MeinMMO-Redakteur Dariusz ist im neuen PvE-Modus von ARC Raiders fremden Spielern gefolgt und hat sie fotografiert, statt ihnen zu helfen. Sein Lager ist jetzt leer.
Am 13. Oktober startete Embark einen PvE-Test in ARC Raiders. Für begrenzte Zeit könnt ihr beim Matchmaking einen Schalter umlegen, damit ihr anschließend in reine PvE-Lobbys kommt. PvP gibt es dort nicht. Dafür müsst ihr auf verschiedene Map-Bedingungen wie Night Raid, Hidden Bunker und die neue Fregatte der ARCs verzichten.
Ich habe mir diesen neuen PvE-Modus in einem Test angeschaut und eine neue Leidenschaft in ARC Raiders entdeckt – die war zwar eher semi-erfolgreich, hat aber viel Spaß gemacht.
Mit der Kamera durch die Postapokalypse
ARC Raiders ist für mich schon lange DAS Spiel für soziale Interaktion. Mir ist der Grind dort relativ egal. Ich habe dort nie auf Endgame-Ausrüstung geschwitzt oder heftige Kämpfe mit den stärksten Robotern geführt. Stattdessen spielte ich den Medic für fremde Raider, musizierte mit Instrumenten oder fragte andere Spieler im Rahmen eines Experiments, ob ich sie vielleicht erschießen darf.
Auch für den neuen PvE-Modus habe ich mir wieder eine Aufgabe gesucht, bei der ich die soziale Interaktion mit anderen Raidern in den Vordergrund stelle. Ich wurde zum Fotografen.

Meine Idee war klar: Ich will möglichst „nackt“ spawnen, als richtiger Fotograf, und nicht als Raider mit Kamera. Zu meiner eigenen Sicherheit steckte ich jedoch zusätzlich einen Schild sowie Bandagen und zusätzliche Schildladungen ein.
Meine erste Runde startete ich auf Riven Tides. Ich spawnte im Westen der Map südlich vom Hotel und lief Richtung Strand. Schon nach wenigen Metern sah ich die ersten ARCs, Wespen und Hornissen. Als sie mir gefährlich nah kamen, versteckte ich mich erfolgreich in einer verlassenen Hütte. Dann ging es weiter zum Strand, wo ich mein erstes Motiv suchte.
Ich wollte keine Bilder vom Meer, sondern einen Raider, der um sein Leben kämpft. „Perfekt!“, dachte ich, als plötzlich heftiges Geballer am Gebäude der Hafenverwaltung ertönte, und lief auf den Krach zu.
Nachdem ich mich erneut kurz vor ARCs verstecken musste, kletterte ich eine Leiter hoch, um eine bessere Übersicht zu bekommen. Mein Blick fiel auf zwei Raider, die gegen eine Horde kleiner ARC und einen Bombardier kämpften. „Ich muss noch ein Stück nach rechts, um alle richtig ins Bild zu bekommen“, sagte ich zu mir selbst. Dann hörte ich ein verhängnisvolles Surren. Zwei fliegende ARCs kamen mir immer näher und näher.
Ich duckte mich hinter einem Metallkasten, doch die Roboter entdeckten mich trotzdem. Einer von ihnen war ein Firefly, der mit seinem Flammenwerfer-Angriff selbst bewaffnet eine lästige Nervensäge ist. Ich hatte jedoch nur eine Kamera dabei und so brutzelte ich zu Tode.
Eine Waffe wäre nicht schlecht gewesen.
Neue Freunde im Labyrinth von Stella Montis
Für meinen zweiten Versuch steckte ich einen Bantam ein. Der neue Revolver ist klein und kann unauffällig in den Taschen des Fotografen versteckt werden, aber dank der schweren Munition trotzdem den nötigen Schaden austeilen, sollte ich mich gegen ARCs verteidigen müssen.
In Erwartung heftiger Kämpfe, die ich fotografieren kann, verschlug es mich nach Stella Montis.
In der Lobby der Forschungseinrichtung konnte ich dann von einer erhöhten Position aus einen Raider erblicken, der gegen einen Shredder kämpfte und in die Enge getrieben wirkte. Ich entschloss mich dagegen, sein Leid für ein Foto auszunutzen, und half ihm.
Kurz darauf traf ich auf zwei Deutsche, die vor meiner Kamera posierten und mich als ihren neuen Freund bezeichneten. Ich weiß nicht, ob einer von ihnen der Raider war, der gegen den Shredder kämpfte, aber ich entschloss mich dazu, den motivierten Kämpfern zu folgen – doch irgendwo verlor ich sie aus den Augen. Mir bleiben aber die Fotos der Zwei:


Tapfere Raider im Kampf gegen fiese Rocketeers
Meine besten Fotos machte ich jedoch auf Blue Gate. Dort erwischte ich in mehreren Runden verschiedene Raider, die todesmutig gegen die mächtigen Rocketeers kämpften. Einem half ich sogar, indem ich aus meiner sicheren Position ein paar gezielte Schüsse abgab und ein Wolfpack schmiss – ich habe schließlich gehofft, den schwerbewaffneten ARC beim Abstürzen fotografieren zu können.
Ein weiteres Foto zeigt den Raider beim Looten des zerstörten Rocketeers, unwissentlich, dass ich mir den besten Loot bereits in die Sicherheitstasche gesteckt habe. Schließlich muss auch ein Fotograf bezahlt werden.



Kurz darauf sollte ich jedoch auf tragische Weise meinen Tod finden, denn ein einzelner Bantam stößt gegen eine Vielzahl von ARCs schnell an seine Grenzen und nach dem Rocketeer-Kampf waren meine Wurfobjekte und medizinischen Utensilien leider schon verbraucht.
Aufgrund der gelungenen Fotos kehrte ich jedoch erneut zum Blauen Tor zurück. Dort gelang mir nicht nur ein toller Schnappschuss von einem athletischen Raider, der gerade einen kunstvollen Sprung absolvierte. Ich traf auch eine Gruppe, die von einem Turm aus einen Rocketeer bekämpfte. Da ich dieses Mal jedoch gar keine Waffen, Schildladungen oder Bandagen mitführte, blieb ich im Hintergrund und machte ausschließlich Fotos.
Einige Minuten später traf ich die Gruppe am Ausgang wieder. Insgesamt sind ein paar interessante Bilder entstanden.








Schöne Bilder, katastrophale Ergebnisse
Vier Stunden lang habe ich mich mit meiner Kamera auf die Jagd nach coolen Fotos gemacht. Gewinnbringend war das nicht. In etlichen Runden bin ich hoffnungslos gestorben. Manchmal war ich einfach dumm oder unaufmerksam. Oft lag es jedoch an den Umständen meiner Fotografen-Mission.
Zum einen wollte ich keine gute Ausrüstung mitnehmen, da mein Fokus auf den Fotos liegen sollte. Zum anderen habe ich ARC Raiders einige Monate nicht aktiv gespielt und mein Lager sah daher sehr … überschaubar aus. Dennoch lief ich natürlich geradlinig zu den tendenziell stärkeren ARC mit dicker Panzerung, da dort die Raider lang genug kämpften, damit ich Fotos von ihnen machen kann.
Billige Ausrüstung gegen Rocketeers, Kanoniere oder einen Bastion sind keine gute Idee.
Teilweise hatte ich bei den gänzlich unbewaffneten Runden auch echt Pech beim Spawn. Auf Begrabene Stadt wartete ein Rocketeer fast direkt draußen vor der Tür meines Spawns. Mehrere Male lief ich in den ersten Sekunden in vergleichsweise schwache ARCs, die unbewaffnet trotzdem tödlich sind.
Ich lernte das Leben eines Zivilisten in ARC Raiders kennen und erkannte: Es ist kein schönes oder einfaches Leben.
Der PvE-Modus erfüllt seinen Zweck, ist aber nicht perfekt
Auch wenn meine Runden als Fotograf sich katastrophal auf den Inhalt meines Lagers auswirkten, hatte ich doch viel Spaß. Erneut zeichnete sich ARC Raiders besonders durch die Gespräche mit fremden Spielern aus. Der PvE-Modus selbst erfüllte dabei seinen Sinn, zeigte aber auch, dass das Konzept noch nicht ganz perfekt ist.
Da verschiedene Map-Bedingungen wie die neue Fregatte fehlen, ist dort ein Teil des reizvollsten Contents nicht verfügbar und generell war der Loot merklich schlechter. Auf der anderen Seite präsentierte sich der Modus aber als perfektes Einsteiger-Gebiet, quasi als eine Art Erweiterung des Tutorials.
Was ich als Fotograf machte, steht nämlich auch neuen Spielern offen:
Sie können sich anderen Raidern anhängen, sie begleiten und mit ihnen gegen stärkere ARCs kämpfen. So lernen sie verschiedene Mechaniken und Tricks, um später auch alleine gegen die starken Gegner eine Chance zu haben. Und dabei müssen sie sich keine Sorgen um angriffslustige Spieler machen.
Leider sprechen im PvE-Modus tendenziell weniger Spieler als im normalen PvEvP, was damit zusammenhängen könnte, dass Kommunikation dort die beste Möglichkeit ist, festzustellen, ob jemand freundlich oder feindlich ist. Im PvE-Modus gibt es nur freundliche Spieler, weshalb Soloisten direkt stumm blieben. Mit Kamera und eigenem Mikrofon bewaffnet habe ich aber auch so die meisten zum Sprechen bekommen.
Insgesamt zeichnet sich der PvE-Modus aber dadurch aus, dass eine Runde viel entspannter ist. Die stetige Anspannung, die dadurch entsteht, dass jederzeit ein PvP-Gefecht ausbrechen kann, entfällt komplett. Man weiß als erfahrener Spieler, was einen wo auf der Map erwartet. Es ist teilweise so entspannt, dass man nebenbei Musik hören kann. Es ist quasi ein ganz anderes Spielgefühl.
Ich vermisse die angesprochene Anspannung, aber andere Spieler wollen im Feierabend vielleicht genau das – entspannt zocken.
Ich war auch einer der ersten Spieler, die Frozen Trail schon vor der Veröffentlichung des Updates anspielen konnten. Wie ich die neuen Inhalte finde und ob ich glaube, dass mit dem Update die große Kehrtwende kam, lest ihr hier auf MeinMMO: Nach 3 Runden in Frozen Trail habe ich wieder richtig Bock auf ARC Raiders – aber retten wird es das Spiel nicht
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