Bei der Gen Z denken viele sofort an eine zerstörte Aufmerksamkeitsspanne und kurzen Content auf kleinen Bildschirmen. Dabei kann sich die Generation der derzeitigen jungen Erwachsenen sehr wohl Zeit nehmen, wenn der Content stimmt. Das denkt auch MeinMMO-Redakteurin Caro, die – zufälligerweise – auch in diese Altersgruppe gehört.
In einem Gastartikel der New York Times (Paywall) berichtet Darren Walker, ein Quereinsteiger in die Entertainmentbranche in Hollywood, von seiner Lernerfahrung. Er schreibt von einer Branche, die sich nicht mehr sicher ist, ob sie weiterhin Filme und Serien produzieren kann, die bei einem neuen Publikum Anklang finden.
Die grundlegende Frage dahinter sei dabei vor allem: Wie sieht das bei einer Generation aus, die sich an teils flüchtigeren Content bedient, der auf YouTube, TikTok oder Twitch bedient wird?
Laut Walker ist dies für viele in der Unterhaltungsbranche eine „Phase kreativer Zerstörung”, die so unumkehrbar sei wie der Fortschritt selbst. Er selbst, so wie aber auch viele Stimmen junger Menschen auf Reddit, und auch ich, finden: … Lol, wirklich? Ihr macht euch Sorgen um etwas so Cooles wie Kinobesuche? Kümmert euch lieber darum, die richtigen, teils jungen, aber verdammt talentierten Menschen zu unterstützen, die ihr Können bereits unter Beweis stellen konnten!
Ihr sorgt euch umsonst
Anstelle des beinah tröstlichen Zynismus, wie es Walker nennt, und Annahmen über Angehörige der Gen Z, die eher auf kleine Bildschirme und Kurzformate stehen, sieht er die Sehnsucht nach gemeinsamen Erlebnissen und einem Verbundenheitsgefühl.
So findet sich die Gen Z beispielsweise zu gemeinsamen Watchpartys für Reality-Dating-Shows zusammen, beginnt, sich für Vögel zu interessieren und – zur Überraschung der besorgten Hollywood-Unternehmer – geht immer noch gern ins Kino.
Ein Schocker! Junge Leute gucken gern gemeinsam Filme? Und dann auch noch mit coolem Ambiente auf ner dicken Leinwand? Mindblown.
Die Gen Z geht sehr wohl ins Kino
Das diesjährige Kinojahr ist der perfekte Beweis dafür, dass die Gen Z richtig Bock auf geile Filme hat und auch bereit ist, diese gemeinsam im Kino zu schauen. Worauf wir weniger Bock haben, ist der 30. Blockbuster eines Action-Franchises und den drölften Dwayne Johnson in der Green-Screen-Hölle. (Mal ehrlich … Bei dem Anblick des Live-Action-Vaiana-Films konnte man nur lachen oder weinen. Vermutlich beides gleichzeitig.)
Anhand von Projekten wie Obsession und Backrooms zeigt sich: Wenn die Filme stimmen, teils sogar von Menschen kommen, die in unserem Alter sind, dann können wir uns auch begeistern! Alleine die beiden Filme konnten mich dieses Jahr 5 Mal ins Kino locken, Backrooms zweimal, Obsession sogar ein drittes Mal.
Zu dem Erfolg der beiden Filme bei der Gen Z haben wir bereits berichtet. Wenn ihr mehr dazu erfahren wollt, und wieso sie so gut ankommen, könnt ihr hier genauer erfahren:
Die Entertainment-Branche hat zugehört
Nun blicke ich mit gemischten Gefühlen auf das, was sich durch den Erfolg von Backrooms und Obsession anbahnt. Kreative Filmemacher und Content Creator zu unterstützen, die auf YouTube erfolgreich waren, beziehungsweise sind, gibt mir Hoffnung. Da schlummert noch so viel unentdecktes Potenzial, und ich freue mich, mehr davon zu sehen.
Auf den Erfolg von Backrooms folgen nun weitere Filme zu Internet-Horror-Reihen wie „The Mandela Catalogue“ von YouTuber Alex Kister sowie „Siren Head“, der von dem Künstler Trevor Henderson geschaffen wurde.
Ich freue mich, dass diesen Projekten eine Chance gegeben wird, mache mir nur Sorgen um den derartig schnellen Aufsprung, sobald Hollywood realisierte: „Oh, da gibt es was zu holen.“ Ich hoffe einfach, dass derartigen Passion-Projects die richtige Liebe gewidmet wird. Dann kann sich Hollywood weiterhin über aufmerksame, kleine GenZler wie Little Old Me an den Kinokassen freuen.
Wie steht ihr zu diesem Thema? Findet ihr, die Gen Z hat keinen Bock und keine Kapazität für Filme? Oder seht ihr sie eher als Standard-Kinogänger wie andere Altersgruppen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!
Weil ich die Jüngste aus der Redaktion bin, wurde ich verdonnert, meinen eigenen Senf zu den Jugendwörtern des Jahres 2026 zu geben. Wenn ihr den auch lesen wollt, bitte: Ich bin noch gerade so Gen Z und muss meinen Millennial-Kollegen erklären, welche Jugendwörter ich tatsächlich nutze
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Kommentare
Ich bin nicht Gen Z aber gehe überhaupt nicht mehr ins Kino. Das mag vielleicht auch an Gen Z liegen aber eigentlich generell an allen Leuten. Es wird die ganze Zeit gelabert, am Phone gespielt, sich schlecht benommen usw. Hinzu kommt noch, dass die Technik in den meisten Kinos grausam ist. Von viel zu lautem Sound, zu schlechtem Bild, unbequemen Sitzen … überteuerten Preisen für 08/15 Getränke und Snacks, die dumme Werbung nicht zu vergessen. Da kucke ich lieber zu Hause mit Familie und Freunden auf dem 65″ und habe da deutlich mehr Spaß.
Kino-Etikette ist mir schon wichtig, das würde mich auch stören. Das erlebe ich aber eher bei Kindern und Teenagern, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Kinder sich in Kinos vor 20/30 Jahren so viel besser verhalten haben (nur das eben kein Handy involviert war).
Ich hab früher selbst in einem Kino gearbeitet, dann kam es regelmäßig vor, dass wir Kunden nach einer Ermahnung auch rausgeschmissen haben, wenn diese störten.
Ich mag selbst sehr gerne Kinobesuche, weil ich es LIEBE wenn man in einem vollen Saal einen Film schaut, an gleichen Stellen gelacht wird, bei Horror geschrien. Das sind tolle Filmerfahrungen. Zu Hause gucke ich auch sehr gerne Filme, manche würde ich dann aber doch zumindest einmal im Kino gesehen haben 🙂 Da ist mir auch die Leinwandgröße gar nicht so wichtig, sondern mehr das Event oder das gemeinsame Treffen.
Ich habe z.B. alle neuen Star Wars Filme im IMAX gesehen. Fand ich grausam, nicht nur wegen der Filme 🙂
(Aber Filmabende zu Hause sind natürlich auch mega, liebe ich auch sehr!)