Wo stehen die 5 Bezahl-MMORPGS WoW, TESO, WildStar, GW2 und FF XIV Anfang 2015?

World of Warcraft: Gerade irgendwie unspektakulär

World of Warcraft Draenor

Bei World of Warcraft haben wir vor der Erweiterung „Warlords of Draenor“ etwas ketzerisch angemerkt, dass sich das, was Blizzard sagt, ganz toll für die Zeit nach WoD anhört. Zu WoD selbst gab es allerdings eher wenig.

Das scheint sich jetzt zu bewahrheiten. Warlords of Draenor war für einige ein Strohfeuer, das 6 Wochen lang loderte und dann verglimmte. Das Hochleveln auf 100 war großartig gemacht, die Instanzen super, die Garnison angenehm, die Cinematics beeindruckend, die WoD-Testergebnisse wahnsinnig stark, die Zahlen stimmten. Bei einem Erfolgsbingo wäre Tom Chilton hochgesprungen und hätte … na ja, eben „Bingo“ gerufen.

Stubenhockerei statt Erkundung

Nur hat man darüber irgendwie die Langzeitmotivation aus dem WoW gepatcht, das wir kannten. Hat vielleicht den Langzeitspaß gegen eben diesen kurzen Rausch getauscht.

Garnison Anhaenger

Gerade viele Veteranen, die dem Spiel über Jahre die Treue gehalten haben, zeigen sich sichtlich angefressen von der Garnison: Stubenhockerei statt Erkundung, scheint hier das Motto zu sein. Lieber Eigenbrötler als Dungeon-Durchlaufer. Das Farmen von Erzen oder Gruppeninstanzen lohnt sich kaum noch. Dailys hat man so gut wie abgeschafft. Vom tranceartigen Routine-Zocken am Feierabend mit gelegentlichen Adrenalin-Spitzen, wenn Raids anstanden, hat sich Blizzard wohl bewusst verabschieden wollen: Man hat das Routine-Zocken eliminiert. Aber ob man damit nicht die treuesten Kunden vergrätzt hat?

Wo ist die Vision von World of Warcraft für 2015?

Es gibt Raids, ja, es gab auch schon mit der Schwarzfelsgießerei den ersten neuen, doch abseits davon nur wenig zu tun. Der Patch 6.1. – der erste seit November brachte allerlei Kinkerlitzchen: Twittern und Selfies machen kann man nun, die Heirlooms gibt’s neu, die Epic-Quest hat ein paar neue Schrittchen und in der Garnison dudelt nun eine Jukebox. Aber so recht hat World of Warcraft in 2015 noch nicht überzeugt. Mit all den Rückkehrern und Neueinsteigern im Fokus hat man vielleicht die Spieler vergessen, die dem Game all die Jahre die Treue hielten.

Nun hat man für die Zukunft ein alternatives Bezahlmodell angedacht, aber das war’s auch schon fast. Irgendwelche grandiosen Zukunftsvisionen, Innovationen, neue Ideen sucht man gerade vergeblich. Man weiß, dass Blizzard rascher Erweiterungen herausbringen möchte. Im Moment wünscht man sich, dass sie den nächsten Patch 6.2. schneller entwickeln.

Aber da wo The Elder Scrolls Online, Guild Wars 2 und Final Fantasy XIV einen klaren Fahrplan für die nächsten Monate haben, wo man Spielern etwas gibt, auf das sie sich freuen können, existieren bei WoW gerade nur diffuse Pläne: Irgendwas im Dschungel und sicher ein neuer Raid. Aber nix mit Trollen diesmal, das weiß man.

Vielleicht, unken manche, war’s das auch schon fast mit Warlords of Draenor. Könnte mit 6.2. schon das nächste und letzte Raid-Tier kommen? Und erinnern wir uns später an Warlords of Draenor als eine komische „Zwischenexpansion“, während WoW von zweijährliche auf jährliche Erweiterungen umstellte? Ein absurder Gedanke, oder?

Verzettelt sich Blizzard?

Blizzard_Pic

Es scheint, als hätte Blizzard den Fokus überall, nur nicht auf der World of Warcraft. Hearthstone kriegt eine Erweiterung, Heroes of the Storm bald das Release, Overwatch ist der neue Liebling und geht bald in die Beta, Starcraft kommt die nächste Runde, Diablo hat die neue Saison angefangen – und über WoW hört man seit dem Release von Warlords of Draenor ziemlich wenig.

Eine seltsame Situation für den Branchenprimus. Es rechnet wohl jeder damit, dass die nächsten Quartalszahlen einen deutlichen Spielereinbruch bei WoW zeigen. Auch das wird wieder einmal die Schwarzmaler auf den Plan rufen, die den Untergang von WoW besingen. Und einmal mehr wird das Unsinn sein.

Doch der anfängliche gewaltige Schwung, den Warlords of Draenor Ende 2014 brachte, scheint bereits zu Silvester verpufft zu sein. Man darf abwarten, ob daraus Probleme erwachsen und wie Blizzard damit umgehen wird.

WoW bestes MMORPG

Andererseits: Eine Community, die einem Bezahl-MMORPG eine 13monatige Content-Dürre verzeiht, kann wohl nichts so leicht aus der Balance bringen. Kennt wer ein MMORPG, das die eigenen Probleme, nicht – in einem Wimpernschlag – gegen die von WoW eintauschen würde?

Blizzard zieht weiter einsam seine Kreise. Für World of Warcraft gelten auch in 2015 noch eigene Gesetze.

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