H1Z1 verärgert Fans, will im Early-Access Mini-Abo verkaufen
Air-Drops die Zweite

Beim Survival-MMO H1Z1 gibt es Ärger um den Battle Royale Modus, der soll nun wirklich kostenpflichtig werden.

Der Battle-Royale-Modus in H1Z1 war eigentlich als „kostenpflichtiger Premium-Modus“ angekündigt und auch so geplant. Wie eine Runde „Arena“ bei Hearthstone hieß es immer, wobei es wohl in H1Z1 deutlich schwieriger sein dürfte, sich die Tickets, den Zugang, im Spiel selbst zu verdienen als bei Blizzards Kartenspiel.

Doch im Early Access kostete der Zugang zur Battle Royale nichts. Der Modus, so eine Art Last-Man-Standing mit begrenzter Dauer, war zwei Monate lang für jeden kostenlos spielbar. Ja, mehr noch, die Spieler konnten sogar im Modus noch etwas gewinnen.

So langsam, scheinen die Entwickler zu denken, müsse sich das ändern. Bereits vor einigen Wochen hat Studio-Chef Smedley laut darüber nachgedacht, dafür so eine Art „Monatskarte“ einzuführen. Jetzt hat man das offiziell gemacht: Der Modus soll bald wirklich die kauf- und gewinnbaren Tickets verbrauchen. Für 6,99$ können sich Spieler aber einen Monatskarte kaufen. Außerdem sollen, wenn die Battle-Royale ticketpflichtig wird, auch die Gewinne wieder erhöht werden; die hatte man zwischenzeitlich runtergeschraubt.

Die Nachricht kam über reddit: Ach, übrigens, nach zwei Monaten nehmen wir jetzt auch Tickets und damit Geld für den Modus, den Ihr liebgewonnen habt. Die Botschaft wurde mit dem Angebot einer Monatskarte und den besseren Gewinnen verknüpft, aber … das machte die bittere Pille nicht leichter zu schlucken.

H1z1 Screenshot 4

H1Z1 wieder mit wütenden Fans konfrontiert

Das war ein Funken, der das labile Pulverfass H1Z1 nun nach dem Streit um die Air-Drops erneut zum Explodieren bracht. Ein Thread, der zum Boykott aufruft, ist in den letzten Stunden bei reddit zu stattlicher Größe erblüht.

Es scheint sich zu rächen, dass man nun Geld für etwas nimmt, das die Spieler in den letzten zwei Monat als „kostenlos“ wahrgenommen haben. Es formiert sich Widerstand dagegen, in einem Early-Access zur Kasse gebeten zu werden. Außerdem gibt es wieder Ärger: Die Entwickler hätten die Battle Royale ganz anders angekündigt, man sterbe oft viel zu schnell, sodass die Tickets ihr Geld nicht wert seien und es sei viel zu schwierig, die Tickets auch im Spiel zu verdienen. Außerdem sei es unerhöhrt, in einem derartig unfertigen Spiel schon eine Abo-Gebür zu verlagen.

Die Entwickler haben auf den Protest reagiert, ihn zur Kenntnis genommen und wollen darüber beraten.

H1z1 Screenshot 8


Schwieriges Verhältnis zwischen Kunden und Anbietern in einem kostenpflichtigen Early-Access eines Free2Play-Spiels

Mein MMO meint: Psychologisch ist es schwierig, den Spielern erst etwas kostenlos zu geben und dann dafür Geld zu nehmen. Außerdem ist H1Z1 in der Tat in einem extrem frühen Zustand und dafür überhaupt Geld zu verlangen, bringt die Entwickler von vorneherein in eine seltsame Position. Wenn man sich auf ein derart wackliges Boot begibt (Ja, wir entwickeln noch und wollen Euer Feedback, ach übrigens, damit Ihr’s zocken könnt, hätten wir gern 20 Euro), dann bringt eine solche Aktion es nochmal ins Schlingern. Andererseits wurde ja keiner mit dem Knüppel in das Game geprügelt; die Nachfrage ist da und hoch; die Entwickler haben klar kommuniziert, was sie vorhaben und wo sie hinwollen, auch wenn es vielleicht Kommunikationsschwierigkeiten gab.

H1Z1

H1Z1 ist in einem seltsamen Zustand: Die Leute spielen es wie verrückt, obwohl es noch in einer frühen Phase ist, und waren bereit, Geld dafür auszugeben. Viele wohl aber nur zähneknirschend. Jetzt dauerhaft zu zahlen für etwas, das bis heute kostenlos war, erhitzt die Gemüter. Darüberhinaus sind Fans von Survival-Games nicht gerade das typische MMO-Publikum, das es gewohnt ist, dauerhaft zu zahlen.

Die ganze Richtung, in die sich das Geschäftsverhältnis Spieler-Industrie bewegt, ist ins Ungleichgewicht geraten auch durch solche Games wie H1Z1. Viele Spieler sind mit dem Angebot der Industrie wie hier mit einem kostenpflichtigem Early-Access nicht einverstanden, nehmen diese Angebote aber dennoch wahr und fühlen sich immer wieder hinters Licht geführt.

Hier kommt einiges zusammen, das nicht so leicht zu lösen sein wird, da die Ursachen für den Stress jetzt deutlich tiefer liegen.

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