WoW-Dämon Cortyn wollte einen Bogen um Classic+ machen. Doch ein paar Details sorgen jetzt dafür, dass doch gespielt werden muss.
Die Katze ist aus dem Sack, das Manabrötchen aus dem 16-Slot-Beutel gefallen oder der Epic Loot ist verteilt. World of Warcraft bekommt ein „Classic+“. Eine „Forever“-Version, bei der die Charaktere für immer auf Stufe 60 gefangen sind und es dennoch alle paar Monate neue Inhalte geben soll, die das alte nicht entwerten.
Es ist der wahrgewordene Traum für unzählige Spielerinnen und Spieler, die sich nach einer permanenten Heimat gesehnt haben, die ganz im Geiste der Geschichten und Spielweise der Vanilla-Spielweise steht.
Ich sage es ganz ehrlich: Ich wollte einen Bogen darum machen. Ich hab meine nostalgische Erfahrung mit dem ersten „WoW Classic“ gehabt und mir gedacht: Reicht jetzt auch wieder. Es war schön, nochmal eine Magierin auf 60 zu leveln, aber danach hat es mich doch recht schnell wieder zu Retail gezogen. Zum einen, weil ich das moderne WoW mit seinen breiteren Möglichkeiten und Angeboten einfach lieber mag – Transmog, Tiefen, Haustierkämpfe, inzwischen Housing. Das sind Dinge, die ich nicht missen will.
Doch genau bei der „neuen Story“, da kriegt mich WoW Forever.
Die Elfen von Eldre’thalas bekommen neue Story, die ich wissen muss
Es war eigentlich nur eine kleine Randbemerkung in der Vorstellung. Ein kleines Mini-Gebiet, das kurz erwähnt wurde: Shen’dralas. Ein Ort, an dem man mehr darüber erfährt, wie die Shen’dralar unter dem Prinzen von Eldre’thalas – dem heutigen Düsterbruch – damals gelebt hatten.
Und genau damit hat mich Blizzard gecatcht. Denn meine große Leidenschaft in WoW ist das Rollenspiel und im RP verkörpere ich genau so eine Shen’dralar. Abgehoben, ein wenig der Welt entrückt und natürlich entsprechend arrogant, weil die Welt einfach nur ein großes Buffet für die Hochgeborenen ist, an dem man sich bedienen muss.
Dass es jetzt neue Story zu den Shen’dralar geben wird, die vielleicht beeinflusst, wie ich meine Elfe im Rollenspiel von Retail spielen muss, lässt mich ein wenig unzufrieden mit den Zähnen knirschen und gleichzeitig vorfreudig sein. Denn das ist ein Bereich, aus dem es bisher nur sehr wenige Informationen gab.
- Wie genau liefen die Konflikte ab, als die Elfen von Eldre’thalas sich gegenseitig getötet haben?
- Wie stand es um die Loyalität der Elfen zu Königin Azshara in den letzten Tagen, deren Artefakte sie in Eldre’thalas über Jahrtausende gehütet haben?
- Welche mächtigen Familien und Adelshäuser gab es, wie war die Hierarchie aufgebaut?
Das sind alles Fragen, die man bisher für das Rollenspiel mit ein bisschen Kreativität und eher schwammigen Aussagen füllen musste.
Von daher: Ja, auch ich werde WoW Forever spielen. Vielleicht immer nur dann, wenn eine Saison in Retail gerade „ausgelutscht“ ist, der aktuelle Raid zu den (sehr langen) Ohren raushängt oder die eigene Lieblingsklasse mal keine Freude bereitet.
Auch dann ist WoW Forever da und es wird nicht wegrennen. Denn das Versprechen der Entwickler, dass man eben nicht alle paar Monate dem neuen Content nachrennen muss, sondern Forever wirklich „für immer“ da ist und man genau da weitermachen kann, wo man pausiert hat – das reizt. Es könnte WoW Forever zu einem perfekten Zweitspiel machen, das man immer dann rauskramt, wenn man ein wenig Abwechslung braucht.
In diesem Sinne: Blizzard, du hast es geschafft. Ich freue mich auf World of Warcraft Forever. Und das, obwohl ich mir im Vorfeld äußerst sicher war, dass das Spiel überhaupt nichts für mich sein würde.
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