Die Generation Z hinterfragt gerade eine unausgesprochene Regel, an die sich Arbeitnehmer seit Jahrzehnten halten

Titelbild junge Menschen mit Bier

Die Generation Z will weiterhin Leistung erbringen, aber nicht mehr zu jedem Preis. Lange galt es als normal, ständig und überall erreichbar zu sein. Doch genau dagegen wehren sich junge Menschen. Sie wollen nicht mehr nach Feierabend Mails checken müssen.

Was ist das für eine Regel? Seit Jahrzehnten gilt unter Arbeitnehmern die unausgesprochene Vereinbarung, dass man gewisse Opfer bringen muss, wenn man beruflich erfolgreich sein will. Dazu gehört etwa, im Urlaub geschäftliche Anrufe entgegenzunehmen oder bereit zu sein, seinem Chef auch an einem Sonntag zur Verfügung zu stehen. Oder auch nach Feierabend noch die Arbeits-Mails zu kontrollieren.

Viele Mitarbeiter haben dieses Verhalten mittlerweile als Standard akzeptiert, um beruflich erfolgreich zu sein. Doch genau das hinterfragt gerade die Generation Z.

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Die Generation Z will nicht mehr zu jedem Preis dauerhaft erreichbar sein

Was sagt die Gen Z dazu? Die Generation Z legt großen Wert darauf, Beruf und Privatleben voneinander zu trennen und lehnt schon länger die klassische „Always-On“-Mentalität ab. Das Magazin Business Punk beschreibt das mit den Worten, die Generation Z habe „eine Arbeitskultur, die die Wirtschaft erschüttert.“

Viele junge Menschen seien einfach nicht mehr bereit, sich für den Arbeitgeber kaputt zu schuften. Die Gen Z will weiterhin Geld verdienen und Leistung erbringen, aber nicht mehr zu jedem Preis, wie man ihnen das in den früheren Generationen vorgelebt hat.

Daraus entstehen dann auch bekannte Vorurteile gegenüber jungen Menschen: Wer nach Feierabend noch auf eine berufliche Nachricht antwortet, gilt als engagiert. Wer erst am nächsten Morgen darauf antwortet, gilt in beruflichen Kreisen als faul.

Viele junge Menschen meinen mittlerweile, die älteren Generation würden es mit der Arbeitsmoral einfach übertreiben.

Jeff LeBlanc, Dozent an der Bentley University und Entwickler des „Engaged Empathy Leadership Model“ (EELM), erklärte in einem Gespräch mit FastCompany, dass er das genau als Problem sehe und auch einen neuen Begriff dafür habe:

Ich nenne dies „performative Erreichbarkeit“ – den Zwang, berufliches Engagement anhand der Sichtbarkeit statt anhand des Werts oder der Bedeutung der eigenen Beiträge unter Beweis zu stellen.

LeBlanc meint auch dazu, dass der Bruch mit der Regel vielleicht gar kein Bruch sei, sondern eine wichtige Entscheidung sei, um mit alten Normen zu brechen, die schon lange ungesund seien. So schreibt er:

Die Generation Z hat vielleicht gar keinen bahnbrechenden neuen Arbeitsansatz entdeckt. Jüngere Arbeitnehmer hinterfragen möglicherweise einfach nur Arbeitsnormen, die frühere Generationen nicht hinterfragen konnten oder wollten.

Am Ende, so der Dozent, sei das eine wichtige Entwicklung, die hier durch die Generation Z angestoßen werde. Einen Schritt, den ältere Generation niemals tun oder schaffen würden. Nämlich eine Regel zu hinterfragen, an die man sich jahrelang gehalten hat.

Personalleiter wurden gefragt, mit wem die Arbeit besonders schwerfällt. Und die Generation Z erklärt, dass die eigenen Altersgenossen am schwierigsten seien. Fast die Hälfte (45 %) findet die eigene Generation schwierig zu führen und würde sich andere Mitarbeiter wünschen: Die Generation Z ist zu Chefs geworden, und das Erste, was sie tun: Sie beschweren sich darüber, wie junge Menschen arbeiten

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