George R.R. Martin spricht offen über seine Gesundheit, jetzt weiß ich nicht, ob ich „Winds of Winter“ noch haben will

60 Minutes YouTube George R. R. Martin

George R.R. Martin hat sich nach einigen Monaten wieder auf seinem Blog zurückgemeldet. Dabei spricht er über einige persönliche Probleme. Das bringt MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes ins Grübeln, ob der Autor seine Reihe überhaupt beenden sollte.

Am 3. August meldete sich George R.R. Martin auf seinem eigenen Blog (georgerrmartin.com) zurück. Diesmal gibt es ein kurzes, aber auch trauriges Update. Er erklärt, dass sein letzter Post im Februar war und wie stressig sein Jahr war.

Neben einigen positiven Dingen, gab es auch Albträume für ihn. Er habe Freunde verloren und kämpfe mit Depressionen. Laut ihm würde das Schlechteste noch kommen. Er wurde letztes Jahr 77 und alt werden sei nicht spaßig.

Abseits von den Emmy-Nominierungen für A Knight of the Seven Kingdoms spricht er gar nicht über seine Werke, und das ist wohl gut so. Er soll Winds of Winter einfach nie beenden, denn das muss er nicht.

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Erster Teaser zum neuen Prequel von Game of Thrones: A Knight of the Seven Kingdoms

George R. R. Martin ist niemandem etwas schuldig

Schon länger ist es ein Meme, dass Martin seine Reihe wohl niemals beenden wird. Egal, was er macht, alles wird in den Kontext von Winds of Winter gesetzt. Auch wir veröffentlichten eine Liste, was er alles seit dem letzten Roman von Ein Lied von Eis und Feuer getrieben hat.

Und daran ist per se wohl auch nichts falsch. Seine Romanreihe ist ein Teil der Popkultur und Fans lechzen sich, insbesondere nach dem kontroversen Ende von Game of Thrones, nach einem Ende, das vom Autor selbst stammt. Sein Post über seine Gesundheit bringt mich aber dennoch zum Grübeln und ganz ehrlich: Er soll die Reihe einfach nicht beenden.

Auch wenn er seine Gesundheit nicht in Verbindung mit dem Schreiben bringt, mache ich mir trotzdem über die vielen Fan-Wünsche nach Winds of Winter Gedanken. Die meisten davon sind nicht böse gemeint, erzeugen aber einen Druck, nicht nur öffentlich, sondern wohl auch beim Autor selbst. Auch wenn Martin nie darüber spricht, ist es unwahrscheinlich, dass er nicht ständig damit konfrontiert wird.

Zusammen mit dem nicht gerade zufriedenstellenden Ende der Serie, kann man wohl davon ausgehen, dass auch in ihm ein großer Druck herrscht. Oft ist auch sein Alter ein Aspekt in der Argumentation, und es muss schrecklich sein, ständig damit konfrontiert zu werden, dass man ja alt ist und seine Werke vielleicht niemals beenden wird.

Aber: Martin ist den Fans und der Welt nichts schuldig. Er muss das Buch nicht beenden.

Martin hat eine Welt geschaffen, die trotz eines fehlenden Buches weitergewachsen ist und weiter expandiert. Klar, es wäre schön zu wissen, wie es in Westeros weitergeht, aber ich hätte lieber gar kein Ende, als eines, womit Martin selbst nicht zufrieden ist. An seiner Stelle würde ich es auch nicht beenden, wenn die Gefahr besteht, die Fans aufzubringen.

Manchmal kann man Werke auch einfach nicht beenden.

Eine Frage, die in dem Fall gerne gestellt wird, ist auch: Könnte nicht jemand anderes die Reihe beenden?

Sollten Geschichten von anderen Autoren beendet werden

Schon 2021 stellte ich mir die Frage, ob Werke von anderen Autoren beendet werden sollen, wenn es nicht anders geht. Damals starb Kentarō Miura, der Mangaka hinter Berserk. Schnell stellte sich die Frage, ob und wer den Manga weiterschreibt. Heute weiß man: Kouji Mori, ein Freund des verstorbenen Mangakas, hat übernommen.

Hierzu gibt es auch positive Beispiele, wie etwa Brandon Sanderson. Er beendete die Reihe Das Rad der Zeit, nachdem der Autor Robert Jordan verstorben war (auf Wunsch seiner Witwe). Schaut man sich die Meinung der Community an, etwa auf Quora oder Reddit, sind viele mit den von Sanderson geschriebenen Werken zufrieden, auch wenn er einen anderen Stil hat.

Je mehr ich aber darüber nachdenke, desto näher komme ich zum Schluss: Ich will das gar nicht. Selbst wenn ein anderer Autor einen guten Job macht und viele Notizen zur Verfügung hat – Es ist nicht das Werk des ursprünglichen Autors. Es lässt sich nicht alles kopieren, und ich frage mich da auch: Warum sollte man das überhaupt?

Plakativ gesagt ist der Weg das Ziel, und auch wenn ich mir gerne ein Ende wünsche, kann ich Werke wie Hunter x Hunter, Vagabond oder eben Das Lied von Eis und Feuer auch genießen, wenn es kein Ende gibt.

Wenn George R. R. Martin es aus kreativen, gesundheitlichen oder auch anderen Gründen nicht schafft, sein Werk zu beenden, dann ist das so. Er hat eine Welt geschaffen, die wohl immer ein Teil der Popkultur sein wird.

Aber wie seht ihr das? Wollt ihr ein Ende der Reihe, auch wenn es im Notfall jemand anders schreibt? Teilt uns eure Meinung gerne in den Kommentaren mit. Martin ist auch ein Comic-Fan und eine Story von Spider-Man hat ihm gar nicht gefallen: Ein Comic von Spider-Man ist so schlecht, dass sich 18 Jahre später sogar George R.R. Martin darüber beschwert

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