Destiny lässt Lücken, damit die Community sie füllt
Mut zur Lücke

Der MMO-Shooter Destiny hat kein Matchmaking für die Raids, sondern findet es besser, wenn die Community das macht. Überhaupt vertraut man den Fans dabei, die zahlreichen Informations- und Featurelücken zu füllen und bindet sie dadurch stärker ans Spiel.

In einem Interview mit vg247 erzählt der Community-Manager von Destiny, DeeJ, jetzt, wie das mit dem Matchmaking so ist. Denn das „Auto-Matchmaking“ funktioniert zwar für die „einfachen Gruppenaufgaben“ in Destiny, für die schwierigeren Dinge im Spiel ist es aber nicht möglich, sich über einen Algorithmus zu finden. Wer Atheon oder Crota bezwingen will, kann nicht auf einen anonymen und automatisierten Mechanismus vertrauen.

Ein katastrophaler Fehler für so manchen Kritiker des Spiels. Wie konnte man so ein grundlegendes Feature denn nur übersehen? Schon vor dem Release schossen Seiten aus dem Boden, die diese Nachlässigkeit von Bungie beheben wollten: mit selbst gebastelten Raidfindern etwa. Doch Bungie sagt nun: Das war Absicht. Genau so haben wir uns das vorgestellt.

Destiny-Atheon

Beim Matchmaking hat Bungie mittlerweile ein Stückweit nachgeben. Lange Zeit war das Matchmaking für die heroischen Strikes nicht möglich. Das hat man mittlerweile aber erlaubt. Im Moment ist es nur noch für den Nightfall, den wöchentlichen Dämmerungs-Strike, und die Raids nicht aktiviert.

Stattdessen finden sich Spieler über LFG-Tools auf externen Seiten oder über Facebook-Gruppen. Sie kommen über Foren über Foren zusammen. Und Bungie ist damit absolut zufrieden und einverstanden, wie es heißt. Ja mehr noch: Man hat’s regelrecht darauf angelegt. Und wer darauf wartet, dass das Matchmaking für den Nightfall oder die Raids kommt, der kann wohl noch lange warten.

Destiny Team

„Wenn sich gleichgesinnte Spieler zusammenfinden und gemeinsam an etwas arbeiten, ist es so viel besser, als wenn wir einen Algorithmus schreiben, der für jeden funktioniert“, so DeeJ im Interview. „Wenn sich kleine Cluster von Spielern zusammenfinden ist das, unserer Erfahrung nach, viel besser als ein System, das für alle gilt.“

Lücken lassen, damit andere sie füllen können

Mein MMO meint: Die Erfahrung der letzten Monate scheint Bungie hier Recht zu geben. Wenigstens für Spieler, die sich überwinden und sich auf die Suche nach anderen einlassen. Denn während im „Auto-Matchmaking“ es immer häufiger dazu kommt, dass einzelne Spieler afk gehen und sich vom Rest der Gruppe durchschleifen lassen, ist es was anderes, wenn man Spieler über Facebook-Gruppen oder Foren auftut. Hier haftet jeder mit seinem eigenen Namen.

Das ist auch eine Erfahrung aus anderen MMORPGs. Zwar wird es durch ein „Auto-Matchmaking“ deutlich leichter, andere Mitspieler zu finden. Die Wertschätzung, die man denen entgegenbringt, schrumpft aber extrem: Das „man sieht sich eh nur einmal“-Konzept des anonymen Zusammenfindens gehört nicht gerade zu den Schokoladenseiten moderner MMORPGs.

Destiny-Team

Überhaupt ist es ieine interessante Idee, Lücken und Leerstellen zu lassen, die von der Community gefüllt werden. Schon früh gab es etwa Seiten, die Event-Timer brachten, oder Youtuber, die bestimmte Spiel-Mechaniken erklärten oder Waffen besprachen, da der Shooter hier mit Informationen so stark geizte.

Destiny-Ritter-Schar

Vielleicht hat das Game deshalb so viele große Youtube-Kanäle, weil es diesen Bedarf an Informationen gibt und dadurch der Kick entsteht, sich außerhalb des Games mit Destiny zu beschäftigen, die Geheimnisse zu entschlüsseln. Bei einem Spiel, das einem alles vorkaut, wäre das sicher nicht der Fall.

Auch dem nach wie vor beliebten World of Warcraft sind mittlerweile professionelle Seiten gewachsen, die davon leben, den Spielern das zu erzählen, was Blizzard ihnen verschweigt: von komplizierten Damage-Kalkulationen hin zu professionellem Data-Mining.

Der Erfolg scheint Bungie Recht zu geben: Destiny hat sicher eine der aktivsten, kreativsten und auch nützlichsten Communites überhaupt.

Böse Zungen behaupten ja sogar, Destiny habe auch beim Story-Telling auf diese Lücken gesetzt, um die Story möglichst flach zu halten, damit die Spieler immer wieder durch die Missionen hetzen können …


Mit dem Thema Gruppensuche in Destiny über externe Tools und Seiten haben wir uns hier schon mal beschäftigt.

Autor(in)
Quelle(n): vg247
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