Warum das neue Eisenbanner in Destiny 2 enttäuscht

Das neue Eisenbanner von Destiny 2 ist mit großen Erwartungen gestartet. Wie spielt es sich im Vergleich zu Destiny 1? Und warum sind so viele Spieler nun enttäuscht? Wir haben die Antworten für euch!

Das Eisenbanner ist ein monatliches PvP-Event im Destiny-Universum, das bereits während der Destiny-Beta im Sommer 2014 gespielt werden konnte. Regelmäßig durften sich alle Hüter darin messen und die Macht ihres Lichts beweisen. Darüber hinaus galten die Eisenbanner-Waffen und -Rüstungen in Destiny 1 zu den begehrtesten im Spiel, hatten sie doch nahezu allesamt starke Rolls.

Mit Destiny 2 kehrt das Eisenbanner nun zurück. Zeit für einen Vergleich des Eisenbanners zwischen Destiny 1 und Destiny 2. Was hat sich geändert? Und warum sind viele Spieler enttäuscht? Alle Antworten gibt es hier.

Hinweis: Wir vergleichen das Eisenbanner zum Ende von Destiny 1 – nicht zum Start. Zwischenzeitlich hat es große Veränderungen gegeben.

Die Voraussetzungen für die Teilnahme am Eisenbanner

Um in Destiny 1 am Eisenbanner teilnehmen zu können, musste man erst einmal ein gewisses Lichtlevel erreichen. Denn die Level-Vorteile waren aktiv – Hüter mit einem geringeren Lichtlevel als andere hatten daher einen Nachteil.

Auch wenn diese Level-Vorteile marginal waren, haben sie sich doch bemerkbar gemacht.

All dies ist in Destiny 2 unerheblich. Ihr müsst lediglich mit einem Charakter den Turm freigeschaltet und Level 20 erreicht haben, ab dann dürft Ihr accountweit das Eisenbanner zocken. Somit könnt Ihr mit euren Zweit- und Drittcharakteren auch unter Level 20 am Eisenbanner teilnehmen.

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Die Power-Level-Vorteile sind deaktiviert, ein Level-3-Hüter macht genau so viel Schaden wie ein Hüter mit Power-Level 305. Bungies Marschrichtung ist klar, mehr Hüter sollen Zugang zum Eisenbanner erhalten.

Ob damit der Grundgedanke des Eisenbanners erhalten bleibt, darüber kann vortrefflich diskutiert werden. Denn eigentlich verstößt es gegen die Lore, dass die Level-Vorteile deaktiviert sind. Lord Saladin hielt das Eisenbanner bislang immer ab, um die Macht des Lichts der Hüter zu prüfen. Man rechnete daher fest damit, dass Level-Vorteile auch in Destiny 2 aktiv sind. Für die Population der Playlist schadet es aber sicher nicht, wenn mehr Spieler daran teilnehmen können.

Der Spielmodus – Kontrolle 4vs4

Dass es Änderungen am Spielmodus geben wird, hat niemanden überrascht. Auch wenn viele Spieler insgeheim gehofft haben, dass Bungie zumindest das Eisenbanner als 6vs6-Playlist einführen würde, blieb es beim gewohnten 4vs4, so wie es im gesamten Schmelztiegel von Destiny 2 üblich ist.

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Der Spielmodus des ersten Eisenbanner in Destiny 2 ist Kontrolle. Es gilt Zonen einzunehmen, die über der Karte verteilt sind. Für jede eingenommene Zone gibt es bei einem Kill einen Punkt. Wer mehr Zonen hält, bekommt bei Kills mehr Punkte. Gewonnen hat das Team, welches zuerst 100 Punkte gesammelt hat.

Bungie hat in Destiny 1 monatlich den Eisenbanner-Spielmodus verändert, dies wird bei zukünftigen Eisenbanner-Events in Destiny 2 wohl ebenfalls eine Rolle spielen.

Das Teamplay – Nichts für Solo-Spieler?

Über das Für und Wider der Verkleinerung der Teams wurde bereits an anderen Stellen ausführlich debattiert. Speziell im Eisenbanner sorgt diese Änderung allerdings für einen Effekt, der vor allem Alleinspieler betrifft. Diese werden häufig mit festen Einsatztrupps konfrontiert, die sich absprechen und koordiniert vorgehen.

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In Destiny 1 konnte dieser Nachteil durch die Fähigkeiten einzelner Spieler ausgeglichen werden. In Destiny 2 ist dies ungleich schwerer, Teamplay und Teamshots sind die beste Strategie im Schmelztiegel.

Man mag nun argumentieren, dass Eisenbanner ein teamorientierter Spielmodus ist. In der Praxis will Bungie aber dafür sorgen, dass auch Solo-Spieler auf ihre Kosten kommen – die Implementierung der Guided Games belegt das. Die Spielersuche beim Eisenbanner hingegen nicht.

Dies sorgt dafür, dass Spieler einzelne Matches vorab verlassen – und in Konsequenz für Frust bei den verbleibenden Spielern.

Das Loot-System in Destiny 1 – Garantiert!

Bei jedem Eisenbanner-Event gibt es Loot abzustauben. Hier macht Destiny 2 keine Ausnahme. Der Weg, diesen Loot zu bekommen, hat sich gegenüber dem Vorgänger jedoch signifikant geändert.

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Das Angebot von Lord Saladin in Destiny 1

In Destiny 1 brachte Lord Saladin eine Auswahl an Gegenständen mit, die stark gerollt waren und insbesondere im Schmelztiegel große Vorteile brachten. Darüber hinaus hatte man nach jedem Match eine Drop-Chance auf einen zufällig gewürfelten Gegenstand aus Saladins Repertoire.

Dieses System hielt die Spieler bei der Stange, da der Loot nach einem Match nicht nur besser sein konnte als das Equipment, welches Saladin verkaufte, es brachte darüber hinaus auch das Licht-Level nach oben. Spieler konnten so während des Eisenbanners im Level aufsteigen.

Die wöchentlichen Beutezüge motivierten die Spieler zusätzlich – Beutezüge, die speziell auf das Eisenbanner-Event zugeschnitten waren.

Das Lootsystem in Destiny 2 – Viel Glück!

Dieses System hat Bungie für Destiny 2 komplett über den Haufen geworfen. Ihr müsst nun Token verdienen und diese bei Saladin gegen Eisen-Engramme eintauschen, die ein zufälliges Eisenbanner-Item beinhalten. Für einen Sieg gibt es 5 Token, für eine Niederlage 2 Token. Wer die täglichen Eisenbanner-Herausforderungen abschließt, erhält weitere Token.

20 Token benötigt Ihr für ein Eisen-Engramm. Wollt Ihr nun die Eisenbanner-Rüstung komplett farmen (bestehend aus 5 Teilen), müsst Ihr sehr viel Glück haben. Ein findiger Hüter hat die durchschnittliche Anzahl der für alle Rüstungsteile benötigten Eisen-Engramme anhand der Monte-Carlo-Methode berechnet.

Mithilfe dieses Verfahrens aus der Stochastik hat der Hüter die statistische Verteilung von Drops aus Eisen-Engrammen simuliert. Wollt Ihr lediglich die Rüstung bekommen, müsst Ihr dafür im Schnitt 30 Eisen-Engramme öffnen. Dies entspricht 600 Token oder 120 gewonnene Spiele.

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Wollt Ihr alle Gegenstände inklusive der Waffen des Eisenbanners sammeln, müssen im Schnitt 41 Eisen-Engramme geöffnet werden (820 Token). Die Zahlen variieren je nach Glück oder Pech, zeigen jedoch eines deutlich: Wer alles innerhalb einer Woche bekommen möchte, hat einen langwierigen Grind vor sich – Und muss sich darüber hinaus auf sein Glück verlassen.

Die Loot-Qualität – Generischer Einheitsbrei?

Die Eisenbanner-Waffen aus Destiny 1 wiesen nicht nur exzellente Perk-Verteilungen auf, sondern besaßen darüber hinaus ein einzigartiges Design. Mit nahezu jeder Ausgabe des Eisenbanners kamen starke Waffen, die speziell im Schmelztiegel dominierten. Fast jeder Veteran wird mit den Namen Nirwen’s Gnade, Felwinters Lüge oder auch dem schlauen Drachen etwas anfangen können.

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Der schlaue Drache – einst das beste PvP-Impulsgewehr in Destiny 1

Auch Destiny 2 bietet wieder eine Auswahl an Eisenbanner-Waffen. Acht sind es an der Zahl, für jeden Waffen-Slot ist etwas dabei. Die Rolls der Waffen sind statisch, Ihr werdet immer die gleichen Perks einer Waffe bekommen. Diese orientieren sich auch in Destiny 2 eher am Schmelztiegel, sind aber längst nicht mehr so dominant wie noch im Vorgänger.

Das Impulsgewehr ist stark, allerdings nur schwer zu meistern. Das Automatikgewehr ist exzellent, hat aber mit Uriels Geschenk und der Ursprungsgeschichte starke Konkurrenz. Die anderen Waffen ragen kaum heraus, was die Motivation der Spieler, diese zu jagen, zusätzlich trübt.

Alle Waffen sind darüber hinaus schlichte Reskins von schon bestehenden Schießeisen.

Die Rüstungen hingegen sehen schick aus und sind im klassischen Eisenbanner-Design gehalten. Die Frage wird hier sein, wie oft Bungie das Inventar von Lord Saladin überarbeiten und neue Designs kreieren wird.

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Nirwens Gnade – ein Eisenbanner-Impulsgewehr aus Destiny 1

Robert meint: Das Eisenbanner von Destiny 2 soll mehr Spieler ansprechen und leichteren Zugang ermöglichen. Dieser Auftrag wurde erfüllt. Gleichzeitig hat Bungie jedoch den kompletten Loot-Pool in nur ein Event gepackt. Früher waren nur wenige Gegenstände pro Eisenbanner-Ausgabe im Angebot. Dies bedeutete, dass man die Rüstung erst nach 4 oder 5 Monaten vervollständigen konnte.

Dies mag design-technisch fragwürdig sein, doch zumindest garantierte es, dass alle Spieler nach diesem Zeitraum das Rüstungsset komplett hatten (sofern sie regelmäßig teilnahmen). Destiny 2 setzt hier komplett auf den Zufall. Wenn es ungünstig läuft, werdet Ihr in 8 Monaten immer noch auf der Suche nach dem schicken Jäger-Umhang sein. Dies war in Destiny 1 undenkbar.

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Die fehlenden Eisenbanner-Drops nach einem Spiel sorgen darüber hinaus für große Langeweile. Zufällig ausgewürfelte Gegenstände sind aufregend. Nicht selten mussten wir nach einem Match erst einmal in den Orbit fliegen, damit jeder seinen Loot bestaunen konnte. Der fehlende Loot nach einem Match nimmt vielen Spielern die Motivation, überhaupt am Eisenbanner teilzunehmen.

Die fehlende Level-Progression und das langweilige Token-System (viele Hüter wollen Loot-Drops, keine Token!) setzt dem ganzen System die Krone auf. In Destiny 1 war der Fortschritt des eigenen Charakters eine wesentliche Motivation, am Eisenbanner teilzunehmen. Dies fehlt in Destiny 2 komplett.

Viele Hüter bezeichnen das aktuelle Eisenbanner als das schlechteste aller Zeiten. Viele vergessen zwar, welch ausgewachsene Katastrophe das erste Eisenbanner von Destiny 1 war. Drops waren so gut wie nicht existent und auch dort hat die Level-Progression gefehlt. Bungie muss sich aber am Eisenbanner messen lassen, welches zum Schluss von Destiny 1 abgehalten wurde. Und hier wurden leider drei Schritte zurückgemacht.

Zumindest hat Bungie angekündigt, dass es auf die Sorgen und Anregungen der Spielerschaft hört. Die kommenden Monate werden zeigen, wie Bungie der Kritik entgegentreten wird.

Was haltet Ihr vom Eisenbanner? Konntet Ihr bereits alles ergattern, was Ihr haben wolltet? Schreibt es uns in die Kommentare!  

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