucerys in Staffel 1 gestorben sind, ging es so schnell, dass ich es kaum registriert habe. Auch zu Vermax aus Staffel 3 hatte ich kaum Verbindung, weil er so selten vorkam. Als Meyleys in Krähenruh von Vhagar umgebracht wurde, war es der erste Stich ins Herz.

Das Schicksal von Sonnenfeuer macht mich jetzt aber im Nachhinein unglaublich traurig. Wie soll das erst werden, wenn es um die Leben von Drachen geht, von denen wir jetzt viel mehr sehen? Syrax, Caraxes, Vermithor, Silberschwinge und Schafsdieb haben schon jetzt teilweise mehr Bildschirmzeit als die bisherigen Drachenopfer des Krieges.

Ich werde mir die Augen ausheulen. Mein Hund wird versuchen, mich zu trösten, und die Tränen mit dem Quietschen seines Lieblingsspielzeuges untermalen. Es wird also grandios.

House of the Dragon hat in Staffel drei übrigens nicht nur die Persönlichkeiten der Drachen verbessert, sondern hat sich an allen Fronten richtig ins Zeug gelegt. Besonders die zweite Folge zeigt das Schauspieltalent von Rhaenyra-Darstellerin Emma D’Arcy und das Level nimmt seither nicht ab: Mit der neuen Folge erreicht House of the Dragon 9.4 Sterne auf IMDB – Weil sie der absolute Höhepunkt der Story ist

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