7 tote MMOs, die viel zu schnell von uns gegangen sind

7 tote MMOs, die viel zu schnell von uns gegangen sind

Nicht jedes MMO-Spiel, das vorzeitig das Zeitliche gesegnet hat, verdiente dieses Schicksal. Oft war einfach die Zeit noch nicht reif oder man hatte falsche Vorstellungen von dem Spiel. Damit wir diese verschollenen Perlen der MMO-Geschichte nicht vergessen, stellt MeinMMO euch hier eine Auswahl von Games vor, die viel zu schnell von uns gegangen sind.

Jedes Jahr erwischt es ein paar Service-Games und MMOs, denen aus diversen Gründen der Stecker gezogen wird. Oft sind es mangelnder Erfolg und eine suboptimale Umsetzung von versprochenen Features, die letztendlich zum Tod eines MMOs führen. Auch 2021 wurden diverse Games beerdigt und schon Anfang 2022 hat es das erste Spiel erwischt.

Doch nicht jedes Spiel hat sein Ende verdient. Manche waren echte Perlen, die nach wie vor von ihren Fans betrauert werden. Ein paar der wichtigsten Spiele aus dieser Sparte stellen wir euch in den folgenden Absätzen kurz vor.

Wie wurde ausgewählt? Maßgeblich für unsere Auswahl sind Spiele, die nicht einfach nur aufgrund von liebloser Umsetzung und dem daraus resultierenden Spielerschwund starben. Hier sollen Spiele vorkommen, die unter anderem eine großartige Grundidee, eine besonders liebenswerte Umsetzung oder sonst Features vorwiesen, die eigentlich gut ankamen. Aber eben aufgrund von anderen, widrigen Umständen dann doch den Tod finden sollten.

WildStar

Was war das für ein Spiel? WildStar war ein großes MMORPG vom Studio Carbine. Dort arbeiteten viele Ex-WoW-Entwickler. Ihr Ziel: Ein zweites, großes MMORPG wie WoW entwickeln. Das Setting war allerdings eine abgedrehte SciFi-Welt, in der ein fieses Imperium und eine Bande von Rebellen einen neuen, unbekannten Planeten kolonisieren wollten.

Es gab viele Gebiete des Planeten Nexus zu erkunden und dabei diverse PvP-Aktivitäten. Glanzstück von WildStar war das flotte Action-Kampfsystem, die humorvolle Story und das quietschbunte Setting. Außerdem wollten die Entwickler MMORPGs wieder zu den Wurzeln zurückführen: mit hartem Content und fetten 40-Spieler-Raids.

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Was war daran so toll? WildStar faszinierte die Spieler schon von Beginn an mit seiner verrückten, quietschbunten Optik. Das Spiel nahm sich nie wirklich ernst und hatte sehr viel Humor – wenn auch derben und schwarzen.

So gab es eine Quest, in der ein auf dem Grill liegender Space-Hamster noch zig Quests erteilt, aber nicht mehr vom Grill runterwill, weil er „schon durch“ ist.

Oder die herrlich gierige und extrem kapitalistische Protostar-Firma, die mit jedem noch so bescheuerten Spin versucht, euren Helden das Geld abzuluchsen.

Wer hingegen mehr auf handfeste Action stand, der konnte sich in dem herrlich dynamischen Kampfsystem austoben. Denn WildStar hatte bis heute eines der besten und ausgeklügeltesten Kampfsystem im MMORPG-Genre. Nur, was direkt vor der Waffe war, wurde auch getroffen.

Prominente Telegraphen, die genau anzeigten, wo ein Angriff landet, waren nötig, um das Maximum aus euren Helden rauszuholen.

Darüber hinaus musstet ihr Angriffen ausweichen und sie anderweitig auffangen. Einfach nur dastehen und die Rotation raushauen, führte bei WildStar nie zum Erfolg.

Ein weiteres Highlight, das schmerzlich vermisst wird: WildStar hatte ein geniales Housing, in dem man sich wild austoben konnte. Man hatte eine fliegende Parzelle Land und konnte die mit allerlei Kram vollbauen. So bauten sich manche Spieler eine Bar, in der ihre Gilde bewirtet wurde.

WildStar Christmas Protostar
Hallo! Kann ich all dein Geld haben?

Warum musste es sterben? Leider machten die Entwickler einen entscheidenden Fehler und unterschätzten, wie schnell Spieler heutzutage durch Content durchfetzen. Was zur WoW-Release-Zeit noch monatelang gehalten hätte, war in der Zeit von WildStar schnell durchgespielt und bald nach dem Release wollten die Spieler mehr. Doch Nachschub blieb aus und kam nicht in ausreichender Zahl.

Dazu kam noch, dass einige der Hardcore-Features für viele Casual-Spieler viel zu hart waren und die besonders deftigen Raids im Endgame von einem Gros der Spieler gar nie gezockt wurden.

Außerdem gab es einen Grund, warum 40-Spieler-Raids in WoW und andere Games nicht mehr vorkamen. Es ist einfach extrem stressig zu organisieren und durchzuführen. Nur eine kleine Minderheit von Spielern wollte sowas wirklich wiederhaben und diese Community allein war nicht ausreichend, um WildStar zu tragen.

Der große Erfolg blieb also aus und auch eine Umstellung auf Free-2-Play brachte auf Dauer keine Wendung. Daher schaltete man am 28. November 2018 – 4 Jahre nach Release – die Server von WildStar endgültig ab.

Allerdings fordern Fans nach wie vor eine Neuauflage des Spiels.

Noch heute erinnere ich mich gut an meine ersten Schritte in WildStar:

WildStar war das erste MMORPG, mit dem ich beruflich zu tun hatte. Ich schrieb – damals noch bei Buffed – über die Closed-Beta zum Spiel und versuchte lange vergeblich, Zugang zu bekommen. Als es dann endlich so weit war, verbrachte ich viele Stunden in der Beta und genoss jede Minute.

Vor allem das exzellente Kampfsystem werde ich nie vergessen. Seitdem fühlen sich die meisten anderen MMORPGs lahm und langweilig an. In WildStar machte es einfach Riesenspaß, um die Gegner herumzutanzen und im rechten Moment vernichtende Kombos rauszuhauen.

Kein MMORPG hat mich seitdem mehr so geflasht.

Jürgen Horn, Redakteur bei MeinMMO
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Nytrouz

Das meiner nach beste mmo was gestorben ist war firefall. Und in wie fern wahren Patagon und evolve ein mmo?

Moast

Wildstar – forever number one!

Obwohl mir das Setting anfangs überhaupt nicht gefallen hat, aber das Kampfsystem war das beste, was ich jemals in einem MMORPG gespielt habe.

Leyaa

Habe keines der erwähnten MMOs gespielt.

Wildstar klang noch am interessantesten, aber der schrille Artstyle und die Harcore Ausrichtung hat mich schon damals abgeschreckt.

Den Hype um Anthem habe ich nie richtig verstanden, wirkte auf mich immer wie eine Art Warframe Kopie (mit deutlich weniger Auswahlmöglichkeiten). Aber ich war auch noch nie ein Shooter Fan.

Thirty

Wildstar R.I.P :(. Hoffe es kommt als P Server wieder :/. War bei der Schließung der Server dabei, traurigster Moment meiner Gaming-Geschichte :(.

Xolo

Gibt es schon neue Nachrichten von den Wildstar P-Servern, die teilweise von den ehemaligen Entwicklern unterstützt werden?

thoxx

Als ich mich zuletzt mal informiert hatte gab es rudimentären Kampf, aber viele Skills die noch nicht oder nicht richtig gehen. Quests in Startgebieten gehen wohl so halbwegs, danach wird’s sehr schnell dünn. Man kann aber immerhin alle Gebiete besuchen.
Man braucht sich aber nix vormachen… das ist noch sehr weit von was richtig Spielbarem (im Sinne von Content) entfernt. Das wird auch alles nur per Reverse Engineering gemacht und dauert einfach wahnsinnig lange.

thoxx

WildStar bleibt mein Lieblings-MMO.
Es hatte ohne Frage viele Probleme mit der Performance und Bugs, die es teilweise seid Release gab, da braucht man gar nix schön reden.
Aber die Dungeons und vor allem Raids waren in Verbindung mit dem Kampfsystem einfach das Beste und Spaßigste, was ich bisher in einem MMO gespielt habe. Schießen, springen, ausweichen, im Kreis laufen während 10 rote Telegraphen sich unter einem bewegten war herrlich chaotisch und herausfordernd. Die Bosse in der Datenzone waren wirklich toll, den ersten Avatus Kill hab ich immer noch vorm geistigen Auge.
Beim Redmoon Raid war ich dann leider schon raus.

Zuletzt bearbeitet vor 3 Monaten von thoxx
Saigun

Doch anders als bei WoW, wo sich „nur“ Allianz und Horde kloppten, bot Warhammer Online Kämpfe an, in denen sich jeweils drei Fraktionen gegenseitig verdroschen.

Das stimmt nicht. Es sind eben nur 2 Fraktionen.

MathError

WildStar und Marvel Heroes habe ich geliebt!

Beide waren wirklich sehr sehr gut Spiele. Bei WS war das Problem wie im Artikel beschrieben der Endcontent einfach zu anstrengend zu organisieren, die Zeit der 40 Mann Raids war einfach vorbei. Die Spielerzahlen sanken leider einfach immer weiter, dass man kaum noch Leute ausserhalb einer Gilde/Gruppe hatte um irgendwas zu machen. Ein Wiederauferstehung des Spiel würde mir sehr gefallen.

Marvel Heroes (Omega) beide Versionen waren sehr gut. Die PC Version teils „p2w“ und die Konsolen Version wurde aus vielen Gründen leider sehr schnell aufgegeben.

Wer weiß vllt sieht man eines der beiden Spiele mal wieder. 🙂

Zuletzt bearbeitet vor 3 Monaten von MathError
lIIIllIIlllIIlII

Paragon hat einige Klone bekommen.
Darunter „Fault“ auf Steam. Es benutzt die alten Paragon Assets und ist relativ nahe am Original. Allerdings krankt es auch an den Problem des Originals.

Dazu kommt, dass die Playerbase nahezu winzig ist was sich extrem negativ auf das Matchmaking und die Q-Times auswirkt. Viele Probleme die bemängelt werden basieren darauf.

Naja die Meinung zu dem Spiel ist seeeeehr geteilt. Und neue Spieler haben… naja wie beim Mobas üblich kaum eine Chance. Zum einen wegen der Moba Charakteristik, zum anderen dank der Community die Geduld und Verständnis nicht zu ihren Tugenden zählt… naja irgend wie ist das ja auch eine MOBA Charakteristik ;D

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