Aktuell könnt ihr auf Amazon Prime Video ein Film-Highlight für Horrorfans anschauen. Besonders wer auf Vampire und düstere Goth-Stimmung steht, kommt auf seine Kosten. MeinMMO-Autor Christoph Waldboth verrät euch, wieso ihr den Film nicht verpassen dürft.
2024 erschien Nosferatu von Regisseur Robert Eggers im Kino und ich dachte mir nur: Schon wieder?
Denn die Geschichte des Vampirs Graf Orlok zu verfilmen, ist nun wahrlich kein Geniestreich in Sachen Originalität. Es gibt nämlich bereits zwei Streifen desselben Namens. Der eine ist der unbestreitbare Stummfilmklassiker vom deutschen Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau, der andere das Remake von Werner Herzog aus dem Jahr 1979.
Und obwohl Robert Eggers in die Fußstapfen seiner Vorgänger tritt, schafft es seine moderne Interpretation des Stoffs, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
Eine altbekannte Geschichte
Worum geht es in Nosferatu eigentlich? Wer irgendeine Dracula-Verfilmung gesehen oder das Buch von Bram Stoker gelesen hat, kennt auch die Geschichte von Nosferatu. Das liegt daran, dass die erste Verfilmung von Murnau im Grunde eine unautorisierte Adaption war.
Der Vampir, der aus lizenzrechtlichen Gründen nicht Dracula, sondern Nosferatu heißt, sucht ein Anwesen in einer deutschen Stadt, worauf der Makler Thomas Hutter zu dem Grafen nach Transsylvanien fährt und in dessen Schloss einkehrt.
Gleichzeitig besucht Nosferatu die Frau von Thomas, Ellen, in ihren Träumen und wird zum Objekt der Begierde. So weit, so bekannt. Ich fragte mich, was Robert Eggers, der Regisseur von Filmen wie The Witch oder The Lighthouse, nun anders oder neu machen will.

Nach dem Kinobesuch war ich schlauer: Eggers inszeniert den Film als klassisches Schauermärchen und stellt die düstere Goth-Atmosphäre klar in den Vordergrund. Die Bilder sehen fantastisch aus und erinnern an Gemälde der Romantik, was an der stilsicheren Kameraarbeit, den Kostümen und dem Szenenbild liegt.
Nosferatu, gespielt von Bill Skarsgård, ist deutlich grobschlächtiger als vorherige Versionen. Während Max Schreck seinem Namen alle Ehre machte und 1922 wie ein rätselhaftes Wesen aus einer anderen Welt wirkte, war der Vampir bei Klaus Kinski vor allem eine tragische Figur.
Skarsgårds Version wirkt wie besessen, unaufhaltsam und vergleichsweise realistisch. Das sorgt für eine neue Art des Grusels, weil er greifbarer und bodenständiger ist als seine Vorgänger.
Hinzu kommen gute Schauspielleistungen, wobei vor allem Lily-Rose Depp als Ellen hervorsticht. Kleinere Schwächen gibt es aber trotzdem: Vereinzelt gibt es humoristische Stellen, die unpassend wirken. Mit 132 Minuten ist der Film außerdem zu lang und fühlt sich teils gestreckt an.
Müsste ich ein Ranking der drei Nosferatu-Streifen erstellen, würde die Version von Robert Eggers trotz all ihrer Qualitäten „nur“ auf dem dritten Platz landen. Die unvergleichliche Atmosphäre des Erstlings und der poetische Anstrich der Herzog-Fassung treffen einfach noch mehr meinen Geschmack.
Wo kann man den Film sehen? Wer Nosferatu nachholen will, kann das derzeit bei Amazon Prime Video im Abo tun. Und Regisseur Robert Eggers hat bereits den nächsten Horror-Mythos in Arbeit. Noch 2026 startet sein Werwulf, der abermals ein Folk-Horrorfilm wird. Habt ihr Nosferatu gesehen und eine Meinung? Schreibt sie uns gerne in die Kommentare. Der Film kam nicht ohne Skandal aus: PETA ruft zum Boykott eines Horror-Films auf, weil der Regisseur 5.000 lebende Ratten für eine Szene verwendete
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