In den vergangenen Jahren gab es so einige MMORPGs, die mit Crowdfunding große Summen einspielen konnten, aber trotzdem scheiterten oder aktuell in der Entwicklung festsitzen. Eine der wenigen Ausnahmen ist das in Deutschland entwickelte Albion Online. MeinMMO hat den Game Director gefragt, was ihr Geheimnis ist.
Am 17. Juli 2017 ist Albion Online erschienen. Das MMORPG vom Berliner Studio Sandbox Interactive hat das geschafft, woran viele Genre-Konkurrenten in den vergangenen Jahren gescheitert sind: Es ist als Crowdfunding-MMO erfolgreich. Das anfangs noch kleine Team setzte statt auf Kickstarter auf sogenannte Founding-Pakete.
Mit der Zeit wuchs das Studio und konnte, anders als viele gescheiterte Crowdfunding-MMOs, eine gesunde Spielerbasis halten und aufbauen. Aber wieso schafft Albion Online das, woran so viele scheitern? Wir haben bei den Entwicklern nachgefragt.
In dieser Woche erwarten euch jeden Tag spannende Artikel rund um das Thema MMORPG. Mit dabei: nostalgische Rückblicke, spannende Analysen namhafter Branchen-Veteranen, Ausblicke auf kommende Online-Rollenspiele und launige Streams.
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Eine klare Vision und Zielgruppe
Wir haben Sandbox Interactive gefragt, warum sie als eines der wenigen positiven Beispiele gelten, die mit einer Crowdfunding-Strategie erfolgreich waren. Dafür gab es auch eine ausführliche Antwort vom Game Director des MMOs, Moritz Bokelmann.
Direkt stellt er dabei klar: Es gibt gar kein großes Geheimnis oder Geheimrezept, warum Albion Online funktioniert hat. Für das Studio war vor allem Kommunikation wichtig und dass man genau die Richtung verfolgte, die man wollte.
Es gibt eine Sandbox, eine Menge PvP, es ist Full-Loot und Spieler und Gilden schreiben ihre eigenen Geschichten. Es ist eine ziemlich hardcore-lastige Herangehensweise, aber wir haben uns klar an diese Vision und die entsprechende Zielgruppe gehalten – und das hat für uns wunderbar funktioniert.
Moritz Bokelmann, Game Director von Albion Online
Albion Online konzentrierte sich auf eine Nische, ohne zu versuchen, alle abzuholen. Davon ausgehend baute man das MMORPG weiter aus. Man erweiterte die Plattformen und stellte sich neuen möglichen Spielern. Aber die Herangehensweise ans Spiel behielt man bei:
Aber Albion Online bleibt, was es schon immer war – ein spielergetriebenes Sandboxspiel – und wir bringen unser ziemlich einzigartiges Spiel auf Mobilplattformen und Konsole so wie es ist – und nicht als eine weichgespülte Version, die angepasst ist an eine Meinung, wie ein MMO auf einer solchen Plattform aussehen
Moritz Bokelmann, Game Director von Albion Onlinesollte.
Statt sich direkt auf alle Plattformen zu stürzen, konzentrierte man sich bei Albion Online anfangs auf den PC, 2021 dann auf Mobile-Plattformen und seit diesem Jahr ist das MMORPG auch auf der Xbox Series X|S erhältlich – samt besserer Controller-Unterstützung und einer visuellen Überarbeitung. Dadurch hatte man ein Spielerwachstum, weil eben die Plattformen wuchsen und mit den Vorangegangenen kompatibel waren.
Man braucht aber auch Glück
Innerhalb der jetzt 8 Jahre wuchs Albion Online weiter heran, und mit neuem Inhalt, den man hinzugefügt hat, erweiterte man auch die Zielgruppe und die Möglichkeiten für verschiedene Spielertypen. Seien es die PvP- oder PvE-Spieler, oder Leute, die gerne als Gruppe oder auch solo in Albion Online versinken. Auch hierbei war für die Entwickler von Sandbox Interactive aber wichtig, dass man den Kern nicht verändert.
Ein absolut unumstößlicher Kern bleibt aber immer: die Spieler sind die Geschichte. Dass jeder im Spiel in irgendeiner Form Einfluss auf die Welt hat – und die unendlichen Möglichkeiten, die damit einhergehen – ist etwas, was immer im Mittelpunkt unserer Überlegungen steht. Das ist Teil der von mir nun schon einige Male erwähnten Vision für das MMO, das wir machen wollten und wollen.
Moritz Bokelmann, Game Director von Albion Online
Erst dadurch entstand laut Bokelmann eben die große und loyale Community, die das MMORPG belebt und am Leben hält. Aber er stellt auch klar, dass man nicht nur wegen der Idee und der Entwicklung erfolgreich ist, man hatte auch Glück.
Auch das muss man sagen: ohne Glück funktioniert sowas nicht. Wir hatten das Glück, dass wir zur richtigen Zeit, mit den richtigen Leuten, die richtigen Ideen hatten. Die Nische, die wir uns ausgesucht haben, die Free-2-Play Transition kurz vor Beginn der unseligen Pandemie, ein Launch auf Mobilgeräten nicht lange danach – all das sorgte für einen stetigen Zustrom an Spielern.
Moritz Bokelmann, Game Director von Albion Online
Der Release-Zeitpunkt war also ein relevanter Faktor. Zum Schluss betont Bokelmann aber noch, dass all dies nicht ohne die Community möglich war. Durch die Einbindung der Community und das konsequente Verfolgen der eigenen Vision konnte man laut Bokelmann erst erfolgreich werden.
Das Besondere an Albion Online ist also, dass man von Anfang an eben nicht alles Mögliche machen wollte, sondern sich auf eine Kernidee konzentriert hat. Dadurch konnten Spieler direkt wissen, was sie erwartet. Konzentriert man sich auf eine Vision, kann man auch Feedback besser umsetzen, weil man nicht unzählige Baustellen hat.
Gleichzeitig nutzte Albion Online die Zeit aber für eine Erweiterung der Spielidee, wodurch man langsam, aber organisch neue Spieler hinzuziehen kann, ohne sich zu überladen.
Wie sieht es bei euch aus? Zockt ihr Albion Online und welcher Aspekt gefällt euch am MMORPG am besten? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Mehr vom Grindfest 2026 findet ihr hier: Das Programm der großen MMORPG-Themenwoche von MeinMMO
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