MeinMMO-Dämon Cortyn hat satte 10 Jahre auf eine Szene in einem Anime gewartet – und sie hätte erfüllender nicht sein können.
Es gibt diese Serien, die beginnt man und weiß im Grunde schon, dass man das Ende oder die Auflösung wohl niemals so richtig erleben wird. Als vor knapp 10 Jahren die erste Staffel von „Re:Zero – Starting Life in Another World -“ lief, dachte ich mir, das wäre ein Isekai wie so viele andere, der einfach im Strom der Mittelmäßigkeit untergehen würde.
Doch ich irrte mich. Die Welt von Re:Zero, die Charaktere, deren Entwicklung und die Tiefgründigkeit vieler Szenen sorgten dafür, dass die Geschichte rund um Subaru, Emilia, Ram und Rem für mich eine der besten Anime-Serien ist, die ich jemals gesehen habe und vermutlich jemals sehen werde.
Wer die Geschichte nicht kennt: Subaru landet eines Tages in einer Fantasy-Welt – einfach so, ohne große Erklärung. Anstatt allerdings mit einer übermächtigen Kraft gesegnet zu sein, hat er eine andere Besonderheit, die sich als ziemlich grausam erweist: Wenn er stirbt, dann „respawnt“ er einfach – und zwar zu einem früheren Zeitpunkt. Die Uhr wird zurückgedreht, Entscheidungen rückgängig gemacht und alle Begegnungen haben nie stattgefunden.
Das nagt schon bald an Subarus Psyche. Denn immer, wenn er Leute kennenlernt und dann stirbt, vergessen die Leute ihn wieder. Obwohl er mit Charakteren bereits Wochen und Monate verbracht hat und er diese Erinnerungen behält, behandeln alle ihn nach einem Respawn wieder wie einen Fremden.
Einer dieser Charaktere, die Subaru kennenlernt, ist das dämonische Dienstmädchen Rem. Die ist aus vielen Gründen „Best Girl“ der Serie und muss eine Menge durchmachen. In der wohl düstersten Folge der ersten Staffel wird sie auf grausame Weise getötet – das ist die Folge, die aus Zweiflern Fans macht.
Am Ende der ersten Staffel vergessen alle bis auf Subaru, wer Rem eigentlich ist und Rem fällt auch noch in einen komatösen Zustand.
Damals dachte ich: Das ist ein temporärer Zustand. Etwas, das sicher in Staffel 2 behoben wird. Immerhin war Rem bis zu diesem Zeitpunkt einer der Hauptcharaktere geworden und nach ihrem emotionalen Liebesgeständnis (und ihrem noch viel dramatischeren Tod zuvor) war mir eigentlich klar: Rem ist ein Fan-Liebling und wird schon bald wieder auftauchen. Es ist eben ein typischer „der Held rettet die Frau, die ihn liebt“-Arc, wie es ihn so oft gibt.
10 Jahre des Wartens auf die eine Szene
Doch wieder irrte ich mich. Rem war immer dabei, immer dabei. Permanent bewusstlos. Entweder im Rollstuhl oder in einem Bett. Sie dominierte die Geschichte nicht, doch wurde immer wieder klar gemacht: Sie ist irgendwo in der Nähe und ihr Zustand hat sich nicht verbessert.

Das ist 10 Jahre und knapp 3 Staffeln her.
Jetzt lief endlich die zweite Hälfte von Staffel 4. Die erste Hälfte der Staffel konnte ich schon nur als legendär beschreiben, denn sie hatte Episoden, die einfach sämtliche Rekorde für Anime gebrochen hat. Das waren die düstersten und emotionalsten Momente, die ich je in einer Anime-Serie gesehen haben.
Der zweite Teil der Staffel war zwar emotional auch mitreißend, überzeugte aber eher durch fantastische Animationen in den Kämpfen, bei denen man merkt: Da sind die Macher „All-In“ gegangen und haben eine Menge Budget auf die Szenen geschmissen, damit sie so gut aussehen, wie sie es taten.
Kein Happy End, aber Happy Cortyn
Wie für Re:Zero üblich, endet die Staffel mit einem drastischen Einschnitt. Obwohl die Gefahr vermeintlich gebannt wurde, befindet sich Subaru am Ende der letzten Episode mit dem noch immer reglosen Körper von Rem auf einer Wiese – bis Rem endlich die Augen aufschlägt. Subaru kann seine Tränen kaum zurückhalten und mir ging es ähnlich. Auf den Moment habe ich ein Jahrzehnt gewartet und er wurde perfekt umgesetzt.
Natürlich wusste ich, dass Re:Zero mir kein Happy End geben würde, nur weil Rem die Augen endlich öffnet. Ich wusste, dass die Sache einen Haken haben würde – und natürlich war es das „Wer bist du?“, das in Re:Zero schon mehrfach für herzzerreißende Momente gesorgt hat.
Für mich hat der Abschluss von Staffel 4 meine Meinung zu Re:Zero nur noch weiter zementiert: Es ist der König aller Isekai-Anime und der einzige, der diesem Genre eine Komplexität, Emotionalität und Grausamkeit verleiht, deren Mischung ich so sehr liebe. Ich kann nur hoffen, dass auch der Rest der Geschichte noch als Anime umgesetzt wird, damit ich den Manga nicht lesen muss. Nicht, dass mir Manga nicht gefallen würden – aber bei einer so fantastischen Anime-Serie will ich das schlicht gar nicht.
Eigentlich würde ich euch nun bitten, eure Meinung in die Kommentare zu schreiben – aber Re:Zero hat bei mir inzwischen einen so besonderen Platz im Herzen, dass ich die gar nicht hören will. Ihr dürfte sie natürlich dennoch loswerden. Stattdessen kann ich euch weitere Anime empfehlen, die aus guten Grund aber erst ab 16 Jahre geeignet sind.
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