Neues MMORPG feierte 2021 Release nach 7 Jahren Entwicklung – Doch schon jetzt droht das Aus

Crowfall wurde Anfang 2015 offiziell angekündigt. Damals kündigten bekannte Entwickler wie Raph Koster und J. Todd Coleman an, dass sie eine ganz neue Art von MMORPG schaffen wollen. Im Juli 2021 fand dann endlich der Release statt. Doch ein neues Schreiben an die Investoren deutet darauf hin, dass die Server schon bald abgeschaltet werden könnten.

Was steht in dem Schreiben? Das Schreiben an die Investoren zeichnet ein recht düsteres Bild von Crowfall:

  • Die Zahlen des Spiels sollen unter den Erwartungen geblieben sein.
  • Es kam bereits zu Entlassungen und das aktive Entwickler-Team von Crowfall wurde weiter verkleinert. J. Todd Coleman etwa arbeitet bereits an einem neuen Spiel mit dem Codenamen “Atlas”.
  • Die Firma hätte sich anfangs als Ziel gesetzt, nur 1 Million Dollar Minus pro Quartal zu machen. Derzeit seien es aber etwa 770.000 Dollar pro Monat.
  • Im 3. Quartal 2020 machte die Firma ein Minus von 2,4 Mio. Dollar. Im 3. Quartal 2021 – und damit ein Quartal nach Release – sind es noch immer 2,4 Mio. Dollar Minus. Zwar gab es Einnahmen in Höhe von knapp 1 Mio. Dollar, doch die Ausgaben sind im gleichen Maße gestiegen.

Der Ausblick auf die Zukunft sieht zudem nicht positiv aus. Dort heißt es in einem Statement:

Wenn wir keinen deutlichen Unterschied in der Performance bis Ende November bemerken, müssen wir uns entscheiden, ob:
A: Wir weiter in Features und Content von Crowfall investieren
B: Wir die Investments in Crowfall reduzieren und es im Maintenance-Modus weiterlaufen lassen
C: Es abschalten und unser zweites Projekt priorisieren (Codename: Atlas).

Weiter heißt es, dass eine Abschaltung von Crowfall die Kosten reduzieren und ein Ausbrennen bis zum Juli/August 2021 verhindern würde.

Crowfall Statement Performance
Statement zu Crowfall aus dem Brief an die Investoren.

Wie ist die Performance von Crowfall derzeit? Zuletzt versuchten die Entwickler mit kostenlosen Test-Accounts, Rabatten und Twitch-Drops für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen. Zumindest von außen gab es keine spürbare Performance-Verbesserung von Crowfall. Das Spiel ist weiterhin kaum präsent in der Öffentlichkeit und die Server waren heute, am 6. Dezember, wie gehabt sehr leer.

Das spricht dafür, dass ArtCraft in den kommenden Tagen oder Wochen eine der drei Optionen ziehen muss. Die Optionen B und C dürften die Spieler von Crowfall, die teilweise Jahre auf den Release gewartet haben, jedoch nicht gefallen.

Was ist das überhaupt für ein Schreiben? Crowfall wird von dem Indie-Studio ArtCraft Entertainment entwickelt. Die wiederum haben verschiedene Investoren, die in jedem Quartal über den Stand der Firma informiert werden.

Eines dieser Schreiben kam nun an die Öffentlichkeit, wurde inzwischen jedoch im Forum und reddit gelöscht. Auszüge daraus hat der YouTuber KiraTV auf seinem Kanal gezeigt:

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Crowfall wollte innovativ sein und mit dem Genre abrechnen

Warum tut das drohende Ende so weh? 2015 wurde Crowfall als ein Spiel angekündigt, dass das MMORPG-Genre umkrempeln möchte. Es wollte Themepark- und Sandbox neu verbinden, Strategie-Elemente einbauen und dabei verschiedene Szenarien kreieren, die sich wie eine Staffel Game of Thrones spielen sollten.

Geplant waren mehrere Welten, in denen Spieler das MMORPG „gewinnen“ konnten. Die Gewinne sollten dann in eine dauerhafte soziale Welt gebracht werden: die Eternal Kingdoms. Zudem wurde ein breites Klassen-System angekündigt, mit 11 Klassen und insgesamt 33 Sub-Klassen.

Schnell war jedoch klar, dass sich Crowfall eher an eine Nische von oldschool- und PvP-Fans richten würde. Doch selbst die konnten nicht überzeugt werden.

Wo liegen die Probleme? Zum Release hatte Crowfall einige Probleme, darunter eine schlechte Optimierung und Performance, ein gewöhnungsbedürftiges Interface, ein eher schwaches Tutorial und ein langweiliges Crafting-System.

Hinzu kommt, dass sich Crowfall stark an eine PvP-Community richtet. Es lebt von PvP, Kämpfen um Burgen und geplanten Massenschlachten. Dafür braucht es jedoch eine feste Community. Und genau diese fehlte zum Start.

Das liegt auch daran, dass die Spieler, die Crowfall mit Geld unterstützt haben, zu großen Teilen schon in der Alpha und Beta abgesprungen sind. Das wiederum lag auch an Performance-Problemen, aber auch ständigen Wechseln in den Spielsystemen. Zudem befand sich das Spiel so lange in einem Test-Stadium, dass viele Spieler es irgendwann auch satthatten, das gleiche Game noch mal von vorne zu spielen. Denn zu jedem Release gab es einen Wipe der bisherigen Fortschritte.

Was sagt ihr zu Crowfall? Habt ihr das MMORPG bereits ausprobiert oder habt ihr direkt die Finger davon gelassen? Hättet ihr gedacht, dass es so kurz nach Release solche Probleme geben würde?

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Xhnnas

Ich war einer der Founder weil ich die Idee gut fand. Aber schon die Alphas und Betas waren grausig und der Release eine Katastrophe. Die Server waren am Release Tag Stunden lang offline ohne Rückmeldung von den Entwicklern. In den darauf folgenden Tagen waren die Server so leer, kein Vergleich zu anderen Releases. Crafting hat, wie andere geschrieben, sehr viel Spaß gemacht, aber man hatte keinen Anreiz irgendwie tiefer in die Materie einzutauchen. Schade um die 50 Euro, aber nicht schade um das Spiel an sich.

Oh Long Johnson

Nicht gespielt aber angesehen und es für schlecht befunden.
Indie-Studios ohne Geld im Rücken versprechen steht’s das blaue vom Himmel und liefert dann weit unter dem versprochenen ab. Deswegen fasse ich auch keine Indie MMO’s an.

Mag sein daß es Ausnahmen gibt, aber die finde ich auch nicht prickelnd und sind eher was für die kleinen Communitys die sie feiern.

Ich habe schon damit gerechnet, dass crowfall bald aufhört zu existieren.

F2P ist für die keine Option weil sie wohl kein skin System haben, denn es sind einfach zu viele Rassen im Spiel, sodass der Aufwand enorm teuer wäre das zu implementieren.

Nudelz

Hab’s kurz getestet aber das Kampfsystem ist absoluter Schmutz.

Crafting & co. wären cool, der Kram mit den Welten spricht mich null an.

Andy

Wenn ich Hundekot mit einer farbige Tüte aufhebe,bleibt der Inhalt trotzdem noch stinkig auch wenn es hübsch verpackt worden ist.

Viciskander

Das Spiel war anfangs intressant, bis 2 Fehler passierten. Das erste war die Grafik, ich bin da wirklich nicht anspruchsvoll, aber crowfall hat da schon ein grossen Teil meines Interesse gekillt.
Und zum zweiten das man sich das teuerste schloss in dieser zwischen Welt für einige tausend Euro so einfach kaufen kann. Ab dem Moment war das Spiel für mich Geschichte. Da das Fiasko New World sich ebenso am Horizont abzeichnete, bleibt nur das Warten auf sc und aoc. Sollten beide auch noch floppen war es das dann. Ein launiges und einigermaßen gutes mmorpg zu entwickeln, wo man zum Release nicht das Gefühl hat sich eine Bug tech demo anzuschauen, scheint schier unmöglich zu produzieren zu sein.

Knusby

Was haben die erwartet? Bringen ein nicht fertiggebautes, schnell mal kurz rausgehauenes Game zum Realease. Es kam einenm vor als hätte es weder eine QA gegeben, noch dass irgend ein Entwickler das Game je gespielt hat und sie einfach auf etwas Kohle durch weitere Verkäufe gehofft haben. Anders kann es eigentlich gar nicht sein, denn sonst hätte man das nicht so released. Ich bin jedenfalls froh es selbst nicht bezahlt haben zu müssen, sondern es so bekommen hab und auch dieses Game hat mich darin bestätigt niemals irgendwo bei einem Indie-Entwickler mit Kickstarter oder ähnlichem Geld zu lassen.

Gunthar

Was sicher auch abschreckend wirkt, ist die altbackene Grafik (sogar das alte EQ 2 sieht besser aus) und der Mangel an Charaktergestaltungsmöglichkeiten. Das Spiel ist sicher besser geworden, aber es reicht so immer noch nicht.

Mark Mitterbacher

Wie oft ich hier schon niedergeschmettert wurde von meinen Prognosen zu WoW, Final Fantasy und anderen MMORPGs und immer wieder hatte ich Recht. War mir vorher mal wieder klar.

Oh Long Johnson

Nur wenige sehen Schmutz wenn er direkt vor ihnen ist

Pad

Hatte es mal in der Beta angespielt. Naja, wie bereits erwähnt worden ist, viele gravierende Bugs. Die es laut Freunden auch ins fertige Spiel geschafft haben.

Viel schlimmer finde ich das sich jetzt gewundert wird das kaum jemand dieses Spiel spielt.
PvP als Hauptfeature ist nunmal nichts für die breite Masse.
Die meisten wollen gemütlich Abends nach der Arbeit ein paar Stunden vor sich hindaddeln und nicht permanent schwitzen müssen.
2 von 100 schreien nach PvP und dann wird sich gewundert wenn die 98 anderen dann doch was anderes, vllt sogar mit Story spielen 😉

Oh Long Johnson

Ist halt günstiger ein PvP game zu machen, als eins mit Story und allem.
Aber ohne Spieler kein PvP, wahrscheinlich würden die auch gar nicht klar kommen sogar wenn genug Spieler für ihre Massenschlachten hätten wegen Performance Problemen

Aldalindo

Ich hab gar nicht reingeschaut, weil mich das Konzept nicht angesprochen hat, dazu PVP-lastig (schon ein OK-Kriterium für mich). Ich frage mich aber hier, wie bei vielen der neuen Spiele: Macht da wer keine Marktforschung? War doch eigentlich klar, (selbst für mich, der wenig Ahnung hat), dass das Ganze nie eine breite Masse von MMO-Spieler ansprechen wird…naja RIP Crowfall.

Zord

War halt ein Herzensprojekt eines Indistudios. Da gab es bei der Ankündigung schon die üblichen Vorschußlorbeeren und WoW Killer Phrasen. Ich glaube einfach das viele Entwickler und auch Fans, extrem unterschätzen wie Aufwändig und teuer ein brauchbares MMO-RPG tatsächlich ist. Unter 100 Millionen Budget braucht man hier gar nicht anfangen wenn man einen Nennenswerte Anzahl an Spieler erreichen will.

Oh Long Johnson

Als Indie Studio mit begrenztem Budget haben die wenig Möglichkeiten.
Themepark MMO mit storytelling können die nicht konkurrieren. Sandbox ist nische, PvP ist nische und zudem viel günstiger in der Entwicklung.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Oh Long Johnson
N0ma

Wenn man die Kommentare verfolgt muss man sagen war seit langem absehbar. Man hat sich zuwenig um das gekümmert was die Community wollte. Aus meiner Sicht hausgemacht. Das hat nichts mit Kickstarter oder was auch immer zu tun, auch nicht nischiger als Albion. Mindestens ein Albion in 3D wäre drin gewesen.

Threepwood

Wenn es nur halbwegs (technisch) so geworden wäre, wie es auf dem Papier aussah, hätte sich die PvP-Community nicht auf so einen PvP-Reinfall wie New World stürzen müssen. Das Konzept war cool, die Umsetzung leider nicht.

Ich hätte ihnen einen Erfolg in der Nische gegönnt, ob sie für Atlas bei dem Reinfall noch Geld zusammen kriegen….mmh da bin ich skeptisch.

Zaron

Ist wenig überraschend.
Als ich das damals gesehen hatte dachte ich schon uff ein Nischenspiel in einer Nische und PvP+ Kickstarter.
Die Chance das Crowfall erfolgreich geworden wäre ging gegen 0.

Vor allem braucht man in der Regel für MMORPGs große Budgets sonst haste da mega Contentflauten.

Prim

Ich hab es Zeitlang mit einer Einladung in Beta gespielt.Aber war nicht bereit dort Geld auszugeben.Es hatte so paar Interessante Spielweisen aber auch viele Bugs aber nichts groß Reizvolles Ingame was dort ein halten sollte.Kein MMO worauf man nicht verzichten kann aber glücklich war mal auszutesten.

Todesklinge

Mein Problem ist, selbst wenn Crowfall super wäre, hätte ich keine Zeit dafür.

Die Online Spiele brauchen immer mehr Zeit (was nicht schlimm wäre), aber leider bieten die meisten Spiele immer nur eine Sache an, aber nicht vieles in einem Spiel.

Und wenn, dann sind die meisten Online Multiplayer Spiele nur für den Solo Modus gemacht, so das andere Spieler kaum oder kein Mehrwert bieten.

N0ma

MMORPG bietet von Hause aus mehrere Sachen ingame, das ist ja das gute.

chips

Es klang tatsächlich vieles gut. Am Ende hat es bei mir aber nicht an den Features gefehlt, sondern an grundlegenden Dingen. Wenn ein Spiel auf einen roten Faden verzichtet, muss dafür das Gameplay stimmen und die Welt zum erkunden einladen. Crowfall wirkte das letzte Mal als ich es gespielt habe zu generisch. Klassen fühlten sich teilweise zu ähnlich an, die Gebiete wirkten generisch. Vielleicht habe ich mir auch das Falsche vom Spiel versprochen. Es wirkt aber halt auch nicht sonderlich durchdacht. Bei mir hat das Spiel es nicht geschafft das PvP zu verkaufen und noch weniger ein Sandbox Spiel zu sein. Ein Story MMO wollte es ja eh nie sein.

Flo

Schade. Hätte Ihen mehr Erfolg vergönnt, fand’s nicht schlecht, aber das Spielkonzept ging mit der Spielerbasis halt nicht auf.

Craine

MMO’s von Kickstarter haben halt einfach keine guten Zukunftaussichten. Zu viele Versprechungen wo schlussendlich doch nichts dahinter steckt.

Nein

Hatte 500 € investiert und bin auch früh abgesprungen, nach dem ich gesehen habe, wie schlecht das Spiel wird.

Idee war gut, Umsetzung leider naja.

Leya Jankowski

Nur mal aus Interesse: Würdest du nach so einer Erfahrung nochmal so viel in ein Kickstarter-MMO investieren?

Nein

In Ashes hab ich sogar weit mehr und in StarCitizen hab ich auch ein wenig (aber nicht Kickstarter)

StarCitizen bin ich selbst kein “Fan”, aber ich beobachte das Spiel sehr stark, da das ganze Konzept sehr gut ist und wenn man einmal selber gezockt hat, mit dieser bomben Grafik, das war wie ein MMORPG 2.0 (Ich hatte vor einer kurzen weile gezockt, als so eine neue Stadt / Station gekommen ist, die ja auch irgendwie auf dem Server gerendert und gestreamt? Wird)

StarCitizen, sehe ich als echte Innovation in Sachen MMORPG’s, weil einfach sehr viele Systeme vereint werden.

Ashes bin ich noch sehr skeptisch, die arbeiten gefühlt jede Woche nur an neuen Models, die im Shop verkauft werden können. (Obwohl er ja angeblich so viel Geld hat)

Die pre-Alpha und Co. (Was man bis dato zocken durfte, auch als PI, war sehr rudimentär, echt schwer sich da ein gutes Spiel vorzustellen)

Aber ich kann dir sagen, dass ich jetzt wohl nichts mehr in Kickstarter investieren würde, maximal nochmal in ein Projekt wie StarCitizen. (Da war ich kein Kickstarter, weil ich dachte das Spiel wird 0815)

Leya Jankowski

Danke für den ausführlichen Einblick und deine Gedanken dazu! Kickstarter-MMOs sind wirklich ein super spannendes Thema, wo auch schon viel verbrannte Erde und frustrierte Kundschaft zurückgelassen wurde.

Bei Ashes bin ich auch noch etwas skeptisch, wie das alles so funktionieren soll, wie sie sich das vorstellen.

Nein

Ja vor allem ist das Node System ja total langweilig bisher. So wie es geplant ist, upgraden sich die Städte ja nach gewissen Aktionen.

Ich würde es aber viel cooler finden, wenn sich so eine Node über Monate ausbaut. Also wenn die Leute da viel questen, wird ein Haus gebaut… dann noch eins etc. so das man der Stadt beim “Wachsen” zusehen kann.

Oh Long Johnson

Investier mal in mich 😂

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Oh Long Johnson
Nein

Stell mir deine Features vor 😂

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