Cosplayer gibt 6000 € aus, um 35kg Rüstung nachzubauen: “Es war eine Katastrophe”

Ein deutscher Cosplayer hat eine 35 Kilo schwere Rüstung des Wardens aus dem Spiel For Honor nachgebaut. Sie hat ihn 8,5 Monate Zeit und über 6.000 € gekostet. Dabei ist er eigentlich kein Profi.

Cosplays sind mittlerweile zu einer eigenen Kunstform gewachsen und Fotos von richtig coolen Outfits findet man überall im Internet. Ein solches Foto, das eine Rüstung der Helden-Klasse Warden zeigt, landete auch im Gaming-Subreddit (via reddit) und wurde von Tausenden bejubelt.

Wir von MeinMMO haben mit dem Schöpfer der Rüstung gesprochen, einem deutschen Cosplayer namens Chris. Hier ist, was er uns über seine Arbeit erzählt hat.

Was ist das Besondere an dem Cosplay? Auf den ersten Blick sieht das Cosplay von Chris zwar cool und gut bearbeitet aus, aber seine Besonderheit kann man mit bloßem Auge nicht sofort erkennen. Sie liegt nämlich im Gewicht.

Insgesamt wiegt das gute Stück nämlich satte 35 Kilogramm. Für die Herstellung des Outfits hat sich der Cosplayer für Stahl entschieden. In unserem Gespräch erzählte er mir:

Ich habe mich für Metall entschieden, weil ich andere Cosplay gesehen habe, die aus Schaumstoff waren und das nicht so gut aussah. Jedenfalls nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Also musste es Metall sein, um es authentisch zu machen.

Dabei besteht nicht das mal komplette Outfit aus Stahl. Die Rüstungsplatten und das Kettenhemd bestehen aus Metall, wobei das Kettenhemd am meisten wiegt. Andere Teile, wie das Schwert und Verzierungen, wurden mit einem 3D-Drucker hergestellt, so Chris.

Dennoch ist es eine Herausforderung, diese Rüstung auf Messen oder Mittelaltermärkten zu tragen. Die längste Tragezeit betrug laut Chris etwa 6 Stunden an einem heißen Sommertag, wobei er vorsichtig war, viel trank und lange Pausen machte, um sich zu erholen.

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Maul Cosplay als Inspiration

So fing es an: Hinter schicken Cosplays und beeindruckenden Rüstungen stecken häufig Cosplayer, die schon viele Jahre an Erfahrung gesammelt haben. Sie wissen, wie man ein Outfit möglichst echt aussehen lässt.

Umso mehr war ich überrascht, als ich erfuhrt, dass die Warden-Rüstung das erste Cosplay von Chris war. Angefangen hat alles mit einer Inspiration:

Ich hatte nie etwas mit dem Thema zu tun und bin über Instagram irgendwie auf Maul Cosplay (via Instagram) gekommen. Das war zu der Zeit, als ich The Witcher gespielt habe.

Und als ich sein Kostüm von Gerald sah, dachte ich: „Das kann nicht sein! Ist das echt?!“ und war halt hin und weg.

Parallel kam das Spiel “For Honor” raus, wo man seine Figur nach eigenen Wünschen anpassen kann. Und ich dachte: “Ach komm, probier den Ritter mal…”

Zunächst probierte Chris sich eine Rüstung aus gekauften Sachen zusammenzustellen, aber sie sah laut seiner Aussage nicht gut aus. Daher beschloss er komplett bei 0 anzufangen.

Dafür begab er sich auf Youtube. Dort kursieren zahllose Videos mit Tutorials zur Herstellung von Cosplay-Teilen, Repliken und Metallbearbeitung. Gearbeitet wurde dann in der Wohnung, im kleineren Kellerbereich und manchmal auch in der Werkstatt der Eltern.

Auf einer Messe konnte Chris auch sein Vorbild, Maul Cosplay, treffen.

Schwerer Start mit vielen Rückschlägen

Leider klappt beim Schmieden und Nähen nicht alles sofort so, wie es in den Tutorials vorgemacht wird. Auch Chris musste während seiner Arbeit mit so manchen Problemen kämpfen, wie er mir in unserem Gespräch erzählte:

Es war eine Katastrophe nach der anderen! Wenn man es sich dann in echt anguckt, sieht man schon, dass einiges semi-professionell verarbeitet ist. […] Das schwerste waren die Schultern und der Helm. Die waren beim ersten Versuch zu klein und der Helm zu groß. Und bei Metallarbeiten fängt man dann von vorne an, wenn es nicht passt. Aber das schlimmste war der Waffenrock. Näharbeiten… ganz schlimm.

Dabei hatte Chris beim Einstieg ins Cosplay sogar einen gewissen Vorsprung. Als Maschinenbaukonstrukteur mit über 10 Jahren Erfahrung in 3D-Modellierung, konnte er sein Wissen auch bei der Herstellung der Rüstung nutzen.

Insgesamt hat Chris 8,5 Monate an der Rüstung gewerkelt, immer abends nach der Arbeit. Die Ausgaben betrugen dabei über 6.000 €, inklusive der Kosten für Werkzeuge.

Das ist aber eine Investition für die Zukunft. Mittlerweile hat Chris schon sein zweites Cosplay hergestellt, das ebenfalls aus “For Honor” stammt. Das Nuxia-Outfit wird von seiner Freundin getragen und sieht ebenfalls klasse aus, auch wenn es sicherlich nicht so schwer ist.

Das nächste Cosplay, wieder aus For Honor, ist auch schon in Arbeit. Dieses Mal hat Chris sich den Gladiator aus dem Spiel vorgenommen und schraubt in seiner freien Zeit an dem Kostüm.

Für Cosplay-Neulinge hat er einen simplen wie wirkungsvollen Ratschlag:

Üben! Einfach loslegen und ausprobieren. Wenn man mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, nochmal probieren. “Learning by doing” eben, jeder kann es lernen.

Quelle(n): Titelbild von Stephan Lausitz
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mordran

Wahnsinn, absolut cool!

Todesklinge

Das schon echt cool gemacht 😉
Damit könnte der richtig viel Geld machen, wenn er sich selbständig macht.
Der Bedarf dafür ist weltweit mehr als vorhanden.

Andy

Will er damit in den richtigen Kampf ziehen,dass er dafür harten schweren Stahl genommen. Da gibt es aber leichtere Alternativen die leichter und sicherlich auch gesünder sind.
Nichts desto trotz gute Leistung.

Hamurator

Da kann man nur den Hut ziehen.

Lp obc

Cosplay = Love
Bin nicht umsonst Cosplayer xD
Wer schön sein will muss auch leiden, kenne ich zu gut 🙂

Nora

Als Metallbauer sollte man aber auch einige Alternativen kennen statt reinem Stahl

Bodicore

Hab ich mir auch gedacht ? aber ist auf jeden Fall gut geworden auch wenn das Schwert zum weinen aussieht…

vv4k3

Brutalen Respekt von mir. Sieht echt krass aus ??

Meinmmouser

Wow. Sieht sogar besser aus, als das Original.

Sveasy

In Stuttgart auf der Comic on rennt immer einer als Solaire (Dark Souls) rum, auch in Vollmetallcidplay, der hat das quasi als Bewerbungsstück angefertigt weil er Metallbauer gelernt hat aber keinen Job findet.
Wobich dem Cosplay Kollegen aber widersprechen muss ist “Foam sieht immer unecht aus”, das stimmt einfach nicht wenn man sich etwas mit Paintjobs usw beschäftigt dann lässt man Foamprops ebenso täuschend echt aussehen.

Sveasy

Tja, Cosplay is discomfort ?

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