MeinMMO-Autor Ody hatte lange Zeit eine On-Off-Beziehung zu Warhammer 40.000: Darktide. Immer wieder gab er dem Koop-Schnetzler die Chance, ihn zu begeistern – so richtig funken wollte es aber nie. Mit dem Skitarius, einer neuen spielbaren Klasse für das Game, ändert sich das jetzt. Nun wäre das Spiel sogar ein PC-Upgrade wert.
Darktide war für mich viele Jahre ein Spiel, das ich eigentlich lieben müsste, aber einfach nicht konnte. Die beiden vorherigen Spiele des schwedischen Entwicklerstudios Fatshark Games – Warhammer: End Times – Vermintide und Warhammer: Vermintide 2 – gehören nämlich zu meinen absoluten Lieblingsspielen und meistgespielten Titeln auf Steam.
Trotzdem wurde ich mit Darktide nie so ganz warm. Dabei gab ich dem Spiel seit seinem Release am 30. November 2022 immer wieder die Chance gab, sich zu beweisen (leider erfolglos). Dies änderte sich allerdings schlagartig, als ich die neue Skitarii-Klasse sah – zuerst im Trailer, später auf einem Showcase mit den Entwicklern. Anschließend durfte ich die Klasse sogar selbst anzocken.
Hier seht ihr die neue Klasse übrigens im Trailer:
Tech-Leichen im Dienst des Omnissiah
Skitarii sind die Fußsoldaten des Adeptus Mechanicus: Fanatische Tech-Nerds, die einen Maschinengott anbeten. Dessen physische Manifestation ist der Omnissiah – merkt euch das, denn eure Skitarii werden ihn immer wieder erwähnen.
Die Skitarii selbst sind augmentierte Cyborg-Soldaten, mehr Maschine als Mensch. Unter ihren Gewändern sehen sie aus wie vertrocknete Leichen, untot sind sie aber nicht. Ihre Arme und Beine sowie die meisten ihrer Organe wurden jedoch durch Prothesen ersetzt, weshalb sie ohne technische Hilfe lebensunfähig wären.
In Darktide werfen wir sogar einen Blick unter die Roben unseres Skitarius, um ihn in seiner vollen, verwesenden Pracht zu bestaunen. Bei der Charaktererstellung stehen vier Körper, sowie Arm- und Beinprothesen zur Auswahl. Die Farbe der Okularlinsen (also quasi die Augenfarbe) dürfen wir ebenfalls anpassen.

Bei den aktuellen Outfits im Spiel wirkt sich eigentlich nur die Wahl der Okularlinsenfarbe, Arme und Beine aus. Erstere lässt Lichter an eurer Maske in der jeweiligen Farbe leuchten, Arme und Beine sind frei, während der restliche Körper bedeckt bleibt. Ein cooles Detail ist es aber allemal und es fördert dann doch die Bindung zu unserer Figur.
Obwohl das Gedächtnis der Skitarii gelöscht wird, damit frühere Erinnerungen nicht ihrer Pflichten in die Quere kommen, behalten sie doch einen Teil ihrer Menschlichkeit bei. Manchmal können sie sich sogar an Teile ihrer Vergangenheit erinnern. Darum dürft ihr auch für den Skitarius dessen persönlichen Hintergrund anpassen.
Insgesamt gibt es laut Entwicklern vier einzigartige Persönlichkeitstypen und ihr könnt per Stimmregler sogar den genauen Klang eurer mechanischen Stimme anpassen. Ebenfalls cool: Ihr dürft euch aussuchen, welcher der vier Fabrikwelten euer Skitarius die Treue schwört . Dies hat aber nur kosmetische Auswirkungen, keine spielerischen. Zudem dürfen Skitarii als einzige Klasse Zahlen in ihrem Namen verwenden – alles Lore-akkurat.
Schockierende Fähigkeiten und ein Gewehr, sie alle zu knechten
Die Skitarii-Klasse kommt mit einer Vielzahl an neuen Nah- und Fernkampfwaffen. Meine absolute Lieblingswaffe ist bisher das galvanische Gewehr. Beim Showcase haben die Entwickler noch verraten, dass dies die Waffe ist, von der sie wussten, dass sie sie richtig umsetzen müssen. Und nach über 4 Stunden Spielzeit mit der neuen Klasse kann ich mit Überzeugung behaupten, dass sie den Nagel genau auf den Kopf getroffen haben.
Ich habe in meiner ganzen bisherigen Spielzeit keine der anderen Schusswaffen ausprobiert – einfach, weil es mir so viel Spaß gemacht hat, dieses Gewehr zu benutzen. Es erinnert an alte Repetiergewehre, fühlt sich aber trotzdem nach High-Tech an. Das kleine Magazin der Waffe wird durch den enormen Schaden ausgeglichen, den das Gewehr selbst auf lange Distanz verursacht.

Es gibt kaum etwas, was sich noch befriedigender anfühlt, als einem Ketzer damit die Rübe wegzuballern oder mit nur einem Schuss gleich zwei von ihnen auf einmal zu erwischen. Die Geschosse haben nämlich so viel Wumms, dass sie Feinde ohne Panzerung durchdringen und so noch Gegner hinter ihnen treffen.
Beim Kämpfen setzen Skitarii zudem stark auf Schockangriffe: Viele eurer Nahkampfwaffen können mit elektrischem Schaden aufgewertet werden und mit eurer aktiven Fähigkeit entfesselt ihr um euch herum eine elektrische Entladung. Diese betäubt Gegner für wenige Sekunden und fügt ihnen Schaden zu. Für meinen Geschmack könnte die aber noch etwas stärker ausfallen. Manchmal war ich mir nicht einmal sicher, ob die Fähigkeit überhaupt funktioniert hat.
Zusätzlich werden Skitarii von einem Servoschädel begleitet. Diesem könnt ihr befehlen, Gegner anzugreifen, oder aber eine Datenabfrage durchzuführen. Habt ihr gerade keine Lust, Terminals manuell zu hacken, ist der Servoschädel also ein echter Segen. Zwar ist der beim Hacken langsamer, aber es hat sich für mich nie zu langsam angefühlt.
Beim Omnissiah, segne dieses geschundene Setup!
Einziger Wermutstropfen ist, dass sich eine Sache seit dem Release vor 4 Jahren immer noch nicht geändert hat – mein PC kommt mit dem Spiel einfach nicht so richtig mit. Mein Set-Up sieht übrigens wie folgt aus:
- GPU: AMD Radeon RX 6700 XT (12 GB VRAM)
- CPU: AMD Ryzen 7 3700X (8-Kerne mit 3,59 GHz)
- 32 GB RAM
Die Festplatte, auf der Darktide läuft, ist zudem natürlich eine SSD. Während ich Vermintide 2 mit diesem Setup noch sehr gut spielen kann (locker über 75 FPS bei hohen bis höchsten Einstellungen und 1440p ohne Upscaling), stößt es bei Darktide stark an seine Grenzen.
Ich spiele auf den niedrigsten Grafikeinstellungen bei 1440p und aktiviertem FSR – trotzdem schwanken die FPS, komischerweise vor allem im Hub. Würde ich das Spiel auf mittleren Einstellungen spielen wollen, müsst ich mich bereits mit 40 bis 50 FPS zufriedengeben – an hohe Voreinstellungen sollte ich gerade gar nicht erst denken.
Darktide benötigt nach wie vor einen starken Rechner. Inzwischen wäre es mir das Spiel aber tatsächlich wert, nach Jahren mal wieder ein Upgrade durchzuführen (in geraumer Zukunft). Bis dahin werde ich Darktide aber wohl weiterhin auf meiner Kartoffel von einem PC laufen lassen. Meinen Spielspaß kann jetzt nicht einmal die schlechte Performance zunichte machen.
Das erste Mal von der Existenz der Skitarii erfahren habe ich übrigens erst vor kurzem, und zwar durch Warhammer 40.000: Mechanicus 2. Dort haben mir die Cyborgs während meines Anspielens immer wieder den Hintern gerettet, während ich knietief in den Überresten von Weltraum-Mumien stand. Überraschenderweise fiel es mir aber deutlich leichter, mich mit Letzteren zu identifizieren: Ich dachte, die Tech-Nerds aus Warhammer 40.000 sind meine Brüder, doch dank Mechanicus 2 stehe ich jetzt auf Robo-Mumien
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