Neues MMORPG wollte ‘EVE Online trifft Game of Thrones’ sein – 2021 ging alles schief, 2022 soll besser werden

2021 sollte eigentlich das Jahr von Crowfall werden. Das Indie-MMORPG floppte zum Start im Juli und erhielt kaum Aufmerksamkeit. Doch zum Jahresende hat man nur gute Nachrichten für die Spieler. Die „beste Nachricht“: Das Game wurde verkauft. Das soll jetzt neue Hoffnung für 2022 bringen.

Das war die Idee von Crowfall:

  • Crowfall sollte ein PvP-MMORPG werden, bei dem die Welt regelmäßig neu gestartet wird. Dadurch wollte man verhindern, dass das Spiel-Erlebnis schal wird, weil eine Seite des Konflikts den Server dominiert. Das Spiel wurde bei der Vorstellung 2015 als „EVE Online trifft Game of Thrones“ beschrieben – große Intrigen und Machtspiele in einer Fantasy-Welt.
  • Hinter dem Spiel standen erfahrene MMORPG-Entwickler, die etwas sauer wirkten, dass MMORPGs über Jahre nur versuchten, WoW zu imitieren. Sie glaubten, das Genre könne viel mehr.
  • Die Entwicklung von Crowfall dauerte mehr als 6 Jahre. Die Entwickler ließen sich viel Zeit. Es kam zusätzliches Geld rein, weil das Team die Engine verkaufen konnte. Eine Beta wurde zigfach verschoben. Der Release war dann aber doch am 6. Juli 2021.
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Wenn ein MMORPG erscheint und keiner kriegt’s mit – Ist es dann wirklich erschienen?

Was lief schief? Als das Spiel erschien, juckte es einfach keinen groß. Crowfall gelang es überhaupt nicht, auf sich aufmerksam zu machen. Nicht mal die Leute, die es einst finanziell unterstützt haben, schienen sich nach 6 Jahren noch groß für das Spiel zu interessieren.

Die Leute, die es spielten, sahen zwar Potential in dem Game, fanden aber, es sei unheimlich schwierig reinzukommen und wurden dann davon abgeschreckt, dass nur wenig los war. Es wurde auch kritisiert, dass ein Steam-Launch fehlte und daher viele Leute gar nicht mitbekamen, dass das Spiel draußen war.

Andere sagten: Dem Spiel fehle eine „klare Richtung“. Die Entwickler hätten es nicht geschafft, „den Markt richtig zu lesen“ und ein Spiel entwickelt, das keiner will. Außerdem war der Release-Zeitpunkt ungünstig gewählt, denn neben Crowfall erschienen das solide MMORPG wie „Swords of Legends Online“ und vor allem das monströs erfolgreiche New World.

Im Juli erscheint endlich ein neues westliches MMORPG – Für wen lohnt es sich?

“Aufregende Nachricht!” – Wir wurden verkauft

Warum hat man zum Jahresende doch Hoffnung? Der Executive Producer von Crowfall, Gordon Walton, hat einen langen Blogpost veröffentlicht, um auf 2021 zurückzublicken und einen Ausblick auf 2022 zu geben. Hier ist kein schlechtes Wort zu lesen, stattdessen sprüht man über vor Tatendrang.

Das Hauptziel sei es, Crowfall für 2022 zugänglicher zu machen – die Spieler sollen sich besser im Game zurechtfinden.

Als große Hoffnung für die Zukunft gibt Walton an, dass man vor wenigen Tagen vom Studio „Monumental“ gekauft wurde. Jetzt heißt es, das seien fantastische Nachrichten, es würde neues Geld in die Kasse spülen und es ermöglichen, die „aufregenden Pläne für Crowfall umzusetzen.“

Man werde nach Entlassungen, die man durchführen musste, jetzt das Team wieder erweitern und bald eine große Roadmap veröffentlichen.

Auch die Community-Managerin sagt im Dialog mit den Spielern, die Nachricht, dass Crowfall verkauft wurde, sei „fantastisch“. Sie sei sehr glück darüber und jeder Spieler solle das auch sein.

Wie wird das diskutiert? Insgesamt ist Crowfall vielen MMORPG-Fans ein Rätsel, weil so viel Kompetenz dahintersteckt, aber das Spiel so unzugänglich wirkt.

Den Kauf durch Monumental sieht man insgesamt eher positiv, weil die einzige Alternative eigentlich nur die Schließung von Crowfall wegen Erfolglosigkeit gewesen wäre. Aber der Käufer wird jetzt kritisch beäugt: Ein Mobile-Entwickler und Indie-Studio ohne große MMO-Erfahurng kauft ein erfolgloses MMORPG – auch das scheint rätselhaft zu sein.

Ein reddit-Nutzer sagt, die Chance, Crowfall noch mal zu retten, wäre ein Steam-Release verbunden mit einem großen Update – das könnte nochmal Aufmerksamkeit bringen. Viele MMORPG-Fans hätten Crowfall wohl einfach nicht auf dem Schirm.

Wir haben uns auf MeinMMO ausführlich mit der Situation um Crowfall beschäftigt:

Ein neues MMORPG erscheint, doch kaum einer kriegt es mit 

Quelle(n): crowfall, reddit
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N0ma

“Auch die Community-Managerin sagt im Dialog mit den Spielern, die Nachricht, dass Crowfall verkauft wurde, sei „fantastisch“. Sie sei sehr glück darüber und jeder Spieler solle das auch sein.”
Klingt so ein bisschen nach – schön das die unprofessionelle Führung weg ist. 😶

Threepwood

Schlimmer kann es erstmal nicht werden, also hat eigentlich niemand etwas zu verlieren. Sollte Monumental es irgendwie schaffen, das Spiel zu retten ist es cool. Falls nicht, ist es ärgerlich und schade, aber das ist es jetzt auch schon.

Prim

Ich hatte eine Beta Einladung und hab es 6 Monate vorm Release so als Zweieschen Mahlzeit getestet.
Es waren aber schon zu dieser zeit im schnitt nur so 30 Spieler Online also nicht gerade erfolgreich.
Auch haben sich einige Internationale Spieler zusammen geschlossen und dann im PvP dann andere Gilden besiegt im schnitt so 20 gegen 4 Spieler das ist natürlich schlecht 😛

Timeless

Super Nachricht, wenn das Spiel, was die Community finanziert hat, verjubelt wird.

aber ist ja nurn PvP Game von daher, wen juckt das schon.

Jan

Hatte eigentlich ziemlich Bock Crowfall langfristig zu zocken, die Idee dahinter hat sich grundsätzlich gut angehört. Der Inhalt den sie in 6 Jahren produziert haben ist aber sehr sehr mau. Klar, es gab einige Richtungswechsel in der Ausrichtung und einige Vereinfachungen.
Das Kampagnen/Weltensystem und die damit einhergehenden Serverwechsel sind ziemlich beschränkt. Abo ist gefühlt Pflicht, da man sonst nicht umskillen und den Lv25 Charboost nicht hat. Das Lvln bis 25 geht zwar grundsätzlich schnell, aber ist einfach nur ein 2-3 stündiges Tutorial das man immer und immer wieder machen muss wenn man was neues spielen will.
Das Spiel bleibt trotz neu startender Welt schal, weil es einfach nichts neues zu sehen gibt. Die Camps sind einfach anders verteilt und das wars.

Die Rassenvielfalt und die entsprechenden Bonis gefallen mir, auch die Klassenvielfalt mit je 3 Subklassen geht auch klar.
Das Weltdesign ist eigentlich grundsätzlich immer gleich. man hat sehr viel Copy&Paste drin, kaum Monstertypen, 4 oder 5 insgesamt.
Am Balancing scheitert es noch extrem, da Crafting Items bzw. die Gefäße für die LvLs auch RNG stats haben.Charaktere mit höherem Lvl und entsprechendem Stuff können gern mal 2-3 Leute umlegen. Im aktuellen bzw. letztem Patch war es der Warden.

Dazu muss man auch sagen, die Playerbase ist nicht vorhanden. Ein Steamrelease auf jetzigem Stand rettet das Spiel zu 100% nicht, es würde kurz einen Hype erfahren und dann ziemlich schnell in der Bedeutungslosigkeit versinken.

Glaube persönlich, dass das was nötig wäre um das Game wieder hinzubekommen einfach zu viel sein wird. Grundsätzlich schade aber letztendlich bisschen selbst verbockt

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