WoW ist das perfekte Spiel für mich, wenn man Classic UND Retail zockt

Wenn WoW Classic rauskommt, spielt man dann überhaupt noch das „normale“ WoW? Zumindest für Cortyn ist die Antwort klar: Beide Spiele ergänzen sich perfekt.

Nächste Woche geht nach Jahren des Wartens endlich WoW Classic an den Start. Azeroth wie vor 15 Jahren rückt damit wieder in greifbare Nähe. Ich freue mich darauf, wieder in Classic eintauchen zu können. Aber zugleich denke ich nicht, dass Classic das „aktuelle“ WoW ablösen kann.

Ich gehöre weder zur Fraktion die denkt, dass Classic gnadenlos scheitern wird, weil alles komplett veraltet ist, aber ich denke auch nicht, dass das aktuelle WoW schlecht ist und Blizzard schon lange vom richtigen Weg abgekommen ist.

Ich mag beide Spiele, sowohl WoW Classic als auch WoW Retail. Und ich bin mir schon jetzt ziemlich sicher, dass ich beide Spiele zocken werde, wenn auch mit unterschiedlicher Motivation.

WoW Classic title

WoW Classic – Was verdient ist, bleibt für die Ewigkeit

Der große Vorteil an WoW Classic ist für mich, dass es in WoW Classic überhaupt keinen Grund gibt, mich bei irgendetwas zu beeilen. Ich weiß schon, welcher Content in den nächsten Monaten veröffentlicht wird und die Verbesserung des Charakters ist dabei nur minimal, zumindest im Vergleich zu Retail.

Alles, was ich mir in Classic erarbeite, jedes Teil des T0-Sets, jeder Skillpunkt in Schneiderei oder jede Rufstufe bei den Furbolgs der Holzschlundfeste ist quasi für die Ewigkeit.

Endlich wieder in die Scholomance…

Natürlich bedeutet das im Umkehrschluss auch, dass es einen definitiven Zeitpunkt geben wird, an dem Classic mir nichts mehr zu bieten hat und ich zu dem Schluss komme, dass es jetzt einfach genug war. Dass es am Ende eine nostalgische Reise in die Anfänge von WoW war, das Wiederaufleben einer Leidenschaft aus der Jugend.

Es wird der Tag kommen, an dem ich mein T3 aus Naxxramas vollständig habe und sich das Gefühl von „fertig sein“ einstellt. Das ist in einem MMO aus Sicht der Entwickler vermutlich etwas schreckliches, aber ich freue mich darauf, auch wenn der Zeitpunkt noch einige Jahre in der Zukunft liegt.

WoW Ragnaros Classic title dreizehnter Versuch bitte bitte 2

Die Gewissheit, dass alles was ich mir in Classic erspielen werde, einen gewissen Wert „für immer“ haben wird und mein Fortschritt nicht mit dem nächsten Patch zurückgesetzt wird, das macht WoW Classic für mich zum perfekten Ausgleich der eher hektischen Retail-Variante.

Zumindest dann, wenn Blizzard nicht in zwei bis drei Jahren auch noch „The Burning Crusade“ nachschiebt.

Retail – Ständiger Wandel und fortlaufende Story

Im krassen Gegensatz dazu steht das aktuelle WoW oder auch „WoW Retail“ genannt. Hier gibt es rund alle drei Monate einen Patch, der neue Spielmechaniken und Inhalte mit sich bringt und dabei häufig alte Inhalte entwertet.

Wobei „entwertet“ dabei natürlich ein schwieriger Begriff ist. Immerhin war das, was ich mir in Patch 8.1 erspielt habe, durchaus stark und hilfreich, um die Herausforderungen von Patch 8.1 zu meistern. Dass mit dem nächsten Update (8.2) neue Herausforderungen auftauchen, die bessere Ausrüstung benötigen, finde ich verständlich und auch gar nicht so schlimm.

Ich mag zum Beispiel, lange auf das Krabbenmount hinzuarbeiten.

Der große Vorteil ist für mich aber, dass in Retail die Story im großen Maße vorangetrieben wird. In Classic gab es vergleichsweise wenig Story. Stattdessen war Azeroth eine statische Welt, die einen andauernden „status quo“ hatte, der sich im Grunde niemals so richtig verändert hat.

Retail erzählt die spannenden Geschichten um Sylvanas, Jaina, den Lichkönig oder führte lustige Charaktere wie Flynn Schönwind ein und brachte verschollene Personen wie Calia Menethil zurück.

WoW Lordaeron Sylvanas Nathanos love order

Dieses Gefühl einer ständig voranschreitenden Story hatte ich in Classic nie so wirklich. Die Story war (bis auf wenige Ausnahmen) im Hintergrund und basierte eigentlich nur auf dem, was Warcraft III etabliert hatte und dann weiter aufgeblasen wurde.

Hinzu kommt, dass mich die Mechaniken von „WoW Retail“ auch noch immer bei Laune halten.

Ich mag es, nach einem neuen Patch die „Mythisch+“-Dungeons wieder neu lernen zu müssen und es mir wieder zu erarbeiten, Dinge wie eine „Mythisch+10“-Instanz wieder schaffen zu können. Ich finde die Item-Spirale als solche nicht schlimm und sie motiviert mich, weil die anderen Inhalte drumherum passen.

Retail und Classic verstehen sich fast so gut wie Jaina und Thrall.

Beide Spiele bilden für mich eine Einheit

Zusammengefasst denke ich, dass ich in beiden Version von World of Warcraft künftig viel Zeit verbringen werde. Ich will wissen, wie die Story von Retail weitergeht, irgendwann mein 400. Reittier haben oder endlich die 1000 Haustiere vollmachen.

Gleichzeitig will ich aber auch das Gefühl aus Classic, dass mein Fortschritt Bestand hat, dass alles Verdiente erstmal bleibt und ich mir nicht Sorgen machen muss, dass mich morgen schon keiner mehr mit meinem T0-Set in die Scholomance mitnehmen will.

Ich glaube inzwischen, dass beide Spiele getrennt voneinander mir genau das geben, was ich in World of Warcraft suche.

Aber wie seht ihr das?

Wenn ihr noch ein paar Tipps zur Vorbereitung auf WoW Classic braucht, findet ihr die hier:

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