Activision-Chef Kotick hält Meeting nach Xbox-Übernahme, beunruhigt Mitarbeiter in 16 Minuten

Activision-Chef Kotick hält Meeting nach Xbox-Übernahme, beunruhigt Mitarbeiter in 16 Minuten

Mit einem Firmen-Meeting wollte Activision-Blizzard-CEO Bobby Kotick eigentlich die Wogen glätten, nachdem die Mitarbeiter erst durch die Presse von der Übernahme durch Microsoft und Xbox erfahren hatten. Das lief aber nicht so, wie es den Mitarbeitern versprochen wurde und sie es erwartet hatten.

Was war das für ein Meeting? Den Berichten nach wurde den Mitarbeitern mitgeteilt, dass das Meeting 30 Minuten dauern solle. Da es außerdem keine Live-Chat-Funktion gab, mussten sie ihre Fragen per Mail einschicken. Diese Fragen sollten dann in dem Meeting beantwortet werden. Das lief aber nicht so, wie es geplant war.

  • Bobby Kotick kam zunächst 7 Minuten zu spät zum Meeting.
  • Dabei ging er kaum auf Fragen ein, sprach vor allem über die Chancen des Deals und dass Microsoft dazu verpflichtet sei, so viele Mitarbeiter wie möglich zu übernehmen.
  • Außerdem ging er nochmal auf seine Zukunft ein. Er wolle bleiben, bis die Übernahme abgeschlossen sei. Wenn nötig, sogar länger.
  • Dann beendete er das Meeting bereits nach 16 Minuten. Selbst wenn man die 7 Minuten abzieht, die er zu spät kam, wären noch weitere Minuten offen geblieben.

Das und die Aussagen während des Meetings haben bei zahlreichen Mitarbeitern nicht gerade für Ruhe gesorgt. Während manche eher unbeeindruckt sind, sind einige nun besorgter, als zuvor. Das geht aus einem Bericht der Washington Post hervor.

Mitarbeiter fürchten Rache und dass Kotick bleibt

So lief das Meeting ab: Kotick sprach über die Zukunft des Unternehmens, während Chief People Officer Julie Hodges ihm zwischendurch Fragen aus den Mails der Mitarbeiter vorlas.

Um Sorgen vor Entlassungen zu mildern, sagte Kotick, dass „der Übergang reibungslos verlaufen wird, weil [Microsoft] sich verpflichtet hat, so viele Mitarbeiter wie möglich zu behalten“.

Nachdem viele Mitarbeiter zuletzt den Rücktritt von Kotick forderten und es zuletzt bei Activision bereits Entlassungen gab, fürchten nun manche nach diesem Kommentar sogar mögliche Rache-Kündigungen durch Activision.

Die ganze Angst und Wut, die man empfindet, ist immer noch mit Bobby Kotick verbunden und dem Schaden, den er anrichten wird, bis die Fackel an Microsoft weitergereicht wird“, sagte der Blizzard-Mitarbeiter. „Er verglich Activision mit seinen Kindern, und ich habe das Gefühl, dass er sie nicht loslassen wird. Ohne Erwähnung des Streiks, des Rechtsstreits oder irgendeines der andauernden Probleme hätte es genauso gut überhaupt kein Q&A geben können. Wir hätten eine Pressemitteilung lesen und 15 Minuten länger schlafen können.

via Washington Post

Hodges und Kotick gingen auch auf die per E-Mail eingegangenen Fragen zur Arbeitsplatzsicherheit, zu Gehaltsänderungen und zu Microsofts Strategie in Bezug auf Spiele, ein. Dabei versicherten sie den Mitarbeitern scherzhaft, dass sie nicht zu Microsoft Teams wechseln würden.

Während des Meetings betonte Kotick deutlich, dass er erst gehen werde, wenn der Übergang abgeschlossen sei und er das Gefühl habe, dass es der richtige Zeitpunkt sei. Das sorgte ebenfalls nicht für Freudensprünge unter den Mitarbeitern, wie aus einer anonymen Aussage hervorgeht.

Demnach setzen einige Mitarbeiter eher ihre Hoffnung in eine schnelle Übernahme durch Microsoft und einen Abgang von Bobby Kotick. Dieser scheint nach den Aussagen aber nicht unbedingt bereit, seine Firma schnell abzugeben.

Ob er Activision Blizzard dann tatsächlich ganz verlässt, bleibt offen. Vor 2023 werden wir es ohnehin nicht erfahren, denn der Deal soll erst mit Abschluss des Geschäftsjahrs 2023 abgeschlossen sein.

Warum ist das so ein großes Thema? Activision Blizzard ist seit Monaten regelmäßig in Sexismus-Skandale verwickelt, es wird sogar ermittelt. Dabei ist CEO Bobby Kotick sogar selbst verstrickt und es wurden auch gegen ihn persönlich Anschuldigungen erhoben.

Deshalb wird sein Rücktritt von Mitarbeitern und Investoren gefordert und wurde bereits mit Bekanntwerden des Deals spekuliert. Aktuell geht man davon aus, dass er mit Abschluss des Deals zumindest nicht mehr CEO sein wird.

Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft erschüttert die Gaming-Welt

Was genau ist da eigentlich los? Das ist die Situation:

Auf einige dieser Fragen gibt es mittlerweile Antworten. So wissen wir beispielsweise, dass die Shooter-Reihe Call of Duty offenbar auch weiterhin auf PlayStation erscheinen soll. Das verriet Xbox-Chef Phil Spencer bereits in einem Interview.

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Skyzi

Die 70 Milliarden bezahlt Microsoft und natürlich auch der Staat plus die Aktien plus dauert mindestens 2023 oder erst 2024. Viel Bürokratie. Heftig was Microsoft macht ist das eher ein Konkurrent gegen Sony? Oder eher Globalplayer?

Ich meine sie wollen die größte Macht werden und das merkt man.

So groß ist sony nicht deswegen wundern mich das.

Patsipat

Mal ne doofe Frage: Da die 70 Milliarden ja in bar bezahlt werden sollen… Wer bekommt eigentlich das ganze Geld?

Und kann Microsoft den nicht einfach vor die Tür setzen?

Todesklinge

Normalerweise an den Eigentümer.
Da es sich hierbei um ein Aktienunternehmen handelt, geht das Geld entsprechend an alle die Aktien haben (zu entsprechenden Teilen).

Hat Chefchen viele Aktien (mindestens 50%, was ja logisch wäre), kann er diese anschließend verkaufen (was bei der Übernahme duechgeführt wird).

So ganz 100% bin ich mir da nicht sicher.
Grob gesagt geht das Geld an alle die Anspruch durch Besitz der Firma haben.

lIIIllIIlllIIlII

So funktionieren Aktien nicht. Da fließt nicht einfach automatisch Geld an irgend jemanden.

Die Aktien müssen zurück gekauft werden. Die aktuelle Marktkapitalisierung, als Wert * Anzahl, beträgt gerade um die 63 Milliarden Euro. Da sich 93 % im Freeflow befinden, also der Anteil, der sich am Markt handelbar befindet, heißt das, dass da viele Investoren erstmal verkaufen müssen. Allerdings liegen über ca. 20 % in irgend welchen Investmentvehikeln. Also Indexfonds und so weiter.

Wenn der Eigentümer der Aktie nicht verkauft, verkauft er nicht. Man kann, wenn man fast alle Aktien auf sich vereint, kleine Anteilhaber aus dem Unternehmen raus drängen, aber dafür braucht man schon einen Großteil der Aktien.

Ich glaube nicht, dass die 70 ausreichen werden. Das Angebot liegt stand heute, etwa 11 % über Marktwert.

Man wird sehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht so richtig funktionieren wird. Hätte MS schon 30 % und würde jetzt die Mehrheit erwerben wollen… okay. Aber so…

Todesklinge

Das meine ich damit das die Aktien zurück gekauft werden. Man gibt als Aktienbesitzer (Anteilig der Firma) seine Anteile gegen Bezahlung ab.

Grundsätzlich ist damit gemeint das alle die Anteile besitzen Geld erhalten. Natürlich im Tausch gegen andere Dinge (Aktien usw.).

Anonymous

Zeigt doch wieder was der Mann für Abschaum ist. In Amerika den Job zu verlieren kann schnell in einer Abwärtsspirale und der Obdachlosigkeit enden. Sich keine Zeit dafür zu nehmen den Mitarbeitern Ihre Sorgen zu nehmen und dann noch Witzchen zu machen finde ich gelinde gesagt eine bodenlose und respektlose Frechheit.

Grinsekatze

Der Typ ist einer der Teufel der Gaming Branche, die einfach weg gehören.
Einfach abartig. Möge er in der Hölle schmoren – sage ich, als Atheist 😉

Fyralon

Ich konnte diesen Menschen zu keiner Zeit leiden. Massenhaft Mitarbeiter entlassen trotz positiver Billanzen, sich selbst 20 Millionen Dividende ausgeschüttet.

Ich erinnere mich noch sehr gut an sein Kommentar Richtung CoD Community. Bei Ghosts war dann auch endgültig Schluß für mich in Bezug auf CoD. Auch einer der Gründe warum ich 2019 WoW an den Nagel gehängt habe.

Klaphood

Er hatte mich mit diesem „Die Mitarbeiter können mein Gehalt haben“ Move, den er mal abgezogen hatte. Aber da kannte ich ihn noch gar nicht. War wohl auch ein reiner PR Stunt.

Aber was erwartet man von diesen Menschen… das sind alles Raubtiere, sonst hätten die niemals diese Positionen.

Stephan

Ich finde es Problematisch den CEO während einer Übernahme auszutauschen. Find’s ok wenn er bis zum Abschluss des deals bleibt.

N0ma

Weil?
Jeder Tag länger = mehr Schaden.

Sayfty

Weil er halt Geschäftswissen hat das sonst verloren gehen würde. So sehr ich den Typ auch nicht mag, ihn von heute auf morgen rauszuschmeißen macht betriebswirtschaftlich wenig Sinn. So eine Übernahme braucht Zeit. Bringt ja nix wenn der Laden nach dem Rausschmiss auseinanderfällt weil keiner weiß wie der Laden läuft.

Bingolinchen

Ich glaube MS is da schon sehr kompetent, die schaffen das auch ohne den komischen Typen.

Fyralon

Ich finde es nicht ok.
Leiden unter Missmanagement müssen immer die, die es nicht verschuldet haben. Diejenigen die verantwortlich sind werden noch reicht belohnt mit netten Abfindungen.120 Millionen zB bei der Telekom damals für den Manager ( weiß nicht ob Name genannt werden darf, deshalb unterlasse ich es) und 2500 Mitarbeiter die entlassen wurden!

Fair und vor allem OK, ist anders.

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