MeinMMO-Redakteurin Jasmin Beverungen hat in ihrer Kindheit das Feen-Spiel Zanzarah geliebt. Im letzten Jahr entdeckte sie das Spiel wieder auf Steam für sich – aber auch, warum es unbedingt ein Remake benötigt.
Seit meiner Kindheit bin ich großer Fan von Monstersammel-Spielen. Ich liebe es einfach, Sammlungen zu vervollständigen und die kleinen süßen Kreaturen als Freunde anzusehen, die mich auf meinen Abenteuern begleiten.
Deshalb habe ich schon alle möglichen Ableger ausprobiert. Viele davon haben dabei versucht, in die Fußstapfen von Pokémon zu treten und ein ähnliches Konzept zu entwickeln.
Dabei gab es in den 2000ern ein Spiel, das mich in meiner Kindheit komplett in den Bann zog. Auch hier geht es darum, kleine Wesen zu fangen und mit ihnen Kämpfe auszutragen. Aber es hat doch so viel anders gemacht als Pokémon, das ich ebenfalls viel in meiner Kindheit gespielt habe.
Actionbasierte Kämpfe mit ulkigen Feen
In Zanzarah schlüpfen wir in die Rolle der jungen Londonerin Amy. Sie findet auf dem Dachboden ihres Hauses eine mysteriöse Schatulle, in der sich eine magische Rune befindet, die sie in das namensgebende Reich teleportiert.
In dieser magischen Welt leben viele Wesen wie Elfen, Zwerge und Kobolde. Amy findet sich als letzte Hoffnung einer alten Prophezeiung wieder und muss die verlorene Balance zwischen der Menschenwelt und Zanzarah wiederherstellen. Dafür muss sie auch die feindseligen Schattenelfen bekämpfen.
Die Kämpfe bestreitet Amy allerdings nicht selbst, sondern sammelt dafür Feen. Ähnlich wie in Pokémon fängt man die Kreaturen mit speziellen Kugeln, in dem Fall Feenkugeln. Es gibt insgesamt 77 verschiedene Feenarten, die durch Kämpfe Erfahrungspunkte sammeln und im Level aufsteigen können. Es gibt sogar noch stärkere Formen, in die sie sich weiterentwickeln können.
Das Besondere daran ist aber, dass man nicht als Trainer den Kreaturen Befehle in rundenbasierten Kämpfen gibt, sondern aus ihrer Ego-Sicht in 3D-basierten Arena-Kämpfen antritt. Hier muss man mit unterschiedlichen Elementen an Griffen attackieren und den feindlichen Angriffen ausweichen.

Das gibt dem Ganzen eine taktische Komponente. Ich hatte viel Spaß dabei, mich hinter Säulen zu verstecken, nur um dann aus dem Hinterhalt anzugreifen. Dagegen wusste ich manchmal gar nicht, wo sich der Gegner befindet und von wo er als Nächstes angreifen wird.
Der Rest erinnert dagegen wieder an Pokémon. Die Feen müssen zum Beispiel Fähigkeiten besitzen, um Hindernisse in der Spielwelt aus dem Weg zu räumen, beispielsweise Felsbrocken oder Dornbüsche.
Zanzarah spielt in einer Welt voller Feen und Märchen
Wenn wir beim Vergleich mit Pokémon bleiben, ist Zanzarah nicht so bodenständig. Die Welt ist voller märchenhafter Magie und das sieht man auch an jeder Ecke der Spielwelt. Es gibt urige Zwergendörfer oder verzauberte Wälder, in denen allerlei Fabelwesen auf euch warten.
Selbst in den Sümpfen warten noch magische Kreaturen oder Irrlichter, die einem den Weg weisen. Bis in den letzten Winkel der Spielwelt hatte ich das Gefühl, dass die Spielwelt total stimmig ist und überhaupt nicht langweilig wird. Das ist auch der Grund, warum ich mich auch heute noch an viele Ecken der Welt erinnern kann.
Besonders schön finde ich, dass man das Märchenthema schon an kleinen Details sieht. Dialogfenster sind beispielsweise mit Ranken umrandet und im Hintergrund hört man naturgebundene Töne, die einen direkt in eine Fantasiewelt versetzen.
Zauberhaft, aber deutlich in die Jahre gekommen
Und deshalb fühlt es sich trotz des Alters des Spiels auch heute noch so an, als würde man in eine Märchenwelt abtauchen. Doch das Alter ist auch genau das, was die große Schwäche des Spiels ausmacht.
Schaut man nämlich in die Reviews auf Steam, wird in den kritischen Meinungen meist darüber gemeckert, dass irgendetwas nicht optimiert ist. Dazu können die Steuerung mit der Maus oder das Flackern der Grafik gehören.
Das Spiel ist einfach nicht für moderne Plattformen optimiert, weshalb ein Remake dringend nötig wäre. Hier muss ich zugeben, dass Pokémon dank Pixel-Grafik deutlich besser gealtert ist. Deshalb ja: Zanzarah könnte es aufgrund des Gameplays und der Spielwelt mit Pokémon aufnehmen, aber bräuchte dafür definitiv ein Remake.
Leider ist zum heutigen Stand kein Remake von Zanzarah geplant. Das Entwickler-Team Funatics hat eigenständig zuletzt im Jahr 2015 das Spiel Valhalla Hills entwickelt. Zwischenzeitlich wechselte das gesamte Team zu InnoGames, um die dortigen Entwickler zu unterstützen. Seit wenigen Jahren ist das Studio wieder vereint und arbeitet dagegen an Titeln wie Ed & Edda: Grand Prix.
Deshalb schätzen wir, dass es wohl eher nicht zu einem Remake von Zanzarah kommen wird. Doch wenn ihr dem Spiel eine Chance gebt und über die altbackene Grafik hinwegschaut, erhaltet ihr eines der atmosphärischsten Kreaturen-Sammelspiele, die ich je gezockt habe.
Kennt ihr vielleicht sogar Zanzarah? Wie hat euch das Spiel gefallen? Oder würdet ihr dem Titel eine Chance geben, auch wenn er so alt ist? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Auch Honkai Nexus Anima ist so ein Kandidat, der seine Daseinsberechtigung neben Pokémon und anderen Monstersammelspielen hat. In einer Beta konnte ich mich bereits von dem Gacha-Spiel überzeugen: Braucht es Honkai: Nexus Anima neben Palworld und Pokémon? Ich sage ja!
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