Von der Eroberung einer feindlichen Festung über 5-Fach-Kills zum Comeback-Sieg. Wardogs hat diese ganz besonderen Runden, derentwegen ich überhaupt zum Gamer wurde.
Wardogs ist aktuell das Spiel, das ich mit Abstand am meisten spiele. Zusammengerechnet mit den Playtests habe ich jetzt über 70 Stunden in dem Shooter von BULKHEAD verbracht. Das Spielprinzip des ARMA-artigen “King of the Hill”-Modus mit Cash-System macht mir besonders durch seine Variabilität und Vielfalt der Möglichkeiten großen Spaß – und das wusste ich schon vor dem Early-Access-Start.
Schon am vergangenen Freitag – also nur einen Tag nach Release – erlebte ich jedoch eine Runde, die meinen Eindruck von Wardogs noch festigte und mich zu einem Fan gemacht hätte, wenn ich das Spiel nicht schon seit der ersten Beta lieben würde.
Ein letztes Aufbäumen kurz vor der sicheren Niederlage
Es ist Freitag, etwa 19:00 Uhr, der Abend noch jung. Ich spielte mit meinem guten Freund Jacob Wardogs, als unser Team einer unausweichlichen Niederlage entgegenblickte. Team Rot hatte bereits 80 Punkte verbucht. Wir, Team Grün, hatten nur rund 40 Punkte auf dem Konto. Team Blau war … anwesend. Ich bin mir nicht sicher, ob sie zu dem Zeitpunkt überhaupt zweistellig waren – Team Blau eben.
Nach einem Tod ohne Hoffnung auf Wiederbelebung stand ich in unserem Hauptquartier und überlegte, was ich nun mache. Rot sitzt mit dem halben Team in einer Festung und ruft die Zone zu sich. Unser Team kämpft sich den Berg zur feindlichen Basis hoch, aber hängt unter schwerem Beschuss im leeren Raum fest und kommt kaum voran.
Kurz darauf fand sich auch Jacob in unserem HQ wieder und wir entschieden, ein mittelmäßiges Loadout zu kaufen und uns abermals von einem Heli absetzen zu lassen, um noch ein paar Kills mitzunehmen.
Unser Pilot, ein zufälliger Mitspieler, schmiss uns direkt am Fuß des Berges raus, auf dem die feindliche Basis stand – zumindest war das sein Plan. Doch noch während des Landeanflugs gerieten wir unter heftigen Feindbeschuss und sprangen mit dem Fallschirm ab, damit er nicht landen muss.
Team Blau mischte sich ein und aus allen Richtungen flogen Kugeln. Jacob starb noch am Fallschirm, ich landete mit halbem Leben, konnte mich aber in Deckung bringen und schnell bandagieren. Dann erschoss ich einen Blauen, lief zu Jacob, erschoss einen zweiten Blauen und belebte meinen verblutenden Mitspieler wieder.
Anschließend ging es den Berg hinauf, direkt vor die Tore des Feindes.
Ein Kampf hinter feindlichen Linien
Da standen wir nun, vor den Mauern der feindlichen Basis, und kamen nicht rein. Wir dachten nicht, dass wir es wirklich bis hierhin schaffen und hatten keine Sprengsätze dabei. Doch außer uns Zweien schaffte es noch jemand aus unserem Team bis nach oben, der C4s mitführte. Er sprengte die Tore und ich ging voran in die feindliche Basis.
In der Mitte des Raumes stand ein Roter am Mörser, der umgehend starb. Die anderen zwei Mörser waren nicht besetzt. Die Tür geradeaus ist zu, der Bereich rechts vorm Tor ist frei. Ich rückte bis zu den Sandsäcken der Mörserstellung vor und nutzte sie als Deckung, während ich die geschlossene Tür geradeaus im Blick behielt. Dort kam auch kurz darauf ein Roter, den ich erschoss, und dann zur nun offenen Tür vorrückte. Hier war ein schmaler Gang gebaut, der in einer weiteren geschlossenen Tür endete.
Als ich im Gang stand, stürmten die Feinde den Mörser-Bereich und Jacob sowie unser C4-Random starben. Einen Roten konnte ich direkt von der Tür aus erschießen. Dann nutzte ich das Chaos und schlich geduckt um die Sandsäcke herum, um einen weiteren zu überraschen. Kurz darauf versuchten zwei Rote, in den Bereich zu treten. Sie hatten aber keine Ahnung, wo ich stand, und starben umgehend.
Dann war Zeit, Jacob wiederzubeleben, der wiederum unserem zufälligen Gefährten aufhalf.
Ich entdeckte einen Bohrer sowie die feindliche FOB, die ich hackte, weil weitere Teammitglieder in der Basis eintrafen. Dadurch konnten wir die Türen nun öffnen, statt sie sprengen zu müssen. Anschließend nahmen Jacob und unser Team den Rest der Festung ein, während ich meine Magazine nachfüllte.
Wir machten allesamt noch ein paar Kills, Jacob besetzte die ehemals feindliche C-RAM und verteidigte uns gegen ankommende Helikopter von Team Rot und ich verschwendete viel zu viel Munition meiner AK an der Antenne des feindlichen Spawn-Fahrzeuges, ohne diese kaputt zu machen. Das Fahrzeug wurde zwar kurz darauf gesprengt, aber ich musste erstmal in den Rucksäcken der Toten neue Munition looten.

Das ist jetzt unsere Basis
In den nächsten Minuten drehte sich das Spiel. Jetzt saß unser Team in der Basis und Team Rot versuchte, sie zurückzuerobern. Ich machte abermals 2 Kills und war dann komplett leergeschossen. Dann stibitzte ich mir eine SMG, die jedoch auch nur noch 2 Magazine hatte und wenige Minuten später ebenfalls leer war.
Zum Glück folgte eine kurze Ruhephase, denn die Hotzone bewegte sich weg. Ich entschied mich dann dazu, auch mal das Mörsern auszuprobieren – schließlich standen die da einfach so rum. „Die Hotzone ist rund 640 Meter entfernt, schätzungsweise 100m davor ist eine Basis von Team Blau“, dachte ich. „Da campen doch safe welche auf dem Turm. Da schieß ich jetzt hin.“
Kurz darauf habe ich laut geschrien und gelacht.
Mein erster Mörser-Versuch schlug nicht auf dem Turm ein, aber traf immerhin die Blaue Basis. Noch während die Mörsergranate in der Luft war, sah ich, dass sie in einem leeren Bereich einschlagen würde, und überlegte mir, wie ich den Mörser beim nächsten Schuss für einen Treffer korrigieren muss. Dann folgte die Überraschung. Ehe meine Mörsergranate einschlug, landete ein Little Bird (Helikopter) von Team Blau in besagtem leeren Bereich der Basis. Dieser wurde dann von dem Mörser getroffen und bescherrte mir einen 5‑fach-Kill.
Das war pures Glück, aber ein fantastischer Moment.
Ich mörserte noch 3-4 Mal ins Leere und dann zog mein Team mit dem Bohrer in der Basis, in der ich saß, wieder die Hotzone zu uns. Kurz darauf starb ich durch einen Mörser-Gegenschlag von Team Rot, die immer noch sauer waren, dass wir nun in ihrer so aufwendig gebauten Festung saßen.
Ein offensichtlich deutscher Mitspieler von uns kommentierte das im Text-Chat mit den scherzhaften Worten: „Naa, wie ist es, eure eigene Base zu mörsern?“

Von der sicheren Niederlage zum fulminanten Sieg
Das Match steuerte auf die entscheidenden Minuten zu. Es folgte eine weitere Verteidigungsphase, in der ich immer wieder Munition und Bandagen looten musste, während Jacob und mein Team die ganze Arbeit machten. Irgendwann lief ich sogar mit einer gestohlenen Schrotflinte rum – ich hasse Schrotflinten.
Die Hotzone hielten wir dabei über mehrere Minuten auf der Basis, denn unser Team lieferte mit dem Transportheli massenhaft Vorräte, baute und aktivierte einen zweiten Bohrer.
Wir hatten inzwischen über 95 Punkte. Team Rot stand seit dem Verlust seiner Basis bei 93. Der Sieg stand kurz bevor, doch es sollte nochmal spannend werden. Die Hotzone bewegte sich nochmal weg, einen Hügel ohne viel Deckung hinauf. Ein Teil unseres Teams sowie meine Wenigkeit mit Schrotflinte jagten ihr hinterher. Abermals mischte Blau sich ins Geschehen ein.
Irgendwie machte ich nochmal 3 Kills mit der Schrotflinte, ehe ich down ging und mein Team mit einer deutlichen Übermacht in der Hotzone den Sieg holte. Endstand 100 zu 93 – und was auch immer Blau hatte.
Mit dem Ende des Matches war die Erleichterung groß. „Wow, was eine insane Runde“, dachte ich. Jacob wählte kurz darauf den gleichen Wortlaut. Über eine Stunde lang kämpften wir um den Sieg und gewannen schließlich, obwohl wir zuvor deutlich zurücklagen.
Das Match hatte wirklich alles zu bieten, was man sich wünschen kann. Unfassbar viel Action und Team-Work bei der Eroberung der feindlichen Basis, fantastische Logistik von unserem Team in der entscheidenden Phase, ein absoluter Luck-Shot mit dem Mörser, geile Gunfights und das geglückte Comeback.
Hattet ihr in Wardogs auch schon solche Runden, die euch im Gedächtnis bleiben? Erzählt uns gerne von ihnen in den Kommentaren!
Wenn dieses Match während einer Demo stattgefunden hätte, wäre ich anschließend auf die Steam-Seite gegangen und hätte das Spiel gekauft – aber ich war vorher schon ein Fan. Denn schon in der Beta hat mich Wardogs mit einer ganz anderen Seite des Spiels für sich gewonnen: Ich habe in einem neuen PvP-Shooter auf Steam eine Stunde lang nicht einen Schuss abgegeben, und es war das aufregendste Gameplay, das mir ein Spiel 2026 geboten hat
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