Eine neue Art von Social Media machte eine bekannte Kommunikationsplattform zum neuen Vlogging-Tool. Und dabei werden nicht die Menschen geschützt, die es am dringendsten benötigen.
Bei dem Titelbild handelt es sich um ein Symbolbild.
Von welcher Plattform ist die Rede? Die Messenger-App WhatsApp bietet nun neben den bereits bekannten Storys eine weitere Möglichkeit an, um sein Leben mit anderen zu teilen. Die sogenannten „Kanäle“ sind ein neues Tool, womit WhatApp wie folgt wirbt:
„Folge deinen Interessen auf WhatsApp-Kanälen. Bleib auf dem Laufenden, wenn es um die Menschen und Organisationen geht, die dir wichtig sind – und das alles an einem Ort.“

Was für WhatsApp und Meta eine Möglichkeit ist, um Werbung zu schalten, ist für viele andere eine neue Form von Social Media. Die Kanäle bieten den Nutzern nämlich eine Broadcast-Funktion und können von allen auf WhatsApp entdeckt, abonniert und angesehen werden. (Quelle: Informationen zu den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie für WhatsApp-Kanäle)
Die YouTuberin und Tiktokerin Jen (alias jkhuegel) hat bereits einige Wochen zu diesen WhatsApp-Kanälen recherchiert und zeigt in einem neuen Video, wieso diese neue Art von Social Media nicht nur fragwürdig, sondern echt gefährlich werden kann. Vor allem für junge Menschen.
WhatsApp schützt nicht die Menschen, die es am dringendsten benötigen
Wieso ist WhatsApps „Schutz“ nicht genug? Seit dem Start der Kanäle gibt es viele Kinder (teilweise erst 12- oder 11-Jährige), die durch WhatsApp-Kanäle angefangen haben, ihren gesamten Alltag zu vloggen und in einigen Fällen auch viel Privates über sich preiszugeben. Durch Videos und Fotos teilen sie ihren Tag und können von anderen Reaktionen auf diese Posts erhalten.
In den Nutzungsbedingungen für die WhatsApp-Kanäle schreibt WhatsApp: „Kanal-Admins sind für ein altersgerechtes und sicheres Erlebnis der Abonnent*innen verantwortlich und ihre Kanäle müssen die Richtlinien in unseren Nutzungsbedingungen einhalten.“
Außerdem sollen Abonnent*innen und Admins keine Telefonnummern einsehen können.
Allerdings berichtet Jen, dass einige Kinder ihre Abonnenten in eigene WhatsApp-Gruppen einladen. Dort können dann fremde Menschen auf ihre Telefonnummern zugreifen und in engeren Kontakt mit den Kindern gelangen, was im schlimmsten Fall von Tätern ausgenutzt werden kann.
Was sind weitere Problematiken? Neben dem fehlenden Schutz für Kinder zeigt sich unter dem Video von Jen ein weiteres Problem. Denn vielen Nutzern ist die Gefahr, die zeitgleich mit dem neuen Tool ins Leben gerufen wurde, nicht nur unbewusst, sondern teilweise auch egal.
Kommentare wie „es ist nicht so deep“ oder „und wo ist das Problem“ zeigen, dass sich in vielen Fällen nicht gut genug um die Sicherheit von Schutzbedürftigen gekümmert wird.
Andere Nutzer sehen jedoch die Problematik, die Jens Recherchen ergeben, und wünschen sich, dass WhatsApp strengere Regeln für Altersgruppen einführt und dass sich Eltern mehr für den Social-Media-Umgang ihrer Kinder interessieren sollten.
Trotz der Vorwürfe gegenüber mancher Eltern gibt es auch andere Beispiele, die tatsächlich sehr involviert in die Interessen ihrer Kinder sind. Es gibt sogar einen Eltern-Ratgeber, der sich regelmäßig mit unterschiedlichen Inhalten beschäftigt und beurteilt, ob diese für Kinder geeignet sind. Auch einer der bekanntesten Streamer Deutschlands blieb dabei nicht verschont: „Bedrohliche Inhalte“ – Ein Eltern-Ratgeber warnt ausgerechnet vor dem Papa des deutschen Twitch
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