VW hat einen Solarpark mit über 100 Schafen als natürliche Rasenmäher, aber die sind für das Wolfsburger Unternehmen ein Zeichen der Energiewende.
Was hat es mit den Schafen auf sich? Volkswagen versorgt eines seiner Werke in Posen (Polen) mit einer großen Fotovoltaik-Anlage mit über 31.000 Solarmodulen. Der Betrieb der Anlage ist jedoch mit einer aufwendigen und teuren Wartung verbunden, da unter den Modulen des Solarparks oft ein feuchtes Klima herrscht, das bestimmte Gräser und Schattenpflanzen extrem gut wachsen lässt.
Diese Gewächse müssen wiederum häufig gemäht werden, da sie bei zu hohem Wuchs in den Strahlungsbereich ragen und so die Energiegewinnung mindern können. Das Mähen selbst ist jedoch mit hohem Aufwand verbunden, weil die Maschinen zwischen den Metallträgern und Geräten agieren müssen.
VW schließt sich deshalb dem Vorbild verschiedener internationaler Unternehmen an und lässt seit April im Rahmen einer sogenannten Agri-Photovoltaik-Initiative rund 100 Schafe unter bzw. zwischen den Modulen grasen. Die Vierbeiner sind quasi natürliche Rasenmäher und werden deshalb in der Landschaftspflege eingesetzt.
Schafe als Zeichen der Energiewende
Was soll jetzt bewiesen werden? VW und das Unternehmen Quanta Energy, das für den Betrieb der Solaranlage zuständig ist, arbeiten mit der Naturwissenschaftlichen Universität Posen zusammen, um zu untersuchen, inwiefern sich Agri-Photovoltaik auf das Wohlbefinden der Tiere sowie das Funktionieren des gesamten Ökosystems auswirkt.
Man prüfe etwa, ob der Schattenwurf der Module den Hitzestress der Tiere reduziert, und analysiere Veränderungen im Mikroklima, in der Vegetation und im Boden. Anschließend wolle man Lösungen finden, die eine effektive Kombination von Energieerzeugung und landwirtschaftlichen Aktivitäten erleichtern.
Erste Erkenntnisse der Studie zeigen, dass sich die Schafe gut an die neuen Bedingungen anpassen. Die naturwissenschaftliche Universität stelle etwa am Verhalten der Herde fest, dass sich die Tiere sicher fühlen.
VW selbst sieht in dem Projekt mehr als nur eine Möglichkeit, die eigene Energieunabhängigkeit zu steigern, und mit den Schafen als natürlichen Rasenmähern die CO₂-Emissionen zu reduzieren. In einer Pressemitteilung schreibt das Wolfsburger Unternehmen:
„Das Schafbeweidungsprojekt zeigt, dass moderne Energieinfrastruktur weit mehr Funktionen erfüllen kann als nur die bloße Stromerzeugung. An einem einzigen Ort vereint sie Energiewende, den Schutz der Biodiversität, die Unterstützung der lokalen Landwirtschaft und den Ausbau wissenschaftlicher Erkenntnisse.” – Quelle: vw-press.pl
Eine über 3 Jahre in Australien durchgeführte Studie mit 1.700 Merinoschafen zeigte, dass das Weiden unter Solarpaneelen die Wollqualität nicht negativ beeinflusse. Den vollständigen Artikel dazu könnt ihr hier auf MeinMMO nachlesen: In einem Land wurden 1.700 Schafe untersucht, die zwischen Solarpaneelen grasen – mit überraschendem Ergebnis
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