Servant of the Lake hat gerade ein beachtliches Debüt auf Steam hingelegt. MeinMMO-Redakteurin Lydia hat sich angeschaut, was hinter dem Spiel steckt.
Dass es in der Gaming-Industrie gerade nicht allzu rosig aussieht, muss ich wohl niemandem mehr groß erklären. Entlassungen und Studio-Schließungen, wohin man blickt, und selbst große AAA-Titel bleiben immer häufiger hinter den Erwartungen zurück.
Umso schöner ist es da, wenn ein neues Spiel einen erfolgreichen Start hinlegt – erst recht, wenn es sich dabei um eine kleine Indie-Perle handelt. So richtig beeindruckend wird es aber, wenn das besagte Indie-Spiel nicht mit schicker UE5-Grafik oder einem süchtig-machenden Gameplay-Loop à la Balatro daher kommt.
Servant of the Lake (Steam) macht uns zu einer Haushaltskraft auf dem Vanderboom-Anwesen. Unsere Aufgabe ist es, die Familie zu versorgen, das Haus zu erkunden – und irgendwie das Wochenende zu überleben.
Eine Erfolgsgeschichte, die über mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut wurde
Auf den ersten Blick ergibt der Erfolg gar keinen Sinn: Bei Servant of the Lake handelt es sich um ein handgezeichnetes Point’n’Click-Abenteuer. Das ist selbst für Indie-Verhältnisse ziemlich nischig. Dennoch hat das Spiel zu seinem Release am 13. August 2026 fast 30.000 Spieler gleichzeitig auf Steam angelockt (Quelle: SteamDB).
Damit aber noch nicht genug, denn es befindet sich gerade – Stand 14. August – auf Platz 21 der weltweiten Topseller auf Steam. Das klingt für sich vielleicht nicht so bahnbrechend, die Sortierung geht jedoch nach Umsatz, nicht verkauften Einheiten.
Mit Launch-Rabatt kostet Servant of the Lake gerade nur 5,99 Euro und hat im Gegensatz zu anderen umsatzstarken Titeln auch keine eigene Lootbox-Ökonomie. Um in die Top-50 vorzudringen, muss es sich also schon einige Male verkaufen.
Der Erfolg ist jedoch nicht ganz so zufällig, wie er auf den allerersten Blick vielleicht wirkt. Servant of the Lake ist der neueste Titel des niederländischen Entwickler-Studios Rusty Lake und ist Teil einer Reihe von surrealen Myster-Spielen, quasi dem „Rusty Lake Cinematic Universe“.
Die einzelnen Titel können zwar für sich gespielt und verstanden werden, spielen jedoch alle im selben Universum und sind eingebettet in eine größere, zusammenhängende Lore, die Spieler Stück für Stück aufdecken. Im Zentrum steht dabei immer wieder die Familie Vanderboom und die mysteriösen Würfel.
Rusty Lake setzt dabei auf einen handgezeichneten, unverkennbaren Stil mit mysteriösen Tierwesen, clevere Puzzles und einen morbiden, von Twin Peaks inspirierten Humor.
Seit 2015 hat sich so eine Community gebildet, die sich über die noch offenen Rätsel austauscht und offensichtlich neuen Veröffentlichungen entgegenfiebert.
Selbst vor diesem Hintergrund hat Servant of the Lake aber einen außergewöhnlich starken Start hingelegt und zur Spitze fast das Dreifache des bisherigen Top-Titels „The Past Within“ eingefahren (via SteamDB). Da die Spiele auch für iOS und Android erhältlich sind, kennen wir zwar nicht die gesamten Spielerzahlen, so oder so dürfte man bei Rusty Lake aber ziemlich zufrieden ins Wochenende starten.
Ihr wollt jetzt auch ins „RLCU“ einsteigen? Wie praktisch ist es da, dass die übrigen „Rusty Lake“-Spiele auf Steam gerade um 50 % reduziert sind – und die restlichen sind eh kostenlos. Ich für meinen Teil weiß jedenfalls, was ich dieses Wochenende spielen werde. Und ihr? Lasst uns in den Kommentaren wissen, was bei euch auf dem Spielplan steht!
Rusty Lake sind laut eigener Aussage stark inspiriert von der Mystery-Serie Twin Peaks. Warum MeinMMO-Autor Christoph sich die Serie mindestens einmal im Jahr anschaut, und was 2025 zu einem besonderen Rewatch machte, könnt ihr hier nachlesen: Vor 35 Jahren erschien eine Kult-Serie, die perfekt für Mystery-Fans ist und erst 2017 eine 3. Staffel erhalten hat
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