Dead by Daylight: Der letzte Überlebende unter den asymmetrischen Spielen

Auch im Jahr 2021 gedeiht Dead by Daylight, während andere asymmetrische Spiele aussterben. Doch warum schafft es Dead by Daylight noch immer zu überleben?

Vor rund 6 Jahren begann das Genre der asymmetrischen Spiele einen Aufschwung zu erleben. Das Grundkonzept ist dabei immer recht ähnlich. Es gibt eine „Power Role“, die alleine unterwegs und extrem mächtig ist. Das gegnerische Team besteht hingegen aus mehreren Spielern, die allesamt deutlich schwächer sind, dafür aber den zahlenmäßigen Vorteil genießen.

Große Vertreter dieses Genres kamen und gingen schnell wieder:

  • Nach einem gigantischen Hype verschwand das Monster-Spiel Evolve wenige Monate nach Release unrühmlich. Es wurde Free2Play und stellte wenige Monate danach den Betrieb komplett ein.
  • Aufgrund eines bitteren Urheberrechts-Debakels musste Friday the 13th The Game seinen Betrieb vor einer Weile einstellen. Updates gibt es nicht mehr, die Entwicklung ist eingestellt. Das Spiel ist faktisch tot.
  • Predator: Hunting Grounds ist zwar streng genommen noch lebendig und wird mit Patches versorgt, allerdings scheint das Spiel in der Versenkung verschwunden zu sein. Offizielle Zahlen zu den aktiven Spielern gibt es nicht und erste Kritiken waren äußerst negativ – viele haben das Spiel schon gar nicht mehr auf dem Schirm.

Doch ein Spiel hat diesen „Genre-Tod“ überlebt. Nämlich genau das Spiel, das mit dem Slogan „Der Tod ist keine Zuflucht“ wirbt – Dead by Daylight.

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Dead by Daylight lebt weiter – und es wächst ständig.

Aber was macht Dead by Daylight so viel besser als seine Genre-Kollegen, die alle in der Versenkung verschwunden sind? Wieso gedeiht Dead by Daylight auch fast 5 Jahre nach dem Release und wächst Jahr für Jahr weiter?

Wir schauen uns an, warum Dead by Daylight auch im Jahr 2021 ein heißer Kandidat für euer „nächstes Spiel“ sein dürfte.

Was ist Dead by Daylight?

In seinen Grundzügen ist Dead by Daylight rasch erklärt. Vier Spieler treten als „Überlebende“ gegen einen Killer an, der ebenfalls von einem Spieler gesteuert wird. Die Überlebenden müssen mehrere Generatoren auf der Karte reparieren, um anschließend die Ausgangstore zu öffnen und zu entkommen. Der Killer hingegen will das verhindern und die Überlebenden umbringen, indem er sie erst zu Boden schlägt und dann an Opferhaken aufhängt.

Was auf den ersten Blick eintönig klingen mag, stellt euch jedoch jede Runde vor neue Herausforderungen. Denn mit 22 verschiedenen Killern und zahlreichen Perks unterscheidet sich jedes Match. Während manche Killer etwa Bärenfallen aufstellen, können sich andere unsichtbar machen, mit Wurfäxten schleudern oder wie Freddy Krueger aus Albträumen auftauchen.

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Auch diese beiden Horror-Ikonen morden in Dead by Daylight.

Während der Killer recht zielstrebig nur ein einziges Ziel verfolgt – nämlich das zeitige Töten der Überlebenden – müssen die Überlebenden häufiger größere Entscheidungen fällen:

  • Versucht man, einen anderen Überlebenden vom Haken zu retten und riskiert damit das eigene Leben?
  • Opfert man wertvolle Zeit, um kleine Totems auf der Karte zu suchen, die den Killer verstärken, solange sie noch nicht gefunden wurden?
  • Stellt man sich dem Killer selbst in den Weg, um von einem bereits verwundeten Verbündeten abzulenken?

Diese und viele andere Entscheidungen, die in Dead by Daylight häufig innerhalb einer Sekunde gefällt werden müssen, sorgen für ständige Abwechslung.

Warum geht es Dead by Daylight so gut?

Aber kommen wir zurück zu der Frage, warum Dead by Daylight gedeiht, während andere Genre-Vertreter ein unrühmliches Ende fanden. Gründe dafür gibt es eine ganze Menge. Denn obwohl Dead by Daylight häufig Kritik für seine Patch-Politik erntet, die oftmals nicht ausreichend getestet werden, machen die Entwickler eine ganze Menge richtig.

Starke Lizenzen: Kein anderes Horror-Spiel konnte sich so viele Rechte an bekannten Figuren sichern, wie Dead by Daylight. Neben Michael Myers, Freddy Krueger oder Amanda Young (SAW), tummeln sich hier auch Kreaturen wie der Demogorgon (Stranger Things), Leatherface (Texas Chainsaw Massacre) oder Ghost Face (Scream). Wer auf klassische und moderne Horror-Figuren steht, kommt an Dead by Daylight nicht vorbei.

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Sogar Silent Hill gibt es inzwischen in Dead by Daylight.

Aggressive Update-Politik: Dead by Daylight verfolgt eine aggressive Patch-Politik. Alle 6 Wochen erscheint im Grunde ein großer Patch. Hierbei wechseln sich „Chapter“-Patches mit kleineren Patches ab. Während ein Chapter (fast immer) neue Killer und Überlebende bringt, sorgen die Zwischen-Patches für Balancing und Karten-Überarbeitungen, sinnvolle Neuerungen oder kosmetische Erweiterungen.

Next Gen im Fokus: Seit rund einem Jahr arbeitet Dead by Daylight daran, sämtliche Maps, Objekte und Animationen auf den neusten Stand zu bringen und grafisch massiv zu überarbeiten. Kein Wunder, immerhin stammen einige grafische Details noch aus der Beta von 2015. Damit Dead by Daylight auch auf modernen Rechnern und der neuen Konsolen-Generation hübsch aussieht, hat man frühzeitig damit begonnen, alles optisch für „Next Gen“ aufzupolieren.

Dass diese Strategie aufgeht, lässt sich auch an den Zahlen erkennen. Alleine auf Steam hält sich Dead by Daylight seit Monaten in den Top 20 der meistgespielten Spiele, kratzt zum Release neuer Killer auch gerne an den Top 10. Von anfänglich knapp 11.200 gleichzeitigen Spielern im Juni 2016 hat man sich Stück für Stück auf 35.600 gleichzeitige Spieler im Dezember 2020 hochgearbeitet (via Steamcharts) – einige Schwankungen nach oben und unten gab es dazwischen zwar auch, aber die hingen zumeist mit großen Releases zusammen.

Über die Jahre betrachtet ist Dead by Daylight gewachsen und auch rein objektiv immer besser geworden. Unfaire Mechaniken wie „Unendliche Fluchtmöglichkeiten“ („Infinites“) wurden entfernt. Killer, die gerne campen, werden dafür vom Spiel mit weniger Siegpunkten bestraft. Die Endgame-Collapse sorgt für einen Adrenalin-Rausch in den letzten Augenblicken einer Partie und zwingt beide Seiten, das Match nun möglichst rasch zu beenden.

Auf der Streaming-Plattform Twitch hat Dead by Daylight satte 9 Millionen Anhänger (Stand 19.01.2021). Auch das ist wenig verwunderlich – immerhin sind Matches beim Zusehen spannend und von Streamern kann man sich so manch einen Trick oder Kniff abschauen oder eine coole Kombination von Perks übernehmen.

Wie eine Runde mit dem Standard-Killer Trapper (Fallensteller) ablaufen kann, zeigt der bekannte DbD-Streamer “not Ozdarva” hier:

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Kostet Dead by Daylight wirklich 145 €?

Wer sich die Preise für Dead by Daylight auf Steam oder den verschiedenen Stores der Konsolen anschaut, der dürfte sich verwundert die Augen reiben. Denn neben den Grundkosten von knapp 20 € für das Basis-Spiel gibt es noch eine ganze Fülle an DLCs. Klammert man die rein kosmetischen DLCs aus und beschränkt sich vollständig auf Charaktere, also Killer und Überlebende, dann kommt der stolze Preis von knapp 145 € zusammen (Grundspiel und 18 DLCs). Klar, dass dieser Preis abschreckend ist. Immerhin klingt das nach einer Investition, die selbst jeden neuen Blockbuster-AAA-Titel in den Schatten stellt.

Dead by Daylight DLC Liste
Ein Blick auf die DLC-Liste kann schockieren – sollte es aber nicht.

Hier sei jedoch gesagt: Keine Sorge. Ihr braucht nicht alle DLCs, um in Dead by Daylight Spaß zu haben. Für den Einstieg reicht das Grundspiel vollkommen aus.

10 der 18 DLCs lassen sich übrigens vollständig mit erspielbarer Ingame-Währung freischalten. Wer also nicht sofort auf alle Killer und Überlende zugreifen will – was für Neulinge ohnehin etwas erschlagend sein könnte – kann nach und nach die unterschiedlichen Charaktere bekommen, ohne einen zusätzlichen Euro zu investieren. Lediglich die DLCs zu lizenzierten Charakteren und Franchises, wie Ghost Face, Stranger Things oder Halloween, können nur mit Echtgeld freigeschaltet werden.

Wer wirklich alle Inhalte haben will, sollte auf einen besonderen Sale warten. Bei den großen Events wie dem Summer Sale auf Steam oder vergleichbaren Sales im PS- oder Xbox-Store, werden die DLCs häufig um 40 % bis 60 % vergünstigt.

Welcher Killer sich für euch lohnt und was die einzelnen Bösewichte so draufhaben, verrät unsere umfangreiche Liste zu allen 22 Killern.

Für wen lohnt sich Dead by Daylight?

Wer vier andere Freunde hat und ein Spiel sucht, das man gemeinsam zocken kann, dem kann man Dead by Daylight uneingeschränkt empfehlen. In „Custom Matches“ mit vier Freunden entfaltet Dead by Daylight verdammt viel Spaß – denn nur wenig macht so viel Spaß, wie die eigenen Freunde aufzuhängen, mit Michael Myers zu erschrecken oder als fiese Hexe ihre Eingeweide zu fressen.

Allerdings hat Dead by Daylight eine verdammt steile Lernkurve. Die ersten 20 Stunden im Spiel erlebt man vor allem aus der Zuschauer-Perspektive. Denn im Regelfall stirbt man als erste Person und versteht gar nicht so genau, was man eigentlich falsch gemacht hat oder warum der Killer einen immer wieder entdeckt hat. Doch wer sich durch die harte Lernphase prügelt – was mit Freunden im Schlepptau deutlich einfacher geht – der hat mit Dead by Daylight ein Spiel, das für Monate und Jahre begeistern kann.

Nicht zu empfehlen ist Dead by Daylight für Spieler, die keine Geduld mitbringen. Das Spiel ist in den Jahren deutlich gewachsen und das Freischalten aller Perks und Charaktere kann eine ganze Weile dauern. Die harte Einstiegsphase mag so manch einen Spieler schon früh verschrecken.

Außerdem ist die Community in Dead by Daylight auf dem Niveau der besten Ränge ziemlich berüchtigt. Fast in jeder Runde gibt es am Ende einen angefressenen Überlebenden (oder den Killer), der seine Mitspieler im Chat beleidigt und sich selbst für die Krone der Schöpfung hält, die natürlich keine Fehler macht. Wer hier kein dickes Fell hat und davon rasch entmutigt wird, sollte zumindest den Chat ausblenden – was zum Glück mit einem Klick geht.

Pro
  • Über 20 Killer mit coolen Fähigkeiten
  • Viele Spielweisen dank Dutzender Perks möglich
  • Grafik-Updates halten das Spiel modern
  • Solo und mit bis zu vier Freunden spielbar
  • Partien sind bis zur letzten Sekunde spannend
Contra
  • Überlebende unterscheiden sich quasi nur optisch
  • Viele Perks und Fähigkeiten machen den Einstieg unübersichtlich
  • Große Anzahl an DLCs kann abschrecken
  • Teile der Community haben einen sehr toxischen Ruf – zu Recht

Fazit: Kein Ende für Dead by Daylight in Sicht – Aus gutem Grund

Dead by Daylight wird noch immer besser

Auch nach fast 5 Jahren ist in Dead by Daylight noch lange nicht alles perfekt. Doch wenn man sich die Entwicklung von Jahr zu Jahr anschaut, dann ist das asymmetrische Horror-Spiel Stück für Stück immer besser geworden. Noch immer stören kleine Bugs und Balancing-Probleme den Spielspaß an einigen Stellen, doch die Liste der Probleme wird nach und nach ausgedünnt.

Zusammengefasst ist Dead by Daylight der letzte „große“ Überlebende der asymmetrischen Horror-Spiele und der einzige Kandidat, der sich über die Jahre hinweg vergrößert hat und richtig starke Lizenzen mit weltbekannten Killern in einer Spielwelt vereint. Horror-Fans, die den Nervenkitzel auf beiden Seiten mögen – nämlich als Killer und (hoffentlich) überlebendes Opfer – kommen an Dead by Daylight nicht vorbei. Wer den harten Einstieg übersteht, der kann viele Hundert Stunden in dieses Spiel stecken und findet ein Game, zu dem man immer wieder zurückkehrt.

fragt meinmmo cortyn

Cortyn Nightshade
Asymmetrischer Mörder-Dämon von MeinMMO

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Muchtie

Das Aggressive Update-Politik hat DBD gerette und man sieht was passiert, wenn man ein Spiel Lange Pflegt.

Es wurde auch gesagt das kein Teil 2 Kommen wird und lieber alles in DBD Stecken wollen.

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