Das vielleicht beste MMORPG aus Deutschland lockt mich nach Jahren mit Drachen auf die Server und ich bin sofort tief drin im Grind

Albion Online reingespielt 2026

Derzeit bereitet sich Albion Online auf das große Drachenfeuer-Update vor, das erstmals Drachen in die Welt von Albion bringt. Das bisher Gezeigte sieht so spaßig aus, dass sich unser MMORPG-Experte Karsten Scholz nach vielen Jahren der Abstinenz einen neuen Account erstellt hat, um sich auf den Angriff der Echsen vorzubereiten.

Wenn es um MMORPGs geht, bin ich eigentlich eher der Themenpark- und PvE-Typ. Ich mag WoW Classic viel lieber als RuneScape, Final Fantasy XIV lieber als Throne and Liberty, Star Wars: The Old Republic lieber als EVE Online. Deswegen ist es lange her, dass ich Albion Online gespielt habe, und damals kam noch die Skepsis bezüglich der Mobile-Version dazu. Das war irgendwie nicht meins.

Dennoch verfolge ich bis heute mit großer Neugier und Freude, wie stark sich das MMORPG von Sandbox Interactive aus Berlin seit meinem Erstkontakt (auf einer gamescom, noch deutlich vor dem Release im Juli 2017) entwickelt hat. Albion Online ist eines der ganz wenigen erfolgreichen MMORPGs, das die Entwicklung (in Teilen) über Crowdfunding finanziert hat, und gleichzeitig auch einer der raren Genre-Erfolge der vergangenen Dekade.

Der kurze Teaser-Trailer für das Drachenfeuer-Update:

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Zu dieser Entwicklung gehört es, dass Albion Online zwar immer noch einen starken Fokus auf Sandbox und PvP mitbringt, mittlerweile aber eben auch mehr PvE-Inhalte und Themenpark-Elemente besitzt. Das neue Update unterstreicht das und verspricht mit den Drachen gleichermaßen Inhalte für PvE- und PvP-Fans, für kleine sowie große Gruppen und sogar für Solisten.

Für mich war das Grund genug, um mir nach Jahren Abstinenz einen neuen Account zu erstellen, den Download-Knopf zu drücken und einfach mal reinzuspielen. Mein Ziel: Einen frischen Charakter zu erstellen und den bis zum Release von Drachenfeuer am 31. August fit für die Drachen zu machen. Die große Frage: Macht mir Albion Online als PvE- und Themenpark-Typ genug Spaß, um mein Ziel zu erreichen?

Albion lebt

Gleich auf den ersten Metern merke ich: In Albion Online hat sich echt viel getan. Eine Tutorial-Insel führt mich in die wichtigsten Mechaniken ein, die Kategorie „Erste Schritte“ aus dem Journal bietet auch ohne richtige Quests Ziele, auf die ich direkt hinarbeiten kann. Ich lerne das Sammeln von Ressourcen, die Verarbeitung der Materialien, die Herstellung von Gegenständen und natürlich das Kämpfen. Ich bin schnell drin im Grind.

Am meisten überrascht mich, wie viel in der Tutorial-Zone los ist. Überall treffe ich auf andere, frisch erstellte Charaktere. Doch das ist noch gar nichts. Nachdem ich das Tutorial absolviert und mir eine Startregion ausgesucht habe, lande ich schnell in der Hauptstadt meiner neuen Wahlheimat.

Dort muss ich mich schnell von dem Gedanken verabschieden, wichtigen NPCs direkt in die Augen schauen zu können. Große Spielertrauben bilden sich fast rund um die Uhr um neuralgische Punkte wie den Handelsposten oder die Truhe (zum Glück lassen sich diese dennoch leicht auswählen). Überall herrscht reges Kommen und Gehen. Wer ein MMORPG mit einer aktiven Community sucht, wird hier definitiv fündig.

Albion Online Spielerauflauf
Es ist ganz schön was los in Albion Online.

Ein Sandkasten mit Attraktionen

Nach dem Tutorial erwartet mich in Albion Online auch im Jahr 2026 ein Sandkasten voller Freiheiten und ohne Quests, in dem ich selbst entscheiden muss, was ich tun möchte. Das bereits erwähnte Journal hilft mir aber dabei, einen Überblick über die verfügbaren Inhalte zu erhalten und mir konkrete Ziele zu setzen.

Wenn ich darauf Lust habe, kann ich mich beispielsweise einfach auf den altbekannten Grind stürzen und in den Zonen der Welt Ressourcen farmen und Gegner klatschen. Durch das mit dem Schicksalsbrett verbundene Skillsystem level ich das, was ich nutze, mache und trage – also beispielsweise in Kämpfen meine Lederrüstung und meine Doppelklingen.

Das MMORPG hat mittlerweile aber noch sehr viel mehr zu bieten. Zu meiner täglichen Routine gehört etwa der Weg zum Expeditionsmeister, bei dem ich mich für Solo- oder Gruppen-Expeditionen anmelden kann. Portale zu Solo- und Gruppen-Dungeons lassen sich aber auch in der Welt überall finden. Das sind alles reine PvE-Herausforderungen ohne PvP-Elemente.

Albion Online Dungeon-Bonus
Einmal am Tag lohnt es sich besonders, eine Expedition abzuschließen.

Meinen Spaß habe ich aber auch mit zwei PvPvE-Herausforderungen, auch wenn meine Besuche dort nicht immer gut ausgegangen sind.

In der Welt kann man beispielsweise Irrlichter finden, die ein Portal in eine besondere Nebel-Region öffnen. Dort lassen sich prima bestimmte Ressourcen farmen, es gibt aber auch Lager, die man von den hiesigen Truppen befreien muss, um sich eine Truhe voller Belohnungen zu verdienen. Die Festung ist jedoch ein PvP-Areal, und es können jederzeit andere Spieler vorbeikommen und versuchen, die Truhe selbst zu beanspruchen.

Ungebetene Besucher können ab einem gewissen Zeitpunkt auch in den Korrumpierten Solo-Dungeons auftauchen. In denen erledigt man so lange Gegner, bis man einen besonderen Boss beschwört. Oder man überfällt selbst andere Spieler und sackt sich im besten Fall einen Anteil an der Dungeon-Beute ein. Obergrenzen für das Itemlevel sorgen dafür, dass man nicht chancenlos von deutlich stärker ausgerüsteten Gegnern abgefarmt wird.

Erstaunlicherweise macht mir das PvP in Albion Online einigen Spaß. Ich habe mich bereits mehrfach freiwillig für Arena-Kämpfe angemeldet oder für meine Fraktion in der offenen Welt Ziele erfüllt. Selbst als Neueinsteiger kann man hier nach kurzer Zeit schnell erste Erfolgserlebnisse erzielen.

Andere Inhalte wie die Tiefen für Duos und Trios, Weltbosse, Höllentore oder Raids habe ich noch gar nicht gesehen. Von den insgesamt 1.696 Zielen des Journals konnte ich nach den ersten Tagen gerade einmal 170 abschließen. Es gibt also noch sehr viel zu tun und zu entdecken.

Albion Online hat mittlerweile richtige EU-Server:

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Albion Online – Coming to Europe Trailer

Keine Angst vor Frust und Verlust

Obwohl Albion Online einen sehr großen Fokus auf PvP setzt und den Tod in den späteren Endgame-Zonen hart bestraft (mit Verlust von Inventar und aktueller Ausrüstung), sorgt das nicht zwingend für ständigen Frust. Ganz im Gegenteil: In vielen Regionen der Spielwelt und instanziierten Inhalten verliert man gar nichts, wenn man mal stirbt, oder maximal das Zeug, das man frisch gesammelt im Inventar liegen hat.

Gleichzeitig funktioniert das Ausrüstungssystem von Albion Online so, dass Waffen und schützende Klamotten eher wie Verbrauchsgegenstände funktionieren. Es ist nicht schlimm, wenn sie weg sind. Dann besorgt man sich halt Ersatz. Das Zeug ist nur Mittel zum Zweck. Gleichzeitig macht die Abwägung von Risiko und Ertrag einen großen Reiz von diversen Inhalten in Albion Online aus.

Ebenfalls wichtig: Der ständige Bedarf an Ausrüstung sorgt dafür, dass man selbst erstellte oder alte Ausrüstung über den Handelsposten schnell zu Silber machen kann. Die Wirtschaft des Spiels floriert. Es dauert oft nur ein paar Minuten, bis meine Verkaufsorder erfolgreich ist.

2 Features, die Schule machen sollten

Was ich besonders cool finde: Fast jeder Gegenstand im Spiel wurde irgendwann von einem Spieler hergestellt. Der Schwarzmarkt regelt dabei im Hintergrund, dass sich die Massenproduktion nicht negativ auf die Wirtschaft und den Loot des Spiels auswirkt.

Das System kauft dafür einen Teil der Gegenstände auf und lässt diese dann als Beute in der Welt fallen. Ist zu viel niedrigstufiger und eher wertloser Kram im Umlauf, nimmt der Schwarzmarkt diesen aus dem Spiel. Das sorgt dafür, dass auch Starterzeugnisse einen gewissen Wert behalten. Das ist eine geniale Idee, die sich aus meiner Sicht auch andere Sandbox-MMOs mit Spieler-getriebener Wirtschaft abschauen sollten.

Gleiches gilt für ein anderes Feature von Albion Online, das mir richtig gut gefällt: das Waffenlager. Hier findet man für alle Aktivitäten des Spiels diverse Build-Empfehlungen aus der Community, die mit allerlei sinnvollen Infos ergänzt werden. Man kann einen passenden Build dann als Blaupause abspeichern, um sich auf dem Marktplatz automatisch mit den passenden Ausrüstungsteilen einzudecken. Einfacher und komfortabler geht’s kaum.

Albion Online Waffenlager
Das Waffenlager von Albion Online hilft euch dabei, einen für euch passenden Build zu finden.

Nächstes Ziel: Drachen

Unterm Strich habe ich mein Ziel nach den knapp 15 Stunden, die ich in den letzten Tagen gespielt habe, in weiten Teilen bereits erreicht. An den neuen Herausforderungen in den Uralten Landen und den Drachenangriffen in der offenen Welt sollte ich mit meinem aktuellen Build und Itemlevel problemlos teilnehmen können.

Der kommende Raid mit dem Feuerdrachen Azaryon ist sicherlich noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Da wird es wahrscheinlich stark davon abhängen, ob die Gilde, in der ich gelandet bin, diesen angehen möchte. Die Zeit bis zum 31. August möchte ich aber auf jeden Fall nutzen, meinen Build für diesen Kampf noch etwas zu optimieren.

Falls ihr ebenfalls auf Drachen steht und Albion Online eine Chance geben wollt, kann ich euch noch zwei Tipps ans Herz legen:

  • Sucht euch eine Gilde, selbst wenn ihr gar nicht vorhabt, langfristig ein aktiver Teil einer Gemeinschaft zu sein. Ich habe in der Gildensuche keine 2 Minuten gestöbert, bis ich einen Platz gefunden hatte, und es hagelte im Journal direkt diverse Errungenschaften.
  • Gönnt euch einen Monat das optionale Premium-Abo. Die so aktivierten Boni helfen euch spürbar dabei, recht schnell die hohen Stufen für eure Wunschausrüstung und -waffen zu erreichen und Silber für Einkäufe zu farmen. Außerdem schaltet ihr durch Premium eure Housing-Insel frei, auf der ihr dann beispielsweise sofort Landwirtschaft betreiben könnt, um mit wenig Aufwand noch mehr Silber zu verdienen. Keine Sorge: Wenn das Abo abläuft, behaltet ihr den Zugang zur Insel.

Ich für meinen Teil freue mich derzeit jeden Tag darauf, in Albion Online ein paar Runden zu drehen. Das Drachenfeuer-Update kann kommen! Und so lässt sich prima die Wartezeit auf Aion 2 überbrücken. Wie sieht es aus: Habt ihr zuletzt vielleicht ebenfalls Albion Online gespielt? Wollt ihr mit der Premiere der Drachen zurückkehren? Verratet es uns in den Kommentaren! Mehr zum Spiel erfahrt ihr hier: Fast alle Crowdfunding-MMOs scheitern, aber ein Studio aus Berlin zeigt, wie man es richtig macht

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