Weil ich eine Alternative zu New World brauche, hörte ich auf die Empfehlung einer Kollegin – und komme nicht los

Eigentlich kann MeinMMO-Autorin Nicole mit Final Fantasy so gar nichts anfangen. Dann hat sie sich trotzdem auf FFXIV Online eingelassen und ist versehentlich schon über 130 Stunden darin versunken.

Es gibt viele Gründe, die für mich gegen Final Fantasy XIV sprechen. Ich mag keine JRPGs, da sie mich optisch einfach nicht abholen. Das Charakter-Design gefällt mir nicht. Oft finde ich auch die Musik eher nervig als angenehm. Kurz: Final Fantasy hat mich eigentlich noch nie angesprochen.

Während viele andere jedem neuen Teil oder Remake entgegenfiebern, weiß ich nicht mal grob, worum es in den Spielen überhaupt geht. Ich kann mich zudem selten lange für Spiele begeistern, die mich optisch nicht ansprechen. Und auch mit dem großen Grafik-Update ist Final Fantasy XIV nun mal ein paar Jahre alt – das kann man schlicht nicht wegdiskutieren.

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Trotzdem habe ich dem Spiel eine Chance gegeben, was zum einen an New World lag. Kurz nachdem ich das MMO mal wieder installiert und richtig Spaß daran hatte, wurde bekanntgegeben, dass es abgeschaltet wird. Das setzte meine Motivation schlagartig auf null und das Spiel flog wieder von der Festplatte.

Schade, denn nach einem großen Update habe ich einige Stunden in New World versenkt und wäre auch gerne drangeblieben.

Ich habe mir in den vergangenen Jahren etliche andere MMORPGs angeschaut, aber keines konnte mich langfristig catchen:

  • Guild Wars 2 sieht ganz oberflächlich betrachtet für mich schlechter aus als FFXIV, und dabei ist letzteres sogar älter und musste sich jedoch erst selbst zerstören, um sich zu retten, was letztlich für das „Reborn“ des Spiels gesorgt hat.
  • Lost Ark grenzt an einen Zweitjob. Da ich gerne zwischen verschiedenen Games switche, will ich diese Zeit gar nicht aufbringen.
  • In The Elder Scrolls Online habe ich zwar rund 570 Stunden verbracht, aber irgendwie kann es mich nicht dauerhaft halten. Daran ändern auch die neuesten Updates nichts.
  • Bei World of Warcraft spricht mich die Grafik null an, auch wenn ich es cool finde, dass es mittlerweile Housing gibt.
  • Black Desert hat, soweit ich weiß, einen großen Fokus auf PvP, und das ist einfach nicht meins.

Nach der Ankündigung, dass New World ein Ende findet und meine Motivation verflogen war, ging die Suche nach einem passenden MMO für mich also von vorne los.

Während meiner Suche ging quasi parallel Patch 7.5 in FFXIV im April 2026 live:

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Final Fantasy XIV zeigt die neue Klasse im Trailer zu Patch 7.5

Final habe ich FFXIV aber ausprobiert, weil meine Kollegin Sophia immer wieder von dem Spiel geschwärmt hat. Sie selbst hat zwei Anläufe für das MMORPG gebraucht und wurde letztlich von einem Katzenjungen überzeugt, der halbnackt in den Abenteurergilden des Spiels auf Tischen tanzte.

Also habe ich mir Final Fantasy XIV Online selbst gekauft, um mir einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Denn letztlich kann ich nur so wirklich sagen, ob es mir zusagt oder nicht.

Und plötzlich hat mich dieses bunte MMORPG tatsächlich nicht mehr losgelassen.

Meine Heldin spielt eine Rolle in der Welt

FFXIV gehört auch 2026 zu den besten und meistgespielten MMORPGs, und jetzt hat es mich aus Versehen dazugewonnen. Dabei wollte ich wirklich „nur mal kurz reinschauen“. Plötzlich waren zehn Stunden vergangen, und ich stand mit einer Angel an einem Fluss, während ich eigentlich gerade mit dem Luftschiff in ein neues Gebiet reisen wollte. Es läuft entspannte Musik, andere Spieler fliegen auf coolen Kreaturen an mir vorbei, neben mir wuseln kleine Tierchen herum.

Ich weiß immer noch nicht so ganz genau, was es mit dem Spiel auf sich hat. Aber ich weiß, dass sich meine Rolle irgendwie wichtig anfühlt. Ich bin jemand in dieser Welt. Die Leute freuen sich, wenn ich aus einer Quest zurückkehre, manchmal applaudieren sie sogar. Ich bin nicht nur „die Reisende“ oder „eine Wanderin“ – ich bin Nyx, eine Druidin, die gefühlt jeder kennt, auf den sie trifft. Ein bisschen wie auf einer Familienfeier: Alle kennen mich, aber ich habe die Hälfte der Menschen noch nie gesehen.

Immerhin sind fast alle freundlich – abgesehen von einem NPC, der mich für mein unschönes Outfit so richtig in den Boden geshamed hat. Ich musste also schnell lernen, wie man Kleidung projiziert. So kann ich ja nicht herumlaufen, was sollen die Leute denken? Potenzielle Parallelen zu echten Familienfeiern sind an dieser Stelle total unbeabsichtigt.

Gemeinsam durch dick und dünn sorgt für Charakterbindung

Wenn ihr mich jetzt fragt, was mich an dem Spiel begeistert, sind es vor allem viele Kleinigkeiten, die das große Ganze ausmachen. Zuallererst behaupte ich in meinem Newbie-Dasein ganz selbstbewusst, dass mein Anfangsgebiet Gridania die schönste Region ist, in der man dieses Spiel beginnen kann. Nicht nur das Wald-Setting sorgt für „Herr der Ringe“-Vibes, sondern auch die Musik.

Was mir besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass man mit einem einzigen Charakter absolut alles machen kann. Man startet mit einer Klasse, etwa als Druidin, und levelt diese hoch. Hat man die Klasse auf der passenden Stufe, kann man sich eine neue aussuchen. Ich habe mich danach für die Hermetikerin entschieden. Sie kämpft mit einem Buch, was eventuell auch der Hauptgrund für meine Wahl war. Diese Klasse habe ich dann wieder gelevelt und später zur Beschwörerin weiterentwickelt. Wenn ich Lust habe, kann ich aber auch noch ganz andere Klassen lernen, die sich hier Jobs nennen.

Abgesehen davon gibt es Handwerksberufe, die man auch aus anderen Spielen kennt, wie Gourmet, Fischerin und Gerber. Um verschiedene Klassen zu spielen, benötigt man einfach nur die passende Ausrüstung. Diese liegt nicht störend im normalen Inventar herum, sondern im Arsenal. Das bedeutet, man kann mit wenigen Klicks zwischen den Jobs wechseln, und genau das finde ich am allercoolsten.

Kein lästiges Neuerstellen eines Charakters inklusive komplettem Hochleveln, außer man möchte es unbedingt so. Im Idealfall spielt man seine Heldin also sogar für viele Jahre.

Ein weiterer Punkt, der mich im Spiel hält, ist die Tatsache, dass ich das MMORPG vor allem anfangs wunderbar alleine spielen kann. Es gibt zwar Dungeons für Gruppen, die ich aber problemlos mit NPCs bewältigen kann. Das heißt: Ich muss nicht mit anderen Spielern interagieren, wenn ich gerade keine Lust darauf habe.

Und trotzdem finde ich es schön, wenn sich etliche Leute in den Städten tummeln und überall herumwuseln. Ich schaue mir gerne andere Outfits an oder gucke, was es so für coole Mounts gibt, auf denen die Spieler durch die Gegend reiten und fliegen.

Einmal hat mich ein Mitspieler sogar auf seinem Mount durch die Ortschaften chauffiert. Das war zwar super praktisch, weil ich ein paar Wegpunkte freischalten konnte. Andererseits dachte ich mir oft: „Oh, hier muss ich unbedingt noch mal zu Fuß auf Erkundungstour gehen.“ Ich laufe total gerne einfach herum und schaue mir die Gebiete an.

Mittlerweile kann ich selbst fliegen und alleine dafür hat sich der bisherige Grind gelohnt. In meinen bisherigen 130 Stunden habe ich erst einen Bruchteil der Map entdeckt, und ich bin super gespannt darauf, was mich noch erwartet. Und tatsächlich finde ich das Spiel mittlerweile auch optisch echt richtig schick.

Angenehmer Einstieg für MMORPG-Newbies

Zwar informiere ich mich zu vielen Dingen online oder schaue mir Videos an, aber trotzdem finde ich es gut, dass mir FFXIV nicht den gesamten Content auf einmal an den Kopf wirft. Viele Inhalte kann man anfangs noch gar nicht einsehen, alles wird schrittweise eingeführt und erklärt. Selbst für Klassen-Quests muss man teilweise erst in der Story vorankommen. Für mich greift alles irgendwie logisch ineinander, was es mir als Neuling sehr angenehm macht.

Das funktioniert übrigens für MMORPG-Veteranen genauso wie für komplette Neueinsteiger. Das Spiel nutzt zwar die klassischen Säulen des Genres, wie die Rollenverteilung aus Tank, Heiler und DD, Dungeons, soziale Elemente und eine persistente, lebendige Spielwelt, bricht die Regeln aber an einigen Stellen auf.

Ihr seid nämlich nicht an eine einzige Klasse gefesselt, sondern switcht nach dem Leveln einfach flexibel hin und her. Die Spielweise eurer Jobs definiert sich über Ausrüstung und Rotationen, denn die Skills sind bei den Klassen immer gleich. Und trotz der vielen Mitspieler um euch herum könnt ihr vieles wunderbar solo erledigen.

Final Fantasy XIV Online ist zudem eines der wenigen MMORPGs, bei denen ich wirklich gerne die Story verfolge und mir alles aufmerksam durchlese. Zwar ist die Geschichte anfangs recht zäh und beinhaltet viel Laufarbeit, aber später wird es umso spannender.

Ich kann es kaum erwarten, die Charaktere weiter zu begleiten und mir vor allem die ganzen Erweiterungen anzuschauen, denn davon gibt es etliche. Und im Januar 2027 steht mit Evercold ja auch schon der nächste Nachschub für FFXIV vor der Tür.

Ich freue mich jedenfalls sehr darauf, noch etliche Stunden in dem MMORPG zu versenken. Vor allem will ich endlich die ganzen Handwerks- und Sammlerberufe leveln, weil mir so etwas total viel Spaß macht. Ich bin froh, dass ich Final Fantasy XIV Online eine Chance gegeben habe, obwohl es mich zunächst so gar nicht angesprochen hat. Manchmal lohnt sich ein zweiter Blick eben doch.

Ging es euch auch schon mal so wie mir? Welches Spiel wolltet ihr eigentlich absolut nicht zocken und seid am Ende doch komplett darin versunken? Berichtet uns gerne in den Kommentaren davon! Was sonst noch bei unserer MMORPG-Themenwoche 2026 passiert, erfahrt ihr hier: Das Programm vom Grindfest 2026

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