Satte 6 Stunden lang dauert ein Solo-Kill in World of Warcraft. Der Trick dahinter ist genial durchdacht, aber wohl nicht zur Nachahmung empfohlen.
Raidbosse in World of Warcraft benötigen normalerweise die Zusammenarbeit einer ganzen Gruppe – zumindest dann, wenn es sich um aktuellen Content handelt. Doch manchmal lässt sich diese Anforderung durch gute Ausrüstung, geschicktes Ausnutzen von Mechaniken und jede Menge Ausdauer umgehen.
Jetzt hat ein Mönch die Nexusprinzessin Ky’veza bezwungen – und das, ohne im Bossraum zu sein!
Was ist vorgefallen? Der Spieler Venn hat es sich zur Aufgabe gemacht, einige Bosse aus dem (noch) aktuellen Raid „Palast der Nerub’ar“ solo zu bezwingen. Dieses Mal ist die Nexus-Prinzessin Ky’veza dran, die er mit seinem Braumeister-Mönch angeht.
Normalerweise benötigt der Boss mehrere Tanks, die immer wieder wechseln, da es einen stapelbaren Debuff gibt, der den erlittenen Schaden immer weiter erhöht. Doch als Mönch ist Venn in der Lage, den Schaden entsprechend abzumildern, um diese Angriffe lange genug zu überleben, bis der Phasenwechsel ansteht.
Das wirkliche Problem ist, dass Ky’veza über einen Enrage-Timer verfügt. Nachdem sie ihr Kampfmuster 3-mal durchlaufen hat, verfällt sie in einen „Soft Enrage“ und wirkt den Zauber „Finsternis“ – ein kanalisierter Zauber, der jede Menge Schaden verursacht und über kurz oder lang die ganze Raid-Gruppe auslöscht.
Zumindest dann, wenn man keinen Weg findet, die Fähigkeit zu vermeiden – und exakt das gelingt Venn.
Wie funktioniert das? Venn hat seine Transzendenz vor dem Bosskampf außerhalb des Raumes platziert, was es ihm erlaubt, bei Beginn der Enrage-Phase aus dem Raum zu teleportieren und dem Schaden zu entgehen.
Das bricht allerdings auch gleichzeitig die Sichtlinie und verhindert, dass Venn noch Schaden verursachen kann – mit Ausnahme von zwei Schmuckstücken! Denn seine beiden Schmuckstücke haben passive Effekte, die einem Angreifer Schaden zufügen, keine Sichtlinie benötigen und auch keine Reichweiten-Begrenzung haben.
Die nächsten 6 Stunden verbringt Venn damit, immer wieder nah an die Tür heranzutreten, um kurz von „Finsternis“ getroffen zu werden. Das löst die beiden Schmuckstücke aus, die minimalen Schaden verursachen, bevor er wieder einen Schritt Abstand nimmt und sich heilt.
Diese Prozess wiederholt er immer wieder – für eine sehr, sehr lange Zeit.
Der ganze Kampf dauert stolze 6 Stunden, sodass das Kill-Video eine Länge von über 2 Stunden hat, obwohl es bereits in dreifacher Geschwindigkeit abgespielt wird:
Warum resettet der Boss nicht? Es gibt mehrere Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit Bosse in Raids resetten. Das unterscheidet sich je nach Boss, aber im Regelfall sind das:
- Sämtliche Charaktere sind tot oder es gibt kein gültiges Ziel mehr (etwa durch Stealth oder Totstellen).
- Der Boss wird gezwungen, seinen ursprünglichen Raum zu verlassen (etwa, weil er an Charaktere gelangen will, die außerhalb des Raumes sind).
- Mehrere Fähigkeiten am Stück treffen kein Ziel.
Ist das ein Exploit? Letzten Endes: Ja, auf jeden Fall. Eigentlich sollte es nicht möglich sein, die Prinzessin zu bezwingen, während man sich selbst außerhalb ihres Raumes befindet. Dass ihre Fähigkeit ganz leicht aus dem Raum herausragt und man daher die Möglichkeit hat, sie mit Schmuckstücken zu besiegen, die gar keine Sichtlinie benötigen, ist ein Exploit. Das wird vermutlich in einem kommenden Patch behoben.
Dass diese Möglichkeit Ky’veza zu besiegen aber überhaupt existiert und entdeckt wird, ist dennoch eine besondere Leistung – ebenso wie der Umstand, über 6 Stunden konzentriert an einem einzigen Kampf teilzunehmen. Wo die meisten Spielerinnen und Spieler sich schon beschweren, wenn ein Bosskampf mal länger als 10 Minuten dauert, ist das doch eine ziemlich herausragende Leistung.
Venn hatte zuvor schon einen anderen Boss im Raid im Alleingang bezwungen.
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Ich sperre jemanden ein und habe dort eine Maschine die alle paar Minuten einmal zuschlägt nur weil ich 6 Stunden lang in der Nähe bin, Toll…