Was passiert eigentlich, wenn Xbox die Disc einstampft wie Sony?

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Sony stellt ab 2028 die physische Disc für die PlayStation ein. Aber was würde passieren, wenn die Xbox diesen Schritt ebenfalls gehen würde?

Wir halten das grundsätzlich aktuell für unwahrscheinlich, da Xbox bereits betont hat, wie wichtig physische Medien für die Spieler seien. Dennoch gibt es bei einigen Personen dieses Gedankenspiel.

Tatsächlich wäre das Ende der Disc bei der Xbox vermutlich nicht ganz so dramatisch wie bei Sony. Denn zwischen Sony und Xbox gibt es bei der Disc-Herstellung einige Unterschiede.

Sony produziert exklusiv, Xbox lässt Drittanbieter die Discs pressen

Was macht Sony? Sony lässt seine PlayStation-Discs traditionell ausschließlich in eigenen Werken (über die Tochterfirma Sony DADC) pressen und gibt die Press-Rechte an keine externen Firmen heraus.

Bis 2022 gab es noch ein Werk in Terre Haute, Indiana, bis dann DADC beschloss, die Produktion in seinem europäischen Werk in Österreich zu bündeln. Genau das Werk, wo man derzeit die Produktion umstellt, um das Ende der Disc endgültig zu besiegeln. Danach gibt es kein Werk mehr, welches PlayStation-Spiele pressen kann. Deswegen erklärte Sony, sei die Entscheidung, die Disc einzustellen, endgültig.

Was macht Xbox anders? Im Gegensatz zu Sony besitzt Microsoft keine eigenen Disc-Fabriken. Microsoft lagert die Produktion komplett aus. Allerdings ausschließlich an streng geprüfte und lizenzierte Partnerunternehmen.

Zu den bekanntesten Unternehmen, die die Zertifizierung besitzen und Xbox-Spiele pressen, gehören Firmen wie Conectiv (ehemals Teil von Technicolor/Vantiva) mit großen Werken in Mexiko und den USA sowie Sonopress in Deutschland.

Wichtig ist, dass jedoch Spiele auch bei der Xbox nicht einfach gepresst werden dürfen. Laut Microsoft gibt es eine umfangreiche und klar geregelte Xbox-Zertifizierung, die durchlaufen werden muss, bevor die Dic anschließend ins Presswerk geschickt werden darf.

Warum ist dieser Unterschied wichtig? Wenn Sony sagt „Wir stellen keine Discs mehr her“, dann gibt es keinen Alternativ-Plan, weil es nur das offizielle Werk in Thalgau in Österreich gibt. Externe Anbieter gibt es bei PlayStation nicht und hat es nie gegeben.

Wenn Microsoft/Xbox hingegen sagt, „wir stellen keine Discs mehr her“, dann gibt es erst einmal gar kein offizielles Presswerk, welches von Xbox geschlossen werden könnte. Denn alle Discs werden ausschließlich von Drittanbietern produziert, die obendrein selbstständige Unternehmen sind. Unter dem Gesichtspunkt könnten diese weiter produzieren, außer Xbox entzieht diesen ihre Lizenz. Am Ende dürfte hier vor allem die Rechtslage entscheidend sein.

Xbox müsste schon den offiziellen Support der Disc, der Lizenz und die dazugehörige Zertifizierungsstelle einstellen, damit es keine Discs mehr geben könnte. Reprints wären aber bei der Xbox deutlich einfacher möglich als bei PlayStation, wo es das Werk dann einfach nicht mehr gibt.

Aber auch vor der Xbox macht der digitale Trend keinen Halt. Da die weltweite Lieferkette für physische optische Laufwerke und Discs zunehmend schrumpft, geht der Trend bei Xbox stark in Richtung Digitalisierung. Als Brücke für Besitzer physischer Medien hat Microsoft ein „Disc-to-Digital“-Programm ins Leben gerufen. Aber da machen wohl derzeit nicht alle Publisher mit: Für eure Xbox-Disc könnt ihr jetzt eine PC-Lizenz enthalten, aber drei Publisher wehren sich wohl standhaft dagegen

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