Es wird Zeit, dass WoW sich von „täglichem Content“ verabschiedet

Daily-Quests und ähnliche Inhalte, die in WoW quasi „tägliche Anwesenheit“ verlangen, sind nicht mehr zeitgemäß – das findet zumindest Cortyn von MeinMMO.

Gegenwärtig haben wir aufgrund der aktuellen Welt mit dem Corona-Virus fast alle mehr Zeit zum Zocken. Besonders in World of Warcraft fällt das auf, wo viele Spieler aktuell den dicken XP-Bonus nutzen, um Twinks zu leveln – die Spielwelt ist so lebendig wie schon seit Langem nicht mehr.

Doch so viel die freie Zeit auch dabei hilft, Twinks zu leveln, desto nerviger kommen mir Inhalte vor, die in ihrer Verteilung einfach nicht mehr zeitgemäß sind – ich rede von Daily-Quests, besonders die in Uldum und dem Tal der Ewigen Blüten.

Daily-Quests sind in den letzten Tagen meine persönliche Pein geworden. In den ersten Wochen habe ich die Quests noch fleißig mit meiner Priesterin und später meinem Dämonenjäger (der noch immer albern viel Spaß macht) erledigt, doch das ist in den letzten Wochen komplett eingeschlafen.

WoW Daily Quests Uldum
Daily Quests – ein veraltetes Konzept?

Ich finde Daily-Quests nicht grundsätzlich langweilig. Ich mache sie gerne, wenn ich in der Stimmung dafür bin. Was mich jedoch nervt ist das „Daily“ im Namen. Wer mit maximaler Effizienz spielen will, muss deswegen täglich ein bisschen Zeit dafür freischaufeln. Das will ich aber gar nicht. Ich habe in der Woche durchaus viel Zeit für World of Warcraft über, aber zumeist an einem oder zwei Tagen und nicht jeden Tag.

Das Ende vom Lied ist, dass ich die Daily-Quests gar nicht mehr mache oder nur ein einziges Mal pro Woche an dem Tag, wo ich genau auf solche Inhalte Lust hätte.

Daily-Quests sind eine Art von Inhalt, die wunderbar funktioniert, wenn man als Gamer nur ein einziges Spiel aktiv spielt und das jeden Abend die ausfüllende Freizeitbeschäftigung ist. In einer Welt mit vielen Spielen (immerhin wollen auch Leute in Dead by Daylight ermordet werden) oder anderen Hobbys ist es eine künstliche Begrenzung, die eher zu Frust und Unmut führt. Zumindest bei mir.

WoW hat andere Lösungen schon im Angebot

In anderen Bereich hat Blizzard das bereits besser gelöst. So ändern sich Weltquests zwar alle paar Stunden, doch die übergeordnete „Abgesandten-Quest“ ist immer für 3 Tage gültig. Wer die „großen Boni“ abgreifen will, muss also nur alle 3 Tage ein Set von 11-12 Quests erledigen. Das funktioniert seit Legion ausgezeichnet und sorgt dafür, dass man auch mal 1-2 Tage WoW beiseite legen kann, ohne das nagende Gefühl im Hinterkopf zu haben, eine der größeren Belohnungen gerade zu verpassen.

Bie Weltquests wurde das Problem auch eleganter gelöst – schon in Legion.

Vor allem ist diese Begrenzung auch merkwürdig. Man stelle sich mal vor, eine ähnliche Begrenzung würde in anderen Bereichen des Spiels auch gelten:

  • „Du hast heute 2 Schlachtfelder gespielt, morgen gibt es neue.“
  • „Sorry, das war dein „Mythisch+“-Dungeon für diesen Tag, morgen darfst du noch einen machen.“

Klar lassen sich diese Inhalte nicht 1:1 mit Daily-Quest vergleichen, doch in Bezug auf die freie Zeiteinteilung finde ich den Vergleich angemessen.

Es gibt übrigens einen Ort, wo ich Daily-Quests absolut in Ordnung finde – bei Prestige-Gegenständen wie Reittieren, Pets oder Titeln. Ich finde es in Ordnung, wenn man in Uldum ein Ei über einen Monat hinweg hegen und pflegen muss, bis am Ende ein Reittier dabei rauskommt. Diese Art von Dailys, hinter denen nur kosmetische Belohnugnen stecken, finde ich absolut okay. Die sollen ja auch ein „Commitment“ zu einer bestimmten Sache sein und mit Zeitaufwand verbunden sein.

Doch in allen anderen Fällen fände ich ein wöchentliches Cap deutlich besser, das etwa sagt: „Du kannst pro Woche 30 Daily-Quests in Uldum abschließen, wann du die erledigst ist ganz allein deine Sache.“

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Schützt Blizzard uns vor uns selbst?

Allerdings weiß ich auch, dass Blizzard immer eine Argumentation in der Hinterhand hat, die oft als K.O-Argument ausgespielt wird und das sind die Extrem-Spieler. Blizzard versucht (mal stärker, mal weniger) die Spieler vor sich selbst zu beschützen. Wenn Spieler die Möglichkeit hätten, etwa 28 Daily-Quests an einem Abend zu erledigen, anstatt 7 Tage lang jeweils 4 Quests, dann würde das auch genutzt werden. Das hätte womöglich die Folge eines „Quest-Burnout“ bei dem man sich verausgabt und würde gleichzeitig die Schreihälse auf den Plan rufen, die bereits Mittwochsabends alles erledigt haben und dann meckern, dass es „in WoW ja gar nichts zu tun gibt“.

Doch diese beiden Gruppen (die sich oft auch noch überschneiden) sind Extremfälle. Das Spiel sollte sich nicht an Extremfällen orientieren, sondern an der breiten Masse der Spieler.

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Mit Shadowlands ist das Konzept vielleicht endlich überholt …

Ich nehme mir einfach mal heraus, zu behaupten, dass die breite Masse der Spieler sich eher eine freie Einteilung der Aufgaben in World of Warcraft wünscht und so etwas wie ein wöchentliches Cap sinnvoller finden würde als ein tägliches Cap, wie es aktuell bei den Daily-Quests ist. Denn so gerne ich World of Warcraft auch nach knapp 15 Jahre noch spiele, ich wünsche mir mehr Freiheit in der Erledigung meiner für den Fortschritt relevanten Aufgaben.

Was würdet ihr davon halten? Findet ihr das Prinzip von Daily-Quests noch zeitgemäß oder findet ihr es gar gut? Oder sollte Blizzard neue Dinge ausprobieren, bei denen Spieler ihre Zeit freier einteilen können?

Vielleicht ist das ja mit dem Release von Shadowlands Vergangenheit …

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ephikles
12 Tage zuvor

ganz ehrlich: lieber Dailies als Battle Passes!!!
Ein BP zwingt einen sogar noch mehr dazu, täglich zu spielen.. tut man es nicht, läuft er aus und man hat unter Umständen gar keine Chance mehr, die Goodies zu bekommen (für die man eigentlich bares Geld bezahlt hat).
Bei normalen Dailies dauert es hingegen nur ein bisschen länger.

Alexander Ostmann
12 Tage zuvor

Oder man konzentriert sich auf maximal 3 Chars und macht die Abgeordneten-Quests alle 3 Tage.
Dann kommt man auch recht weit.

Doktor Pacman
12 Tage zuvor

Das ganze Spiel ist nicht mehr zeitgemäß.

Rubear
12 Tage zuvor

So ein Quatsch!

Doktor Pacman
12 Tage zuvor

Altbackene Grafik, Abo-Modell only, Spielzwang (Ruf farmen für neue Rassen, Daily Zwang) TAB Target System…sorry, 2005 will sein Spiel wieder zurück. Aber hey, wenn du anderer Meinung bist schön für dich. Ich hab mit der alten Scheisse aufgehört. ^^ Achja, und dem neuen WoW ,,Classic“ will ich garnicht erst anfangen. wer sich das nochmal antut hat nicht genug gelitten damals.

Corn
12 Tage zuvor

Dailys haben für mich schon immer etwas frustrierendes.

Je öfter man diese macht, desto nerviger wird es, trotzdem fühlt man sich gezwungen
diese zu machen, weil man mithalten möchte.
Ob man die Dailys nun macht oder nicht, in beiden Fällen bereitet es ein schlechtes
Spielgefühl.
Ein wöchentliches cap würde daran nichts ändern.

Ich glaube sogar, dass Blizzard einige Ideen auf Lager hat und die Umsetzung
die Situation verbessern würde. Das aber nicht macht bzw machen darf,
weil sie nicht den künstlich erzeugten Content hervorbringen,
den Activision für WoW vorgesehen hat.

Meine größte Angst im Moment ist, dass wir uns mit Shadowlands,
entgegen aller Erwartungen und Versprechungen,
mit noch mehr Grind und noch mehr Dailys auseinandersetzen dürfen.

Rubear
12 Tage zuvor

Der Classic „Erfolg“ lässt grüßen.

Namma
12 Tage zuvor

Ich verstehe dich voll kommen.
Und auch diese Befürchtung, das shadowlands alles noch schlimmer macht habe ich.
Alleine der Misserfolg von bfa und besonders 8.3 Gibt mir Hoffnung das sie reagieren müssen.

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