Die Entwickler von Wardogs überraschen mit ihrer Offenheit: Sie sprechen transparent über ihre größte Schande

Bulkhead battalion 1944

Das letzte Spiel der Entwickler hinter Wardogs endete in einem Fiasko für die Spieler, aber statt die Schmach zu verheimlichen, sprechen sie offen darüber.

BULKHEAD hat am 11. August 2026 das Release-Datum von Wardogs veröffentlicht. Das Spiel startet am 10. September in den Early Access und wird dann 39,99 € kosten. Mit der Ankündigung teilten die Entwickler zudem ein Video auf YouTube, in dem sie 10 Gründe gegen den Kauf von Wardogs nennen. Das hielt den Shooter allerdings nicht davon ab, ein Topseller auf Steam zu werden.

Als ich das Video mit den 10 Gründen gegen den Wardogs-Kauf gesehen habe, ist mir ein Grund dabei besonders aufgefallen:

„Wir sind die Entwickler von Battalion 1944“

Battalion 1944 war ein Spiel, das BULKHEAD entwickelt hat. Es war ein kompetitiver 5v5-Shooter im Zweiten Weltkrieg, der 2016 über eine Kickstarter-Kampagne von interessierten Spielern finanziert wurde. Der Early-Access-Release im Jahr 2018 war jedoch von verschiedenen Problemen geplagt, darunter die Treffer-Erkennung, verschiedene Bugs und Server-Probleme. Zudem kritisierten Spieler, dass neue Inhalte zu langsam kommen. Unter der Gesamtsituation litten dann die Spielerzahlen, und während immer mehr Zeit verstrich, gab es seitens BULKHEAD vor allem eines: Schweigen.

Das Studio stand anschließend stark in der Kritik, seine Kickstarter-Unterstützer nur selten bis gar nicht mit neuen Infos zu versorgen, speziell in Bezug auf die versprochenen Konsolen-Versionen, die ein Teil der Kickstarter-Kampagne waren, aber nie kamen. 7 Jahre nach der erfolgreichen Kickstarter-Kampagne kündigte BULKHEAD dann an, allen Kickstarter-Unterstützern ihr Geld über Paypal zurückzugeben, wenn diese innerhalb von 30 Tagen eine entsprechende Umfrage ausfüllen.

Video starten
BULKHEAD stellt den Militär-Shooter WARDOGS im Trailer vor

Im Video selbst erklären die Entwickler dann, was damals vorgefallen ist. Sprechen über die mangelnde Kommunikation und erklären, dass die Situation um Battalion 1944 der Grund sei, weshalb sie bei den Wardogs-Playtests so vorsichtig und beim Marketing so transparent sind.

Bei den niedrigen Spielerzahlen von nur 50 bis 200 täglichen Spielern brachen die Beziehungen zu unserem Publisher zusammen. Die Konsolen-Version hing fest – gefangen in juristischen Streitigkeiten –, und wir hatten unsere gesamten Gewinne aufgebraucht, um das Spiel am Leben zu halten. Als wir uns daraufhin nicht mehr gemeldet haben, war diese Funkstille rückblickend viel zu extrem. Aber ehrlich gesagt hatten wir einfach nichts, worüber wir hätten sprechen können – außer dem Scheitern von Battalion und den kleinen Hoffnungsschimmern eines Herzblutprojekts, an dem wir in unserer Freizeit arbeiteten. […] Es sind genau diese Lektionen und Narben aus Battalion, auf denen Wardogs aufgebaut wurde. Das ist der Grund, warum wir bei unseren Playtests so vorsichtig und in unserem Marketing so transparent sind.“

Überraschende Ehrlichkeit statt Flucht vor der eigenen Vergangenheit

Mein erster Gedanke war sofort: „Wow, erfrischend ehrlich. Ich hätte nicht gedacht, dass sie das von sich aus erwähnen. Viele würden versuchen, das Thema totzuschweigen.“

Natürlich klappt das mit dem Totschweigen nicht und es gab an verschiedenen Stellen wie auf Reddit, in den YouTube-Kommentaren unter Trailern oder in unserer Community bereits Erwähnungen der Thematik. Dennoch ist das etwas, das ich nicht in der laufenden Marketingkampagne des neuen Spiels erwartet habe.

Die Entwickler sagen zudem ganz klar: Wer dem Studio deshalb nicht mehr vertraut, sollte Wardogs erstmal nicht kaufen. Und ich stimme ihnen da zu. Soll BULKHEAD erstmal beweisen, dass es seine Fehler nicht wiederholt und dieses Mal ein gutes Spiel liefern und langfristig unterstützen kann, das auch die geäußerten Versprechen erfüllt!

Dennoch macht mir diese Transparenz Hoffnung auf den Early-Access-Release, die anhaltende Unterstützung des Shooters und den Zustand der in ferner Zukunft liegenden 1.0-Version, denn:

Sie stellen sich offen ihrer Schande und sagen beispielsweise klar, dass sie damals schlecht kommuniziert haben.

Nicht alle stellen sich offen ihren Fehlern

Als Gegenbeispiel möchte kurz an The Day Before erinnern, das nach einem aufmerksamkeits­erregenden Trailer im Jahr 2021 lange als die große Hoffnung unter den Survival-Games galt. Noch während der Entwicklungsphase kamen jedoch immer mehr Zweifel an der Echtheit des Spiels auf, sodass es am Release-Tag zwar die Nummer 2 auf Twitch war, aber auf Steam von ersten Spielern zerrissen wurde.

Die Kritik damals war facettenreich:

  • Das Spiel sei kein Open-World-MMO, wie beworben, sondern ein Extraction-Shooter
  • Die Map wirke leer und leblos
  • Das Spiel weise kaum Survival-Elemente auf, wie angekündigt
  • Das Gunplay fühle sich langweilig an und habe schlechtes Trefferfeedback
  • Die Performance sei schlecht

Das Fazit der Community: Der Unterschied zwischen den gezeigten Gameplay-Trailern und dem Spiel selbst sei zu groß. Das Entwicklerstudio Fntastic schloss wenige Tage nach dem Release, denn The Day Before sei finanziell gescheitert. Rund 1,5 Monate später wurden zudem die Server abgeschaltet, doch obwohl das fertige Produkt offensichtlich nicht die geweckten Erwartungen der Spieler erfüllen konnte, sagten die Entwickler anschließend, The Day Before wäre ein gutes Spiel gewesen. Das Studio erklärte, Content-Creator hätten mit reißerischen Titeln und Unwahrheiten dem Spiel geschadet. Das habe eigentlich alles gehabt, was in den Trailern gezeigt wurde.

Ich habe The Day Before zum Release gesehen. Mehr muss ich dazu wahrscheinlich nicht sagen.

Der Vergleich ist natürlich nicht ganz passend, weil Wardogs schon in der Closed Alpha mehr geboten hat, als The Day Before zum Early-Access-Start, aber dennoch zeigt es einen großen Unterschied in der Kommunikation.

Ich will niemanden davon überzeugen, Geld für Wardogs auszugeben oder den Entwicklern jetzt zu vertrauen. Ich will nur meinen Chapeau aussprechen, in der Hoffnung, dass sich andere Entwickler an dieser transparenten Kommunikation ein Beispiel nehmen.


Im Juli 2026 haben sich die Entwickler von Wardogs erstmals dazu entschieden, ihren Shooter auf Twitch in einem Livestream zu präsentieren. Für die große Vorstellung des Spiels hatten sie sich etwas Besonderes einfallen lassen und wollten sich selbst Elektroschocks verpassen. Es endete mit einem Twitch-Bann, bevor die Elektroschocks zum Einsatz kamen: Entwickler zeigen ihren Shooter erstmals auf Twitch, wollen sich dabei Elektroschocks verpassen, werden gebannt, bevor es richtig losgeht

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