Darum habe ich anstatt einer RTX 3080 eine 6 Jahre alte AMD-Grafikkarte gekauft

Grafikkarten wie die RTX 3000 sind aktuell heiß begehrt, dennoch wollen Leute aus verschiedenen Gründen eine für ihren PC kaufen. MeinMMO-Autor Benedikt Schlotmann hat sich statt einer RTX 3080 jetzt eine alte Grafikkarte gekauft. Er erklärt, warum er das gemacht hat und warum es sich unter Umständen auch für euch lohnt.

Warum habe ich überhaupt eine Grafikkarte gekauft? Über das Wochenende bin ich für gewöhnlich bei meiner Freundin zu Besuch. Für die alltäglichen Aufgaben habe ich mir dort einen Computer eingerichtet, um auch dort wichtige Aufgaben erledigen und etwas zocken zu können.

Da ich meinen Haupt-Rechner mit Ryzen 5 2600 X aufgerüstet hatte, landete der alte Prozessor und Mainboard in diesem PC. Hier ist daher nur ein Ryzen 3 2200 G mit Grafikchip verbaut und keine selbstständige Grafikkarte.

Damit kann ich meine täglichen Aufgaben in Genshin Impact auf mittleren Details erledigen und meine Event-Aufgaben in Overwatch mit etwa 30 FPS spielen. Mehr ist damit nicht drin.

Derzeit habe ich jedoch auch andere Titel, die ich zocke: In Apex Legends hat jetzt die neue Season 9 angefangen und da zocke ich abends gern mehrere Runden. Dafür reicht die Grafikeinheit des Prozessors jedoch nicht, ohne meinen Teamkollegen zur Last zu werden, weil ich nicht treffe.

Das waren meine Kriterien:

  • Zocken auf Full-HD ist völlig ausreichend
  • mehr als 60 FPS spielen keine Rolle, da der Bildschirm ohnehin maximal 60 Hz schafft
  • kompetitiv/Ranked spiele ich auf meinem PC selten, da ich am Wochenende entspannen möchte.

Ich hatte also bereits vor dem Kauf klare Vorstellungen was ich brauchte, um aus meinem alten Kasten noch genügend Leistung herauszuholen.

Diese Schwierigkeiten gab es beim Grafikkarten-Kauf

So sieht die aktuelle Situation aus: Aktuell sind die Grafikkarten-Preise jedoch sehr hoch und wirken eher abschreckend. Vor allem die neuen Grafikkarten reizen mit einer sehr guten Effizienz und einer guten Leistung. Die RTX 3080 war zum Release direkt ausverkauft. Dafür gab es verschiedene Gründe wie Verfügbarkeit und vor allem Scalper und Bots.

Nvidia wollte zwar etwas gegen die Scalper unternehmen, die Preise der Grafikkarten steigen aber weiterhin an und ich bin nicht bereit, 700 bis 1000 Euro in eine Grafikkarte zu investieren.

Eine GeForce RTX 3060 würde mich interessieren, aber hier liegt der Preis deutlich über der unverbindlichen Preisempfehlung. Bereits bis Ende Januar haben Scalper mehr als 15 Millionen US-Dollar Gewinn mit Grafikkarten gemacht.

Hinzu kommt, dass für Grafikkarten und Konsolen bestimmte Bauteile derzeit knapp sind und dadurch die Verfügbarkeit vermutlich nicht besser wird. Auch Mitte April hat sich der Grafikkartenmarkt nicht beruhigt.

Welche Alternativen gibt es? Die Alternative ist es, sich auf dem Gebrauchtmarkt nach Grafikkarten mit genügend Leistung umzusehen, die für meine Bedürfnisse ausreichen. Doch auch hier steigen die Preise spürbar an. Denn mit alten Grafikkarten kann man derzeit gut Geld verdienen, wie wir euch in diesem Artikel ausführlich berichten:

Eure alte Grafikkarte ist jetzt vielleicht mehr wert, als ihr denkt

So bin ich vorgegangen: Ich hab mich daher ein Wochenende hingesetzt und habe Grafikkarten vergleichen, mir ihre Leistung angesehen und Preistendenzen beobachtet.

Anschließend habe ich mir auf diversen Plattformen wie Amazon, eBay aber auch Kleinanzeigen-Angebote und die Bewertungen der Anbieter angesehen und habe erste Angebote auf meine Beobachtungsliste gesetzt.

Schließlich habe ich dann bei einem Händler, der mir vertrauenswürdig vorkam und bereits Bewertungen von anderen Käufern hatte, zugeschlagen. Die Kosten lagen hier bei rund 100 Euro plus ein paar Euro Versand.

Darum habe ich mich für diese Grafikkarte entschieden

Welche Grafikkarte habe ich gekauft? Ich hab eine Radeon R9 380 gekauft. Dabei handelt es sich um eine Mittelklasse-Grafikkarte, die am 18. Juni 2015 veröffentlicht worden ist.

Diese wird offiziell noch von AMD unterstützt und es gibt daher auch aktuelle Treiber für die Grafikkarte. Die Grafik-Schnittstellen DirectX 12, Vulcan und OpenGL werden problemlos unterstützt.

Funktionen wie FreeSync sind ebenfalls dabei. Meine Variante der Radeon R9 380 bietet außerdem 4 GB Videospeicher und bekommt damit auch anspruchsvolle Titel problemlos gestemmt.

Sorgfältig verpackt kam die Grafikkarte bei mir an.

Wofür reicht die Leistung? Auf dem Papier ist die R9 380 etwa 30 % schneller als die RX 560 und liegt etwa 30 – 40 % hinter der RX 570 / RX 5500.

In der Praxis kann ich mit der R9 380 aktuell problemlos moderne Titel auf mittleren bis hohen Details zocken:

  • Bei Apex Legends habe ich normalerweise durchgehend 60 FPS, auf meinem 144-Hz-Monitor schaffe ich auch 15 bis 20 FPS mehr.
  • Overwatch bietet nun ebenfalls stabil 60 FPS.
  • Civilization VI läuft problemlos mit hohen Details.
Auf diese Weise habe ich die Grafikkarte getestet, ob sie auch einwandfrei läuft.

Diese Dinge haben mir beim Kauf geholfen

Auf jeden Fall ist es hilfreich gewesen, dass ich bereits seit einigen Jahren Computer-Systeme zusammenschraube. Dadurch kann ich Preise mit meiner Bestellhistorie abgleichen. Ein paar Gebrauchthändler hatte ich bereits auf meiner Liste, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht hatte.

So konnte ich zumindest einschätzen, wie viel Geld ich im Vorjahr ausgegeben hatte und hatte auch ein paar Anbieter, bei den ich schauen konnte.

Diese Risiken gab es: Käufe von Gebrauchtwaren bergen natürlich auch Risiken, denen man sich bewusst sein sollte. Ihr müsst euch auf die Aussage des Verkäufers verlassen und bereit sein, Geld zu zahlen. Ihr habt aber keine echte Garantie, dass das gekaufte Objekt wirklich funktioniert. Auch Garantien oder eine Gewährleistung gibt es für gewöhnlich nicht.

Sogenannte Käuferschutz-Systeme von eBay, PayPal oder Amazon bieten zwar Schutz für Verkäufer und Käufer, die Konfliktlösung kann aber unter Umständen Wochen dauern.

Hinter den meisten privaten Verkäufern stehen aber für gewöhnlich völlig normale Menschen ohne böse Absichten. Hier hilft es, den Verkauf zu besprechen oder Details zu klären.

Das ist mein Fazit: Wer in der aktuellen Situation zocken möchte, muss nicht unbedingt hunderte Euro investieren und dabei die völlig überteuerten Preise zahlen, die derzeit verlangt werden. Hat man Geduld und beobachtet den Markt, dann lassen sich einige gute Angebote finden.

Außerdem hilft es, seine eigenen Bedürfnisse einschätzen zu können. Je nachdem, was ich aktuell hauptsächlich spiele oder wie oft ich spiele, kann es durchaus wichtig sein, statt zu einem neuen Modell lieber zu einem älteren Gerät zu greifen.

Aktuell solltet ihr bestimmte Grafikkarten ohnehin nicht kaufen und solltet euch stattdessen lieber auf dem Gebrauchtmarkt umsehen:

Diese 7 Grafikkarten solltet ihr 2021 nicht im Shop neu kaufen

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Saracen

Vor “Markteinführung” der neuen Karten war alles alte Schrott, Jetzt plötzlich schreiben alle Gamerseiten “das alte Zeug ist noch gut und reicht eigentlich vollkommen”.
Glaubwürdigkeit geht anders….

Aimless

Gebe dem Autor vollkommen Recht. Gaming muss nicht teuer sein und man brauch auch nicht jedes Jahr ein neuen Rechner. Jedoch kommt es drauf an, ob man nur Online Shooter zockt, die generell ausgelegt sind, das jeder 5€ PC die schafft, oder halt richtige AAA Singleplayer Titel. Seitdem ich meinen 4K Monitor bekommen habe und nun nach 2-3 Monaten mal wieder FullHD gezockt habe, kommt dies für mich nie wieder in Frage und daher ist man halt auch auf eine teure Grafikkarte angewiesen, aber ist halt auch nur Luxus und nicht zwingend nötig. Ich für meinen Fall stehe drauf Games in 4K mit guter Quali zu spielen, da ich mich dann einfach besser hineinversetzen kann

Unglücksbärchen

Für Spiele die von den Grafik-Anforderungen nicht besonders hoch sind,mag das ja noch genügen.

Für Leute die aber nun mal nicht einfach nur stumpf spielen wollen,sondern auch etwas für’s Auge haben wollen,bringt es leider nicht viel,da kommen die aktuellen Spiele nun mal sehr schnell an ihre Grenzen.

Da spare ich das Geld doch lieber und warte einfach bis eine von den neuen Karten (zum vernünftigen Preis) verfügbar ist und kaufe dann gleich die,anstatt Geld für alten Kram auszugeben.

Patrick

Ich bin schon seit einiger Zeit mit der Performance meiner AMD Vega 64 in WQHD nicht mehr zufrieden.

Das mit dem spiele in 60 fps spielen können ist ja Mal stark abhängig von den spielen die man spielt. Die ganzen Multiplayer Shooter mögen da ja echt gut was reißen aber abseits davon………

Hab mir noch rechtzeitig als founder gfn geholt gehabt um cyberpunk Mal testweise mit Raytracing genießen zu können. Die 5€ im Monat ist es mir Wert dafür viel viel später erst in ne neue Grafikkarte zu investieren.

Apo

Naja, ich will nicht unverschämt sein aber *hust* aktuelle Games kannst du mit der Kiste doch wohl ganz weit wegschieben. Ist ja okay wenn man nur irgendwelche Low Poly oder Solospiel spielt aber sowas hier als “Feature” zu bringen sehe ich kritisch, zumal der Autor sich widerspricht und auch irreführende Infos verbreitet.

Zum Beispiel heisst es bei den Kriterien “60 FPS, da meine Monitor ohnehin nur 60Hz schafft”.
Zuerst einmal hat das Eine mit dem Anderen nichts zu tun, insbesondere nicnt wenn der Monitor über kein adaptives Sync verfügt. Nur weil der Bildschirm 60 Bilder ausgeben kann heißt es nicht, dass mehr FPS im Spiel keine Verbesserung des Gameplays darstellen. Naja und unten im Text hat der TE dann plötzlich einen 144Hz Monitor. Last but not least – 2600x und RTX3080 hätte eh der Prozessor “gebottlenecked” in den meisten Fällen.

Für die Zwecke des Autors mag die Kombo, die im Endeffekt einen Gaming PC der oberen Mittelklasse von 2014 darstellt ausreichen, Spieler die auf aktuelle und neue Titel schielen sollten sich von solchen “Moves” nicht beeinflussen lassen. Aber wenn man von einem 2200G kommt ist es wohl ein Quantensprung und man möchte seinen move mit dem man den Markt “ausgetrickst” hat sicher teilen (warum auch immer).
Letztendlich ist gegenwärtig die Lage am Markt tatsächlich schlimm, aber es gibt bessere Optionen für FullHD Gaming (auf Basis vom Budget). Fragt sich halt auch was der Autor für eine GPU (wert 2019 ca 100€) bezahlt hat. Selbst dann könnte die Diskrepanz zwischen “Ich will ne RTX3080” (UVP war glaube 800€) und “Ich Kauf ne R380” (Kaufpreis geschätzt 150€) kaum größer sein.

Wenn ihr euren PC upgraden wollt, aber keine Ahnung habt, macht euch einen Account auf Computerbase und fragt dort im Forum anhand des Fragebogens Leute die sich damit beschäftigen.

Mein Fazit: “Sehr gut, setzen. Eine Drei!”

Patrick

Ich glaub das mit den 144 FPS war etwas irreführend formuliert er spricht doch von 2 Systemen. Einem bei sich zu Hause und einem bei der Freundin.

Also würde ich Mal davon ausgehen. Dass das System für sie Freundin ist und dort 60 fps der Standard sind. Er selbst besitzt aber wohl auch Ben 144fps Monitor und an dem liegen halt manche Spiele sogar mit um die 80 FPS…..

Hauhart

Naja ich hocke seit 2017 auf meiner RX 580 für damals 280 Euro.
Jetzt kostet die mehr als das Doppelte.
Reicht mir auch völlig bis sich der Markt hoffendlich endlich bald beruhigt hat.

Hab mich gestern wieder mit paar alten Gamern unterhalten und wir sind uns einig, dass in letzter Zeit nur Müll und immer das Gleiche an Games rauskommt. Deswegen sind auch die “Remastered” Spiele so im Kommen.
Warum dann noch in teuere Grafikkarten investieren?!

Mach alles derzeit keinen Sinn.

Thyril

Vor dem ganzen Hype noch eine RX 5500 XT 8 gb für 150 Euro gebraucht geholt und sowas von zufrieden.

Bacon5000

Hab kein Problem damit noch ein Jahr auf PS4 zu spielen.

Aetrix69

Die Karte ist sowas von Trash 😀

Bacon5000

Reicht immer noch für jedes Spiel.

McPhil

Die R9 380 ist tiptop für 1080p. Auch ältere Karten wie die GTX 1060 6GB oder RX 580 8GB sind in 1080p und 1440p heute immer noch gut dabei wenn es nicht mehr als 60fps sein müssen und man bereit ist ein paar Grafikregler runter zu stellen.

T.M.P.

Ja, da freut man sich das AMD und NVidia endlich konkurrenzbedingt die Preise senken und dann entwickelt sich durch diese stromverschwendenden Ökoterroristen Kryptominer so ein Mist.

Ich werde auf keinen Fall den Resellern das Geld in den Rachen werfen.
Es gibt so viele Spiele die auch auf älteren Karten super laufen.

PS: Selbst ne 1070 kostet jetzt mehr als damals, die haben alle einen an der Murmel^^

Zuletzt bearbeitet vor 18 Tagen von T.M.P.
Keupi

Habe Gott sei Dank eine PS5 ergattern können. Mein PC wird vorerst nicht aufgerüstet oder ersetzt. Die Preise zahle ich nicht mehr, vor allem da es gerade eh kein Spiel gibt, welches mich derart reizen würde. Ich könnte mir durchaus einen guten Pc leisten, sehe aber momentan echt keinen Mehrwert drin.
,

JahJah

Hatte Glück meine 3090 noch zum normal Preis zu bekommen. Aktuell möchte ich echt nichts kaufen müssen.
Hab für‘s Zweitsystem auch noch anfang des Jahres eine 1070ti auf Ebay gekauft (280€) die würde es für Full HD auch noch easy paar Jahre rocken, geile Karte gewesen.

Arasan

Falls du die verkaufst nehm ich sie dir ab

tjdetti

Wer nicht viel Geld hat oder sich konsequent weigert die aktuellen Preise zu bezahlen, für den ist es sich eine Option, aber am ende bleibt Wucher halt Wucher.
Ob ich jetzt das doppelte zur UVP bezahle um eine 3060 zu bekommen, oder das 4fache für eine uralte 380.
Es werden zwar in ein paar jahren neue Chipwerke fertig sein, aber wenn sich Mining bis dahin immer noch lohnt, wird sich nichts ändern.Solange es sich lohnt, wird alles aufgekauft!

Vallo

Die aktuelle Planung ist aber nur für die aktuellen Spiele die man spielt gut. Was ist aber bei zukünftigen Spielen? Also das plane ich auch mit ein und richte mein Setup darauf ein. Was bringt mir z.B wenn ich in einem aktuellen Spiel gerade so die 60fps knacke und z.B der 2. Teil kommt oder ein anderes Spiel kommt welches mehr Power braucht. Dann ist man wieder bei unter 60fps oder gar auf 30, wenn nicht schlimmer. Dann kauft man wieder neue Teile und hat praktisch nichts gespart.

Ich für meinen Teil würde direkt mehr ausgeben und hab dann knapp 2 bis 4 Jahre ruhe.

Deswegen kalkulieren ich meist über meinen Ansprüchen und so würde ich es jedem raten. Lieber warten bis das Geld da ist und es dann richtig machen.

Zuletzt bearbeitet vor 18 Tagen von Vallo
Thyril

Ist auch sehr verständlich – zu der derzeitigen Situation aber echt grenzwertig imo. Damals hab ich auch meinen Rechner so ausgestattet, dass ich damit mind. 5 Jahre nach meinen Ansprüchen angenehm zocken konnte. Nun müsste ich alleine für die Grafikkarte so viel Geld in die Hand nehmen, nur damit ich diesem Anspruch gerecht werde. Schade halt was zurzeit los ist

Apo

Eine Regel beim Kaufen von Hardware: man kauft nicht für die Zukunft, sondern für die Gegenwart. Für Casual Gamer oder wenn man nur ein bestimmtes Repertoire spielt, passt die Strategie natürlich. Allerdings ändert das auch nix daran, das es gegenwärtig einfach keine Optionen gibt.

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