Immer wenn man in der Stimme von Susanne Daubner die Worte „Liebe Community, es ist wieder soweit“ hört, schüttelt es MeinMMO-Redakteurin Caroline, da der Rest der Kolleg*innen bereits darauf geiert, was die jüngste Redakteurin zu den Nominierten des Jugendworts des Jahres zu sagen hat. Und joa … das hat sie zu sagen.
Hiermit kriegt ihr den Artikel, auf den ihr sicher alle (nicht) gewartet, aber scheinbar doch draufgeklickt habt, um euch an meiner Blöße zu ergötzen. Ja, ich bin mit frisch gewordenen 27 Jahren nicht mehr wirklich „jugendlich“, aber immer noch jung genug – und halt Teil der Gen Z –, dass ich gefragt wurde, ob meine Freund*innen und ich wirklich diese Worte in unserer Sprache nutzen.
Und was soll ich sagen … Ja. Ja, ich benutze tatsächlich und überraschenderweise viele dieser Begriffe. Doch mit besonders zwei von ihnen hab ich eine schwierige Beziehung.
Deswegen, biddeschön: Ich sage euch, welche Jugendwörter ich peinlicherweise häufig nutze und warum ich manche wirklich nicht ausstehen kann.
Wir gehen rein!
Ich habe überlegt, in welcher Reihenfolge ich die Worte judgen sollte, ob ich ihnen eine Art „Powerranking der heftigsten Jugendwörter 2026“ gönne oder irgendwie nach Cringe-Faktor? Entschieden habe ich mich für die Reihenfolge, wie sie von unserer Göttermutti Susanne in dem Video bestimmt wurde. Amen.
„67“
Geht mir leider auf den Keks, I’m sorry. Aber genau deswegen nutzen es viele sehr gerne und ich kann es verstehen. Nerven macht halt Spaß.
„Crashout“
Yup, solider Beitrag. Benutze ich viel, ist sehr bildlich, kommt häufig vor, beschreibt meine Gefühle oft am besten. Kommt bei mir mindestens ein- bis zweimal pro Woche zum Einsatz und funktioniert perfekt. 10/10 Jugendwort.
„Digga“
Digga ist nicht ohne Grund fast jedes Jahr nominiert. Digga ist geschlechtsneutral, kann als Name benutzt werden oder – wie bei mir – eher als Ausruf, wenn mich irgendwas aufregt, aber dann mit mehr A’s drangehängt und dementsprechend auch die Betonung angepasst. Digga ist ein Dauerbrenner und verdient sich die Nominierung Jahr für Jahr.
„Du bist gut genuuuug“
Bei diesem Song scheiden sich die Geister, doch egal, ob man es mag oder nicht, so gut wie jede*r, die ich kenne, singt das vor sich hin. Auch wenn bei meinem Freundeskreis die gängigere (und bessere) Variante „Doobie Scoot Canoe“ bevorzugt wird.
„Gute Käse“
Hier muss ich zugeben … das habe ich, bevor es Susannes Mund verließ, noch nie gehört. Mein erster Gedanke verirrte sich zunächst bei „Käsiger Michael“, einem Meme, das ich sehr liebgewonnen habe, aber „Gute Käse“? Ne, leider gar nicht bei mir angekommen. Vielleicht ist es eher ein Gen-Alpha-Ding?
Hier seht ihr die Vorstellung der Wörter von Susanne Daubner persönlich:
„Macker“
Macker ist für mich eine gängige Beschreibung. Auch hier, 10/10, ständig in Gebrauch, bringt es am schnellsten auf den Punkt. Weiter.
„Peak“
Ja, auch hier muss ich sagen: Peak ist ein wunderbares Wort, das eigentlich mit voller Inbrunst ausgesprochen werden muss, oder mit einer Träne im Auge. It’s so Peak.
„Ragebait“
Bei Ragebait war mir gar nicht bewusst, dass es sich um ein Jugendwort handelt. Ich denke, viele Menschen der Gaming-Community (oder jeder, der vielleicht 5 Minuten auf YouTube verbracht hat), wir Raigebait verstehen und einsetzen können. Daher lautet mein Fazit: Ich nutze es nicht oft, aber regelmäßig … und finde das auch ehrlicherweise nicht so besonders. Nun gut.
„Schere“
Oh, hier ist es. Schere. Schere und ich haben ein Problem. Falls ihr Artikel von mir kennt, die etwas persönlicher sind, werdet ihr verstehen, warum.
Als jemand das erste Mal in einem Gespräch das Wort „Schere“ benutzte, war ich etwas … überfordert. Ich dachte im ersten Moment, dass mich jemand einen Slur nannte, weil die Leute auf ungeschickte Weise einen Euphemismus für „Lesbe“ brauchten oder sich merkwürdig als Ally beweisen wollten.
Dass Schere tatsächlich dafür steht, sich Schuld einzugestehen, konnte ich nicht begreifen … und macht mich irgendwie echt unzufrieden? Als ob wir als Community noch mehr Schuld haben wollen, lol. Nein, Schere ist für mich kein Schuldeingeständnis. Schere ist eine Begrüßung mit meinen besten Freund*innen höhöhö.
„Süper“
Süper macht einfach Spaß. Auch wenn ich es eher gehaucht und mit französischem Akzent ausspreche (und dementsprechend eigentlich falsch). Süper klingt aber auch besser als „Super“.
Wie findet ihr die Jugendwörter des Jahres? Nutzt ihr sie regelmäßig? Oder seid ihr zu alt für den Bums? Lasst es uns gern in den Kommentaren wissen!
Susanne Daubner (wir lieben dich) wurde bei der Gen Z und Gen Alpha vor allem durch ihre Vorstellung der jährlichen Jugendwörter des Jahres bekannt, die sie zu einem geliebten Meme machten. Einige von ihnen nutzt die Moderatorin sogar privat: Susanne Daubner beweist Aura, spricht in Podcast über die Jugendwörter des Jahres, die sie selbst benutzt
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Kommentare
Ich geh auf die 50 zu und als damals das LoL beliebt wurde…denke da war ich keine 17 , habe ich Jahre gebraucht das zu benutzen. Es war mir damals schon zu doof. Dementsprechend bin ich bei diesem ganzen Slangs nicht gut darauf anzusprechen.
das ist auch vollkommen in ordnung 😌wie gesagt, bei manchem Slang bin ich einfach zu tief drin, manche nerven mich auch. Kann beide Seiten gut verstehen
Ich verstehe nicht, warum digga immer wieder zum Jugendwort nominiert wird.
Ich weiß nicht wie es im Rest von DE ist, aber hier in Hamburg nutzt das fast jeder.
Kann ich auch irgendwie verstehen, ist für mich wie Ragebait, das ist doch nicht nur ein Jugendwort, oder?
Ragebait kennt man ja vor allem wenn man Gamer ist. Deshalb nutze ich, mit 40 Jahren, das auch ab und zu.
Sollte ich mir Gedanken über meine mangelnde geistige Entwicklung machen, wenn ich viele dieser Wörter selbst mit knapp 39 noch verwende?
Zudem erscheinen mir viele dieser “Jugend”-Wörter eher wie Dinge, die aus der Internetkultur stammen. Peak, Ragebait und Crashout wird gerade im englischsprachigen Netz-Raum massiv verwendet, unabhängig vom Alter.
falls du dir gedanken machen musst, müssten wir es beide 😅
Ich kann mich mit vielen sprachlichen Veränderungen anfreunden. Aber mit dem ständigen “Bro”, “Alda”, “Digga” oder zwanghaft eingestreutem Denglisch werde ich einfach nicht warm.
Dabei geht es mir gar nicht um die Wörter selbst. Mir ist nur aufgefallen, dass ich diese Ausdrucksweise bislang überwiegend bei Menschen erlebt habe, die auf mich insgesamt eher wenig reflektiert oder geistig nicht besonders anspruchsvoll wirkten. Vielleicht ist das Zufall, aber genau diese Erfahrung prägt nun einmal meinen Eindruck.
Wenn dann in jedem zweiten Satz englische Begriffe auftauchen, obwohl es überhaupt keinen Sinn ergibt, wirkt das auf mich nicht modern oder cool, sondern eher aufgesetzt und gekünstelt. Dadurch fällt es mir ehrlich gesagt schwerer, mein Gegenüber ernst zu nehmen.
“zwanghaft eingestreut” klingt, als ob man es forciert – dabei ist die Schönheit von Slang ja, dass er sich vollkommen von selbst entwickelt. Forcierung führt meistens genau zum Gegenteil.
Und das man sich über “Denglisch” aufregt, kenn sogar ich aus meiner Jugendzeit noch, weil wir “cool”, “crazy” oder ähnliche Wörter verwendet haben – ist also mitnichten ein neuzeitlicher Trend. Das ist einfach die nachfolgende Generation, die sich von der vorherigen abgrenzen will – in vielen Bereichen, eben aber auch in der Sprache.
Ich muss mich leider total zu den Leuten zählen, auch wenns nicht immer Digga ist, bin ich ein Opfer des Denglischs 👉👈 Teilweise nicht nur im Wortabstand, sogar in ganzen Sätzen (und wenn ichs dann höre ist es mir irgendwie unangenehm). Wird sich aber auch nicht so ez ändern, wenn es bei jeder Person in meinem Alter normal und nicht weird ist 😅 Auch wenn ich mich manchmal selbst erwische, wie ich beim Austausch zwischen jüngeren Leuten nicht checke was die faseln, denke ich mir … Ich bin eigentlich genau so
Ich fühl dich da. Wenn ich Sätze höre wie “Ich hab literally gedacht das istg so und so und to be honest, ich finde das bla bla..” krieg ich mittlerweile echt Schaum vor den Mund. Mag sein das mich die Wahrnehmung täuscht, aber diese Sprechweise fällt mir besonders bei Influencern auf und da spezifischer solche die ich eher dem linken/”woken” Spektrum zuordnen würde. Auch auf diversen CSDs ist mir diese “Unsitte” zu sprechen schon mehr als nur gehäuft begegnet. Witzigerweise haben viele der Verwender auch eine den selben Sprachduktus und die selben Betonungen und Modulationen der Sprechweise. Was wie ein “Uniformsprech” 😀
Ich glaube, bei CSDs verfalle ich meinem Denglischen noch mehr, weil ich dort häufig wirklich das Gefühl ablegen kann, gejudged zu werden, von anderen oder auch mich selbst (zum Glück musst du mich nicht sprechen hören, ich glaub das würde dich fertig machen 😅)
Allein schon (…)das Gefühl ablegen kann, gejudged zu werden (…) lässt schon den Blutdruck steigen 😉
🙊
Also Digga ist halt Peak. Das nutze ich (beides) gerne und oft, lol.
Rest ist eher mid, finde ich. Wundert mich, dass lowkey nicht dabei ist tbh.
Lowkey ist halt auch strong
Macker? Ernsthaft? Das ist ja ein Fossil aus den 90ern. Ich verwende tatsächlich gar keines dieser Wörter da oben. Bin aber auch alt und darf das. Evtl. mal Diggi, aber nicht Digga. Süper gibt es für mich nur in Person von Hans Süper, oder dem Süper Duett. 😂
Ich muss tatsächlich sagen, dass mich mittlerweile die deutsche Alternative “Macher” mehr abholt 😀
Macher und Macker fallen aber eher selten auf die gleiche Person 👀
„Doobie Scoot Canoe“? Das habe ich noch gar nicht mitbekommen. Ich bitte um Link 😄
Das wurde von vielen aus anderssprachigen Ländern verstanden, als der Song von Kitschkrieg und Blumengarten beispielsweise auch in Amerika viral ging. Und seitdem kann ichs nicht anders hören 😅
Nennt mich grumpy old guy aber ich verstehe nicht wie dieses Gejaule viral gehen kann. Selbst sowas als Song zu bezeichnen tut mir schon in der Seele weh.
Ich kann das schon verstehen.
Jugendliche wachsen heute in einer Umgebung konstanter Selbstdarstellung und Bewertung (Performance Pressure, Social-Media-Feed-Dysmorphie) auf. Gen Alpha ist die erste Generation, die komplett mit Tablet aufgewachsen ist und Gen Z kennt keine Zeit ohne Internet.
Die schlichte Zusage „Du bist gut genug“ ist da eine akustische Umarmung und wie ein Mantra, dass man sich nicht mit anderen ständig vergleichen muss.
Spannend ist hier, dass der Song auch international viral ging. Er macht phonetisch einfach Spaß. Das ist zu vergleichen mit Ski-Ba-Bop-Ba-Dop-Bop vom Scatman. Auch eigentlich ein total bescheuerter Song, er macht aber Spaß. Dass dann eigene Lyrics von nicht deutschsprachigen erfunden werden, wird dann selbst auch wieder zum Meme und hilft dem Song bei der Viralität.
Der Song eignet sich perfekt zum Clipping. Früher brauchtest du MTV und Radio und eine klassischen Strophe-Refrain-Aufbau. Das brauchst du heute nicht mehr. Wichtiger für Viralität ist heute ein isolierbarer Moment, den du unter ein 15-Sekunden-Tiktok legen kannst und dafür reicht ein “Du bist gut genuuuuug”
Dazu hat der Song auch im Gesamten einen starken Stilbruch zwischen Indie/Melancholie und Mainstream-Rap. Das hilft dann auch Diskussionen in der Kommentarspalte anzukurbeln (Team Blumengarten only vs. Team Shirin Only), was dann auch den Algorithmus pusht.
Das ist schon ein sehr intelligent produzierter Song und nicht einfach nur Gejaule.
Mag alles stimmen, in dem Punkt gilt dann agree to disagree, ich find die Stimmlage unerträglich und es rollen sich mir die Zehnägel auf. Ich find das Ding einfach schlecht. Ich räume aber ein, dass gilt für nahezu alles was nach 2000 produziert wurde, mein Musikgeschmäck, so sagte ein Kollege neulich, ist mindestens 10 Jahre älter als ich selbst 😀
Ich kann das auch vollkommen nachvollziehen, dass man damit überhaupt nichts anfangen kann. Der Song ist wirklich auf maximale Viralität produziert und handwerklich gut gemacht. Und über Geschmäcker lässt sich immer streiten und sollte man auch. Danke für den Austausch! Dein Kommentar hat mich auf jeden Fall dazu bewegt, mal genauer darüber nachzudenken, warum ausgerechnet der Song jetzt so durch die Decke ging 😄
Dasselbe hat man in den 60ern schon gesagt, als Punkrock im sonst so steifen England steil ging. Oder weitaus früher, als Elvis mit den Hüften wackelte und die Frauen in der ersten Reihe in Ohnmacht gefallen sind.
History repeats itself. Nur die Farbe ist anders.
Mit dem Unterschied: Nimm den meisten heutigen Interpreten mal Autotune weg…da bleibt wenig übrig. Die Künstler damals konnten größtenteils singen, Instrumente spielen und hatten einfach das fachliche knowhow (Komposition, Notenlehre usw). Ich wette, wenn wir uns in 20 Jahren hier treffen, dann hört die Welt immernoch Bach, Mozart, Stones, Beatles, Elvis, Queen, Madonna usw aber alle schauen dich doof an wenn du von Ikkimel und Co sprichst weil es keiner mehr kennt. Heutige Musik ist, wie die Lebensmittelindustrie, zu Wegwerfware und Junkfood verkommen (ja, ich pauschalisiere, und ja, sicher wird es Ausnahmen geben).
Ich behaupte, dass das selektive Wahrnehmung deinerseits ist – wir reden heute von den wenigen Ausnahmen, die von damals geblieben sind. Wie viele Musiker haben aber zu deren Zeit nebenbei mit existiert? Vermutlich etliche mehr, nur erinnert sich keiner mehr an die. Zudem reden wir bei Komponisten auch über eine Spanne von mehreren Jahrhunderten, in denen sich ein mikroskopischer Teil der verfügbaren Namen verewigt haben. Allein Bach hat rund 100 Jahre vor Mozart gelebt, Beethoven war 21, als Mozart verstorben ist, und hat dann noch über 30 Jahre weiter gelebt.
So wird das auch mit der heutigen Zeit sein. Wenn wir uns in 20 Jahren darüber unterhalten, kann ich dir sicherlich einige Releases von Bands nennen, die 2026 erschienen sind und ich mir in 20 Jahren noch anhören werde. Ich kann dir heute sogar schon eine Handvoll Bands nennen, die ich Ende der 90er gehört habe. Das sind mittlerweile bald 30 Jahre.
Zugegeben, nichts mit Autotune.
Aber hey, ein James Hetfield hat auch mehrere Alben gebraucht, bis er Noten lesen konnte. Gitarre hat er dadurch gelernt, dass er Lieder aus dem Radio daheim nachgezupft hat. Doch gerade die ersten vier Metallica-Alben gelten mit als die größten Errungenschaften des Heavy Metals. Nur weil einem die fachliche Kompetenz fehlt, heißt das nicht, dass es automatisch schlechte Musik sein muss.